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Makuladegeneration - Rheopherese® eine Therapie

Rheopherese® -
Eine Therapie für die altersabhängige Makuladegeneration letztes Update: 03.07.2007 


 
Die Rheopherese®, ist ein Verfahren zur Behandlung der Makuladegeneration und anderer Erkrankungen der Mikrozirkulation.

Die Besonderheiten der Rheopherese®:

  • Die Rheopherese® ist ein von Wissenschaftlern der Kölner Universitätsklinik entwickeltes innovatives Therapieverfahren, das bestimmte Schadstoffe entfernt, die im Blut des Menschen enthalten sein können und wichtige Zivilisations-Krankheiten auslösen können.
  • Erstmalig -klinisch geprüft- ist jetzt auch eine Behandlung der häufigen, sogenannten trockenen Form der AMD möglich.
  • Beide Augen werden gleichzeitig behandelt, somit erhält das weniger oder noch nicht betroffene Auge eine Mitbehandlung oder eine Prävention.
  • Obwohl das Ziel der Behandlung die Makuladegeneration ist, profitieren auch alle anderen Organe und Gewebe von der verbesserten Mikrozirkulation.

Weitere typische Krankheiten die mit einer gestörten Mikrozirkulation einhergehen:

  • Diabetische Retinopathie, ischämische Optikusneuropathie, Augenvenen Thrombose
  • Arteriosklerose, Atherothrombose
  • Durchblutungsstörungen der Extremitäten (sog. Schaufensterkrankheit), diabetischer Fuß, Koronare Herzkrankheit (Angina pectoris), akuter Hörsturz und akuter Tinnitus.
  • Durchblutungsstörungen im Gehirn

Die Behandlung ist effektiv und gut verträglich. Es handelt sich um eine extrakorporale Plasmatherapie, d.h. das Blut wird außerhalb des Körpers mittels bestimmter Filter gereinigt. Da außer Heparin (verhindert eine Gerinnung des Blutes im Schlauchsystem) keine Medikamente zugeführt werden müssen, können kaum Nebenwirkungen entstehen.

Wichtiger Hinweis:
Eine exakte Voruntersuchung durch einen mit der Rheopherese®-therapie vertrauten Arzt ist notwendig, da nicht allen Patienten mit einer Makuladegeneration geholfen werden kann. Manche Erkrankungsformen bedürfen einer anderen Therapie oder sind nicht behandelbar.


Die einmal zerstörten Sehzellen können nicht wieder hergestellt werden, die noch vorhandenen Sehzellen können jedoch vielfach in ihrer Funktion durch die Rheopherese® verbessert und geschützt werden.
Wenn Sie zum ersten Mal von diesem Therapieverfahren hören, haben Sie sicherlich zunächst viele Fragen. Deshalb haben wir diese Informationen für Sie zusammengestellt. Dadurch haben Sie, ergänzend zum persönlichen Beratungsgespräch mit dem Rheopherese® durchführenden Arzt die Möglichkeit, sich zu Hause in aller Ruhe über die Makuladegeneration und die Rheopherese® zu informieren.


Frage & Antwort


Was ist eine Makuladegeneration (AMD)? 


Die altersabhängige Makuladegeneration ist eine Erkrankung des inneren Auges, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten kann. Betroffen ist die Makula. Die Netzhaut besteht aus Millionen von lichtempfindlichen Sehzellen, vergleichbar mit einem hochempfindlichen Film in einem Fotoapparat. Die Makula, ein nur 2 mm großer Bezirk in der Netzhautmitte, enthält die meisten und empfindlichsten Sinneszellen des Auges. Nur sie befähigen uns zu scharfen Bildwahrnehmungen und zum Erkennen von Farben. Bei der AMD kommt es zum Untergang (Degeneration) dieser Sehzellen, der zuerst nur langsam wahrgenommen wird.


Wodurch entsteht die altersbezogene Makuladegeneration?


Eine intakte Durchblutung in den feinen Blutgefäßen des Augenhintergrundes ist notwendig, damit das Scharfsehen funktioniert.
Die Umwandlung von Lichtreizen in den Sinneszellen ist ein Photochemischer Prozess mit hohem Energiebedarf bei dem reichlich Abfallprodukte anfallen. Diese Region des Auges versorgt sich über eine haarfeine Aderhaut, die unterhalb der Sehzellen verläuft. Diese Versorgung über die Aderhaut verschlechtert sich bei Menschen im höheren Alter. Mitverantwortlich dafür ist der altersentsprechend ansteigende Lipidgehalt am hinteren Augenpol und im zirkulierenden Blut. Die gestörte Nährstoffpipeline beeinträchtigt maßgeblich damit den Stoffwechsel in den Sehzellen und deren Funktion.

Zudem ist durch die lebenslange Belastung das stoffwechselaktive Pigmentgewebe oft nicht mehr in der Lage, verbrauchte Bestandteile der Sehzellen in der Makula abzuräumen. Störungen in dem Gleichgewicht von Lipidanfall und -abbau führen zu Anhäufung von Zerfallsprodukten, welche die Sehzellen direkt schädigen. Die alterstypische Verminderung der "abbauenden" Zellen verstärkt nur noch diesen ungünstigen Effekt.

Nicht zuletzt gibt es Hinweise auf mögliche Gendefekte die den Abtransport von Stoffwechselabfall behindern. Bereits bewiesen wurde, dass Patienten mit einer AMD einen deutlich verlangsamten Blutfluss in der Retina aufweisen.

Anerkannte Risikofaktoren für die AMD sind neben dem Alter erhöhte Cholesterinwerte, so haben auch atherosklerose Patienten ein 4 fach erhöhtes Risiko an AMD zu erkranken.


Wie zeigt sich die Krankheit im Verlauf? 


Die Augenärzte teilen die Makuladegeneration in eine frühe und eine späte Form ein. Im frühen Stadium lagern sich die ersten Abfallprodukte des Stoffwechsels unterhalb der Netzhaut ab. In diesem Stadium bemerken die Betroffenen kaum etwas von ihrer Krankheit, da sie die Sehschärfe kaum einschränkt. Hat die AMD aber einmal begonnen, wird die Durchblutung mit zunehmender Dauer mehr und mehr beeinträchtigt, es kommt zur Ausbildung von sichtbaren Ablagerungen und das Sehen wird immer schlechter. Die Betroffenen sehen die fixierten Objekte unscharf, die Krankheit behindert stark das lesen, schließlich werden Personen nicht mehr erkannt. Ein Verlust der Farb-Wahrnehmung tritt hinzu.

Aus der trockenen Form der AMD kann sich jederzeit die feuchte Verlaufsform entwickeln. Bei der flüssigkeitsbedingten Schwellung der Netzhaut kommt es zu scheinbaren Verzerrungen von Gegenständen und zu einem rasch verlaufenden Sehverlust. Die Schwellung der Netzhaut wird durch Wuchern kleinster Blutgefäße aus der Aderhaut verursacht. Diese wuchernden Gefäße zerstören die empfindlichen Sehzellen weiter, sie können Blut oder Flüssigkeit verlieren, was der feuchten Makuladegeneration ihren Namen gab.

Sind diese neugebildeten Gefäße noch nicht allzu sehr ausgebreitet, so können sie durch Laserstrahl verödet werden und der Krankheitsverlauf verlangsamt werden. Dabei wird jedoch auch gesundes Gewebe mit zerstört. Die Photodynamische Therapie erlaubt deutlich gezielter diese Gefäße zu veröden. Leider sind weniger als 10% der festgestellten feuchten Formen für diese Behandlung geeignet.

Ist durch Rheopherese® eine Ausheilung der AMD möglich? 


Ausheilung der AMD ist nicht möglich. Die Produktion der Stoffwechselprodukte ist nicht aufzuhalten. Dennoch ist die Rheopherese die erste Therapie, mit der ohne Zerstörung des Gewebes eine positive Beeinflussung des natürlichen Erkrankungsverlaufes bei einer Vielzahl von Patienten erreicht wird. In über 2/3 der Fälle kann die bei der AMD ständig fortschreitende Sehverschlechterung aufgehalten werden, häufig verbessert sich das Sehvermögen deutlich. Die Ergebnisse der kontrollierten klinischen Studien aus Deutschland und USA können bei dem Apherese ForschungsInstitut in Köln angefordert werden.
Link www.apheresis-research.de


Das Prinzip der Rheopherese® 


Bei der Rheopherese® wird das Blut aus der Armvene entnommen und fließt dann durch ein spezielles Filtersystem.
 Nachdem das Blut mit zwei verschiedenen Filtern gereinigt worden ist, wird es über den anderen Arm in den Körper des Patienten zurückgeleitet. Was in den beiden speziell für die Rheopherese® entwickelten Filtern "hängen bleibt", sind Substanzen, die das Blut zähflüssig machen sowie bestimmte Bestandteile des Stoffwechselmülls (unter anderem überschüssiges Cholesterin, Fibrinogen, a2 Makroglobulin, vW- Faktor - Risikofaktoren für die Makuladegeneration, Arteriosklerose und Gefäßverschlüsse). Von diesen Stoffen befreit, kann das Blut jetzt wieder leichter durch den Körper fließen und auch die feinsten Äderchen erreichen. Die Zellen werden wieder wirksamer mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
Dadurch kann sich der gesamte Blutkreislauf mehr und mehr selbst regenerieren.


 

 

 

 

 

(Retina 20:483-491,2000)
Behandelte und unbehandelte Patienten im klinischen Vergleich.

Ein wichtiger Vorteil der Filtertechnik: Sie ist schonend und nebenwirkungsarm.
 
Bei verschiedenen anderen Erkrankungen (etwa bei familiären Fettstoffwechsel-Störungen und Autoimmunerkrankungen) wird diese Blutbehandlungs- Filtertechnik bereits seit Jahrzehnten erfolgreich genutzt. Das Filtersystem wird dabei immer mit demjenigen Filter versehen, der speziell für die entsprechende Aufgabe geeignet ist.
Dank des neuen "Rheofilters" - er wurde eigens für die Rheopherese® entwickelt - kommen die Vorteile dieses Verfahrens nun auch der Behandlung von Patienten mit altersbezogener Makuladegeneration zugute.


So sieht Ihre Rheopherese®-Behandlung im Detail aus: 


Vor Behandlungsbeginn wird eine körperliche Eingangsuntersuchung durchgeführt. Die Augen werden genau untersucht. Sie werden zu Ihrer Krankheitsgeschichte befragt. Die Behandlung hat eine Ähnlichkeit mit einer Blutspende. Sie werden in einer bequemen Liege plaziert. Der Sie behandelnde Arzt legt schmerzfrei zwei Kanülen an beiden Armen an.
Vor und während der Behandlung werden ihr Blutdruck und Puls kontrolliert. In rund drei Stunden wird das gesamte Blut behandelt. Viele der Patienten nutzen die Zeit um in ruhe fernzusehen oder sie unterhalten sich mit ihren Arzt. Während dieser Zeit befindet sich nur etwa ein Viertel Liter Blut außerhalb des Körpers, was Ihrem Wohlbefinden nicht schadet. Das gereinigte Blut wird kontinuierlich und sofort zurückgeführt. Fremde Blutbestandteile werden nicht verwendet. Nach der Behandlung ruht der Patient sich bei einem Saft und einem Snack aus und kann die Praxis nach ca.30 Minuten verlassen.


Mögliche Nebenwirkungen der Rheopherese® 


Zur Rheopherese® ist es notwendig, dass ein Teil Ihres Blutes zeitweilig außerhalb des Körpers zirkuliert. Hierdurch wird der Kreislauf kurzfristig belastet und selten ist ein Abfall des Blutdrucks mit Schwindel bis hin zum Kreislaufkollaps möglich. Tritt ein Blutdruckabfall auf, kann er jedoch sofort und wirksam behandelt werden. In der statistischen Auswertung von 1702 Behandlungen wurden in 98% der Behandlungen keinerlei unerwünschte Ereignisse beobachtet. In 2% traten geringfügige Nebenwirkungen auf , die in keinem Fall zum Behandlungsabbruch geführt haben. Die Veränderungen der Netzhaut durch die altersbezogene Makuladegeneration erhöhen bei jedem Patienten mit einer feuchten Form der AMD das Risiko einer Blutung innerhalb des Auges. Durch die Rheopherese® kann dieses Risiko kurzfristig etwas erhöht werden.


Positive Nebenwirkungen der Rheopherese® 


Gefäßerkrankungen treten selten isoliert auf. Meist sind auch andere Organe betroffen. Durch die Rheopherese® wird die Mikrozirkulation in allen Organen wie z. B. im Gehirn und Herz verbessert und damit Gefäßerkrankungen entgegengewirkt. Die Betroffenen können im allgemeinen wieder besser, eigenständiger und selbstbewusster am Leben teilnehmen.


Ist die Rheopherese® ein anerkanntes Verfahren?


Die Rheopherese ist über das experimentelle Stadium bereits lange hinaus. Die Rheopherese ist ein in Europa zugelassenes Verfahren zur Behandlung der Makuladegeneration und Mikrozirkulationsstörungen. Eine Zulassung in den USA wird nach Beendigung der zweiten US multizentrischen Studie nach den strengen FDA-Kriterien Mitte des Jahres 2009 erwartet.


Welche Kosten kommen auf mich zu?


Die Kosten für die Rheopherese-Behandlungen werden derzeit noch nicht von den Krankenkassen erstattet. Obwohl auf Einzelanträge die Kosten von einigen Versicherungen und Beamtenbeihilfen getragen wurden, sollten Sie davon aus­gehen, dass Sie für die Behandlung selbst aufkommen müssen. Die Kosten pro Behandlung betragen €1450,69 und beinhalten alle Sach- und Arztkosten.


Wie lange dauert die komplette Behandlungsserie?


Die Rheopherese® ist eine individuelle ambulante Therapie. Wie viele Rheopherese®-Sitzungen Sie benötigen, wird Ihr Arzt aufgrund der Behandlungsergebnisse feststellen. Bei der altersabhängigen Makula-Degeneration sind erfahrungsgemäß 8 -10 Sitzungen innerhalb eines Vierteljahres notwendig.

Das Behandlungsschema sieht 2 Behandlungen innerhalb von 4 Tagen vor, gefolgt von 2-4 Wochen Pause (Je nach Patient), daraufhin 2 Behandlungen innerhalb von 4 Tagen etc...

Wirkungsdauer der Rheopherese®:

Die Wirkung der Rheopherese® ist nicht nur auf die sehr effektive Entfernung von Risikofaktoren aus dem Blut beschränkt. Über die Verbesserung der Mikrozirkulation kommt es zusätzlich zu einem verbesserten Stoffaustausch, was wiederum positive Auswirkungen auf die Zellfunktionen und Gewebe hat und damit eine über die Behandlungsphase hinausgehende Wirkungsdauer besitzt.
Es kommt zu einer Erholung von Zell und Gewebsfunktionen über einen erstaunlich langen Zeitraum. Die Effekte der Behandlung dauern unterschiedlich lange an, meist 6-12 Monate. Danach können ein bis zwei einzelne Wiederholungs-Behandlungen pro Jahr notwendig werden, um den gewünschten Behandlungseffekt zu halten.


Wie gehe ich vor? 

 

Eine genaue Evaluation von Patienten mit einer behandelbaren Form der Erkrankungen ist wichtig. In diesem Zusammenhang benötigen wir einige Informationen über Ihre Augenerkrankung und Ihre allgemeine Gesundheit.

 

Wir bitten Sie daher, Ihre letzten  augenärztlichen Untersuchungsergebnisse und den beiliegenden Fragebogen ausgefüllt an das Rheopherese Zentrum zu senden.

  • Sehstärkenüberprüfung
  • Gesichtsfeldmessung
  • Netzhautuntersuchung durch die erweiterte Pupille, ggf. mit Fotos
  • evtl. eine Röntgengefäßdarstellung der Netzhaut

Abhängig von den eingereichten Untersuchungsergebnissen und den Voruntersuchungen der mit der Therapie vertrauten Augenärzte vor Ort  können wir Ihnen ein Behandlungsschema  vorschlagen.

Für weitere Informationen und Behandlungstermine:

Rheopherese® Zentrum Köln
(Hämapherese, Plasmapherese, Immunadsorption, LDL Apherese)
Dr. med. Bernard Erdtracht
Richard Wagner Str. 9 -11
50674 Köln (Rudolfplatz)
phone: + 49 221 80 12 933
fax  : + 49 221 80 12 934
E-Mail: Dr.Erdtracht@t-online.de
www.rheopherese-zentrum.de


Wissenschaftliche Informationen:

Apheresis Forschungs Institut
Stadtwaldgürtel 77
50 935 Köln/ Germany
fax  : + 49 221 40 63 17 8
E-Mail: afi@apheresis-research.de
www.apheresis-research.de 

Quelle: © Copyright 2007 Rheopherese® Zentrum Köln

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