Erfolg für Retina Implant: Netzhautimplantat nach über 50 Monaten noch in Funktion

Sehchip mit langer Lebensdauer


(Reutlingen) – Für das subretinale Netzhautimplantat der Retina Implant AG konnte unter
realen Bedingungen Langlebigkeit demonstriert werden. Bei einer über 70-Jährigen, die
den Chip 2014 eingesetzt bekommen hatte, ist dieser nach wie vor in Funktion und ermöglicht
der zuvor vollständig erblindeten RP-Patientin Licht wahrzunehmen. Dass das
Implantat damit eine über 50-monatige Lebensdauer überschritten hat, ist ein großer
technologischer Erfolg für das Medizintechnik-Unternehmen aus Reutlingen.
Retinitis pigmentosa (RP) ist eine degenerative Netzhauterkrankung, die zur Zerstörung der
Netzhaut und im Endstadium häufig zur vollständigen Erblindung führt. Sie gilt als „seltene Erkrankung“,
betrifft aber allein in Deutschland 20.000 bis 30.000, weltweit rund drei Millionen
Menschen. Die Retina Implant AG aus Reutlingen hat ein subretinales Netzhautimplantat entwickelt,
das blinden Menschen, die wegen verschiedener Formen degenerativer Netzhauterkrankungen
wie RP über keine oder nur noch eine sehr geringe Lichtwahrnehmung verfügen, einen
Teil ihres Sehvermögens zurückgeben kann.
In Tübingen wurde 2014 einer RP-Patientin, die bereits vollständig erblindet war, eines dieser
Implantate eingesetzt. Der Chip der heute über 70-Jährigen ist inzwischen seit mehr als 4 Jahren
im Einsatz – und funktioniert nach wie vor. Sie kann beispielsweise Lichtquellen identifizieren
und sich damit besser im Raum orientieren. „Eine der großen Herausforderungen bei der
Entwicklung des Implantats war, den Kamerachip im Auge über Jahre hinweg funktionsfähig zu
halten“, erklärt Dr. Alfred Stett, Vorstand Technologie der Retina Implant AG. „Anders als bei
Herzschrittmachern und Neurostimulatoren, bei denen die Elektronik und die Batterie in einem
festen, hermetisch dichten Gehäuse verpackt sind, steht unser elektronischer Chip in direkten
Kontakt mit der Netzhaut – nur durch eine wenige Mikrometer dicke, lichtdurchlässige Barriereschicht
geschützt.“
Das subretinale Implantat besitzt 1.600 Photodioden und Stimulationskontakte, die die durch
RP abgestorbenen Photorezeptoren teilweise ersetzen. Der nur etwa 12 Quadratmillimeter große Chip wird direkt unter der Fovea centralis, der sogenannten Sehgrube, platziert und kann
sich mit dem Auge bewegen, um Objekte zu lokalisieren. Die aktuelle Generation des Implantates,
das RETINA IMPLANT Alpha AMS, besitzt seit 2016 die CE-Kennzeichnung und wird in
Deutschland von den Krankenkassen erstattet.
„Unsere Aussagen zur Haltbarkeit beruhten bisher auf Alterungstest im Labor und auf modellbasierten
Schätzungen zur Lebensdauer wie sie beispielsweise in der Luftfahrtindustrie üblich sind.
Und diese prognostizierten eine Lebensdauer von 4,7 Jahren. Die Erfahrung unserer Patientin
zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind. Dieser Erfolg ist das Ergebnis von 15 Jahren
intensiver Forschung und Entwicklung, um blinden Menschen neue Hoffnung zu geben", freut
sich Dr. Stett.


Termine
21.07.2018 Patienteninformationstag für erbliche Netzhauterkrankungen an der Augenklinik
des Klinikums der Universität München, Mathildenstraße 8, 80336 München
25.08.2018 Patienteninformationstag für erbliche Netzhauterkrankungen am Knappschaftsklinikum
Saar GmbH, An der Klinik 10, 66280 Sulzbach, Augenklinik Sulzbach



Über Retinitis pigmentosa
Retinitis pigmentosa (RP) ist eine degenerative Netzhauterkrankung, die zur Zerstörung der
Netzhaut und im Endstadium i.d.R. zur vollständigen Erblindung führt. Sie gilt als „seltene Erkrankung“,
betrifft aber allein in Deutschland 20.000 bis 30.000, weltweit rund drei Millionen
Menschen.


Über die Retina Implant AG
Die Retina Implant AG erforscht und entwickelt innovative Therapien und Hightech-Produkte für
Menschen, die an der Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa (RP) leiden. Bereits erblindeten
Patienten kann das subretinale Netzhautimplantat RETINA IMPLANT Alpha AMS helfen, einen
Teil der Sehfähigkeit wieder zu gewinnen. Der Mikrochip besitzt das CE-Kennzeichen und wird
in spezialisierten RI Implantationszentren unter die Netzhaut implantiert (subretinal).


Für RP-Patienten mit ausreichendem Restsehvermögen bietet die Transkorneale Elektrostimulation
(TES Therapie) mit dem RI OkuStim® System die Chance, den Verlauf der RP-Erkrankung
zu verlangsamen.
Das Unternehmen mit Sitz in Reutlingen beschäftigt rund 45 Mitarbeiter und wird geleitet von
Reinhard Rubow (CEO und Vorstandssprecher), Jürgen Klein (Vorstand Marketing & Vertrieb)
und Dr. Alfred Stett (Vorstand Technologie).

Pressekontakt:
Retina Implant AG
Volker Hiller
+ 49 71 21 3 64 03 - 282
volker.hiller@retina-implant.de
www.retina-implant.de


Redaktion:
Zeeb Kommunikation GmbH
Anja Pätzold
+ 49 711-6070719
info@zeeb.info

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