Kontaktlinsenträger, die auf eine Brille umsteigen, können die Wahrscheinlichkeit einer Kontamination und damit Infektion sowie das Verbreiten mit Covid 19 verringern

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Dr D. Klaas Friedberg

Die American Academy of Ophthalmology hat kürzlich Empfehlungen zur „Sicherheit des Coronavirus - Ophthalmologie“ veröffentlicht, einschließlich der Frage, wie die Ausbreitung der COVID-19-Infektion mithilfe von sog. „Best Practices“ für Kontaktlinsenträger begrenzt werden kann. Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit, sich über die Tränenglüssigkeit zu infizieren, eher gering, während das Virus über die Bindehaut des Auges sehr wohl aufgenommen werden und damit auch ein Infektionsort sein kann. Auch hier gelten natürlich die Mindestabstände, die strikt eingehalten werden müssen. Es besteht aber auch sicher ein zusätzlicher Schutz durch das Tragen einer Brille. Diese sollte immer auch im Rahmen der Handhygiene entsprechend gereinigt werden. Besondere Schutzvorrichtungen zum Schutz der Augenärzte für alle Untersuchungsinstrumente (Spaltlampe etc) wurden ebenfalls zur Pflicht und inzwischen etabliert.
Zu den Empfehlungen für Kontaktlinsenträger gehört das ordnungsgemäße Reinigen, Aufbewahren und Tragen von Linsen sowie zum Tragen von Brillen anstelle von Linsen, da Linsenträger häufig ihre Augen berühren.

"Ich würde raten, keine Kontaktlinsen zu tragen", sagte Dr. Francis S. Mah, ein Vorstandsmitglied von OSN Cornea / External Disease, gegenüber der täglich erscheinenden Healio / OSN - News". Wenn wir Dinge im Allgemeinen berühren und dann Kontaktlinsen verwenden und diese auf Mund, Nase und Augen übertragen, können wir uns mit dem Virus infizieren."

Die AAO empfiehlt, bei der Aufbewahrung von Kontakten Linsen nicht in Wasser zu lagern oder zu spülen, alte Lösungen nicht zur Aufbewahrung von Linsen wiederzuverwenden und Kontaktlinsenlösungen nicht in kleinere Flaschen in Reisepackungsgröße zu überführen. Zu den Vorschlägen gehören die Verwendung der „Reiben und Spülen“ -Methode beim Reinigen von Kontakten, das Nichtverwenden von Kochsalzlösung und das Wiederbenetzen von Tropfen zur Desinfektion von Linsen sowie das Reinigen des Linsengehäuses oder das regelmäßige Ersetzen mindestens alle 3 Monate, um das Risiko einer Kontamination und damit einer Infektion zu verringern.

Außerdem hat die American Academy of Ophthalmologie empfohlen, den Kontakt mit Wasser beim Schwimmen, Duschen oder Verwenden von Whirlpools zu minimieren, die Hände vor dem Umgang mit Linsen gründlich zu waschen und zu trocknen und keine rissigen oder beschädigten Linsen zu verwenden.

"Die Menschen sollten heutzutage einfach alles von ihren Augen fernhalten", sagte Dr. Christopher J. Rapuano, Direktor des Cornea Service am Wills Eye Hospital, gegenüber der wiss. Redaktion der Healio / OSN. „Wie Sie wissen, bedeutet das Tragen von Kontaktlinsen, dass Sie Ihren Finger nehmen und die Linse in Ihre Augen stecken. Linsen können Reizungen verursachen, zu Augenreiben und Trockenheit führen und die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erhöhen.“ Laut der AAO entwickelt sich bei 1% bis 3% der mit COVID-19 infizierten Patienten ein Coronavirus-bedingtes sog. rotes Auge. Diese Conjunctivitis ( Bindehautentzündung/Reizung) ist praktisch nicht von anderen Virenbedingten Entzündungen zu unterscheiden.

Dr. Rapuano sagte, er glaube nicht, dass ein rotes Auge ein frühes Zeichen einer COVID-19-Infektion ist, aber eine Bindehautentzündung kann andere Anzeichen einer Virusinfektion wie Fieber und Atemwegsbeschwerden begleiten.

"Nur weil jemand ein rotes Auge hat, heißt das nicht, dass er eine Virusinfektion hat", sagte er. "Allerdings können Patienten mit einer grippeähnlichen Krankheit auch rote Augen bekommen, die damit einhergehen."

Laut Dr. Mah deuten die verfügbaren Daten darauf hin, dass weniger als 1% der Patienten mit COVID-19-Infektion eine Bindehautentzündung und kein Fieber aufwiesen und das Risiko für langfristige Augenschäden minimal ist.

"Das Problem ist, dass die Augensymptome nicht wirklich schrecklich sind. Das Auge selbst hat nur eine sehr geringe Morbidität sagte Mah und fügte hinzu, dass sich die Behandlung auf die Minimierung der Ausbreitung von Infektionen konzentriert.

Rapuano empfiehlt eine unterstützende Behandlung bei viraler Konjunktivitis, einschließlich des Verzichts auf das Tragen von Kontaktlinsen, der Verwendung künstlicher Tränen und kalten Kompressen. Wenn schlimmere Symptome auftreten, muss der Patient beispielsweise erneut auf adenovirusbedingte Entzündungen untersucht werden.

„Adenovirales“ rosa Auge kommt und geht normalerweise über ein oder zwei Wochen und ist sehr ansteckend. Eine schlichte adenovirale Konjunktivitis kann erhebliche Probleme verursachen und muss entsprechend behandelt werden sagte Rapuano.

Dieser Artikel wurde inhaltlich verbessert und ins Deutsche übertragen.
Der Autor ist der renommierte amerikanische Augenarzt Prof. Dr. Earl Holland Jr.

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D. Klaas - Augenzentrum Friedberg/ Bayern

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