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Endlich ohne Brille

Patientenbericht von Fr. Waltraud Machleb, Erlenstr. 5a, 86462 Stettenhofen

 
Eine Patientin berichtet über ihre Laser-OP

 
Darf ich mich vorstellen, ich bin eine von 50.000 deutschen Bundesbürgern, die nichts so überflüssig fanden wie ihre Brille und sich deshalb zu einer Laser-Operation entschlossen haben.

Vor über sechs Jahren, als ich schon den Tacho in meinem Auto nicht mehr ablesen konnte, blieb mir keine andere Wahl, Brillenträgerin zu werden. Ungern, wirklich, ganz ungern!

Da ich bis dato mit meiner halben Lesebrille auskam, entschied ich mich für die Gleitsichtgläser. Jeder, der je mit so einer Sehhilfe begonnen hat, kann ein Lied der Gewöhnung singen. Nicht nur das Treppensteigen, auch das Rückwärtsfahren im Auto machte mir große Probleme. Täglich stieß ich auf Dinge, die mich ärgerten, bei gewohnten Einfachheiten musste ich total umdenken.

Dies begann beim Sport wie Joggen, Schwimmen oder im Fitness-Studio. In der Sauna nahm ich die Brille ganz ab, dann sah ich nicht gut oder bekam sogar Kopfschmerzen. Beim Joggen drückte das Stirnband unangenehm auf die Bügel, ebenso beim Fitness. Im Schwimmbad störte die Brille sowieso, deshalb nahm ich sie ab. Dafür erkannte ich die Leute nicht.

Da ich eine Frau im Mittelalter bin, kämpfe ich außerdem mit dem Klimakterium. Diese Hitzewallungen treten bei mir so auf, dass mir nicht nur das Gesicht glüht, sondern gleichzeitig Perlen aus den Poren schießen. Ein Rutschen meiner Brille war nicht nur sehr lästig, diese Schweißperlen fielen beim Bücken in das Innenglas und nahmen mir die Sicht.

Die normalen, lästigen Begebenheiten wie Anlaufen bei Kalt- und Warmtemperaturen, beim Kochen, Braten, muss ich nicht extra erwähnen.

Ganz störend fand ich es immer bei einer schnellen Umarmung - immer die Brille Putzen. Daher tragen die meisten der jungen Leute einfach Kontaktlinsen! Meine moderne, mit Gelbgold eingerahmte Brille brachte mich, ohne groß nachzudenken, fast auf hundert Grad, als ich zu meiner Abendgarderobe meinen Weißgoldschmuck anlegen wollte. Es passte hinten und vorne nicht.

Da kam mir das erste Mal der Gedanke an Kontaktlinsen.

Warum diese Methode bei mir nicht klappen wollte, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls hörte ich von gleichaltrigen Freundinnen, dass es auch für sie nicht das Non plus Ultra sei.

Jedenfalls, so wollte es der Zufall, dass ich einen Abends "Stern TV" mit Günther Jauch verfolgte. Er sprach von einer neuen Methode, bei der man die Brille vergessen könne. Das ist es! Die erste Mondlandung habe ich nicht intensiver verfolgt als diese Sendung. Da hat man doch tatsächlich hinter den Kulissen dieses Studios einer jungen Dame die Augen mit Laser so behandelt, dass sie noch während der Sendung ohne Brille den Raum verlassen konnte. Gigantisch - das hat mich fasziniert.

Der Moderator erklärte auch noch, dass dies als Schönheitsoperation zu sehen sei und deshalb auch von keiner gesetzlichen Krankenkasse getragen wird. Privat versicherte Personen sollten sich erkundigen, ein Teilbetrag wäre da möglich. Nun wurde ich neugierig und vereinbarte ganz schnell einen Termin bei meinem Augenarzt, dem ich seit über 20 Jahren mein Vertrauen schenke. Denn, als Laie bei so einer wichtigen Augensache, reicht das Hoffen auf Glück allein nicht.

Am 28. September 01 fand ich mich in Friedberg in der modernst eingerichteten Praxis ein. Den Grund meines Kommens erzählte ich gleich einer tüchtigen Assistentin, die mich gleich im Wartezimmer mit einer siebenseitigen Informationsschrift über die LASIK - Methode vertraut machte.

Vom Aufbau über das menschliche Auge, die Hornhaut, über Kurzsichtigkeit, Hornhaut-krümmung, Weitsichtigkeit usw. wurde ich somit gleich aufgeklärt. Welche Voraussetzungen der Patient mitbringen sollte, damit dem chirurgischen Eingriff nichts im Wege steht, konnte ich auch nachlesen, genauso welche Risiken auch bestehen, und was nach dem Eingriff zu beachten sei, - es war eine ganze Menge, mit der ich mich da anfreunden musste.

Sämtliche Untersuchungen, Messungen usw. wurden vorgenommen, bevor mir mein Arzt im wahrsten Sinne des Wortes in die Pupillen sah. Mein Vorhaben erfuhr er bereits von einer Helferin, die ihm auch die Unterlagen der vorausgegangenen, früheren Untersuchungen vorlegte.

Präzise wie gewohnt meinte er noch, dass viele Leute einfach keinen Mumm hätten. Selbst ein ihm bekannter Professor. Nach der Operation war er überglücklich und ärgerte sich, dass er sich zu diesem Schritt nicht eher durchgerungen hätte.

Meiner Laser-Operation steht nichts im Wege, die Voraussetzungen sind gegeben.

Dieser Eingriff wird ambulant im Laserzentrum in Augsburg gemacht. Dass eine Lesebrille trotzdem erforderlich ist, habe ich erst nicht erwartet, denn es ist der normale Altersprozess des Auges. Dieser ist nicht operabel. Ein Wermutstropfen, trotzdem wollte ich den Schritt wie geplant gehen.

Obwohl mein Entschluss feststand, wollte ich die Sache noch überschlafen. Immerhin ist es eine Menge Geld, die der Spaß kostet - DM 4.400,-- pro Auge, dazu kommen noch die ganzen Medikamente, die für die Behandlungszeit erforderlich sind.

Nun musste ich trotzdem mit meiner Familie reden, mit Freunden und Bekannten. Man kann es nicht glauben, wie pessimistisch fast alle waren. Vom "weißen Stock" bis zu Ängsten, ein Leben lang nicht mehr richtig sehen zu können, waren die guten Ratschläge. Zweifellos, ich wurde dann selbst auch nachdenklich.

Mein Traum, ohne Brille zu leben, sollte doch verwirklicht werden. Träume nicht, lebe deinen Traum - denke positiv und vertraue deinem Augenarzt.

Der 21. November wurde für den OP - Termin festgehalten. Sechs Tage vorher hat man in der Praxis noch mal alles ganz genau durchgesprochen. Obwohl in dieser großen Praxis jede Menge Betrieb herrscht, hat mich eine Assistentin, die auch im Laserzentrum dabei ist, in einem separaten Raum über sämtliche Fragen aufgeklärt. Sie zeigte mir auch einen Videofilm über eine Operation, und Kommentare von Patienten. Anschließend stand mir noch mein Augenarzt für offene Fragen zur Verfügung. Er übergab mir noch das Rezept für meine Medikamente, mit einem ausführlichen Beiblatt, wann ich was zu nehmen habe.

Mehr Mühe kann man sich mit Patienten nicht machen. Ich fühlte mich in guten Händen.

Die Medikamente holte ich gleich, denn einige waren bereits vor der OP zu nehmen.

Buß- und Bettag 2001 - 16 Uhr, wir parken im Laserzentrum in der Halderstraße. Alle, die jetzt an mich dachten, mir die Daumen drückten, waren sicherlich nervöser als ich.

Nach mir kamen noch zwei jüngere Herren, denen die Brille beim Sport lästig ist. Es war eine ganz entspannte Atmosphäre, fühlte mich fast wie in Amerika, so locker ging es zu.

Mein Augenarzt kam mit seiner bekannt ruhigen Ausstrahlung die Türe herein. Ein zweites, mir seit Jahren bekanntes Gesicht aus der Praxis, eine Assistentin, fungierte als OP - Schwester während des Eingriffs. Ein Laserfacharzt kam noch dazu. Von ihm wusste ich, dass er lange in Amerika für diese Operationen Erfahrung gesammelt hatte.

Nachdem meine Augen mehrmals getropft wurden, lag ich um 15 Uhr ganz entspannt auf dem Operationstisch und wartete auf meine Laser-Show. Ganz ehrlich, ich hatte keine Angst. Es lief ab, wie man es mir erklärt hatte, ganz genauso. Die bunten Laserstrahlen waren wie ein Feuerwerk, das ich mir für heute gekauft habe. Manche Dinge muss man sich einfach so ausmalen, das mache ich auch gerne beim Zahnarzt. Zwischendurch erklärte mir mein Arzt, was gerade gemacht wird, "sehr schön, das rechte Auge ist fertig" - so habe ich es auch erwartet, dachte ich mir. Kurz wurde ich mit dem ganzen Körper um wenige Zentimeter verlagert und das Gleiche wurde am linken Auge vollzogen.

Nach 30 Minuten war der ganze Eingriff erledigt.

Sofort konnte ich ganz deutlich sehen. Mein Blick ging in einen Spiegel. Ach Gott, habe ich wirklich soviel Falten, erschrak ich. Mein Gefühl war, als hätte ich 130 Prozent meiner Sehkraft.

Mein Mann staunte nicht schlecht, als ich ihn nach meiner Tasche fragte. "Es geht mir prima," konnte ich ihn nur beruhigen. Jetzt kommt die lästigste Sache. Die tüchtige Helferin legte mir die Rechnung auf den Tisch. Das Bargeld hatte ich in der Tasche. Im Vorzimmer saß wartend der nächste Patient, als mich die Angestellte fragte, was denn nun am Unangenehmsten an dieser ganzen Geschichte war. "Eigentlich den Klebestreifen abziehen, der den Augenrand steril macht," konnte ich nur antworten. Sie gab mir noch Kopfschmerztabletten und erinnerte mich, dass die Augen jetzt einige Stunden tränen werden.

Im Auto verspürte ich plötzlich einen Mordshunger. Unbewusst hatte ich doch den ganzen Tag recht wenig gegessen. Mir war nach Kebab, den mein Mann im Vorbeifahren holte. Diesen genoss ich, mit einem Glas Weißbier und legte mich auf mein Magnetfeldbett und versuchte zu schlafen.

Meine Augen tränten nicht mehr lange, ich verspürte auch keine Kopfschmerzen. Sicherlich hat auch meine Magnetfeldtherapie positiv mitgewirkt.

Die Nacht über habe ich unruhig geschlafen, ich denke ganz einfach aus Angst, ich könnte im Schlaf in den Augen reiben, und das war wie schminken, streng verboten, eine ganz wichtige Vorsichtsmaßnahme.

Am nächsten morgen hatte ich in Friedberg die erste Kontrolluntersuchung. Voll Stolz wusste ich zu berichten, dass meine Augen eine Stunde getränt haben und als ich flach lag war es vorbei. Ich hatte weder Kopfschmerzen, noch eine schlechte Nacht.

Dieser ersten Untersuchung folgten sehr viele.

Zu den Tiefen erinnere ich mich an einen Bekannten, den ich beim Einkaufen traf und von meiner Augengeschichte erzählte. Das haben sie für die Katz´ machen lassen, mein Nachbar hat das auch hinter sich - heute trägt er wieder seine Brille, wenn auch nicht mehr so stark. Daraufhin beruhigte mich mein Arzt und verlängerte mir meine Garantiezeit auf zwölf Monate.

Heute, genau ein Jahr später, möchte ich diesen Bericht zu Ende führen.

Besserwisser meinten, nach spätestens einem Jahr würde ich gerne wieder meine Brille den ganzen Tag tragen.

Zugegeben, ich tropfe meine Augen immer noch jeden Morgen, hauptsächlich aus eigenem Interesse, weil sie Vitamin A enthalten. Das kann nie schlecht sein, schließlich sollte man in meinem Alter überhaupt auf eine gesunde Ernährung achten, d.h., einen zusätzliche Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen.

Wenn ich auch die vielen Kontrolluntersuchungen lästig fand, weil es eben eine Praxis ist, die viele Patienten konsultieren, so war es für meinen Augenarzt eine übergenaue Pflicht, die mich auf der einen Seite beruhigte.

Meine neue Lesebrille trage ich stets bei mir, so selbstverständlich wie den Geldbeutel.

Was soll ich sagen - ich habe den schönsten Sommer seit vielen Jahren hinter mir. Ich kaufte mir eine todchice Sonnenbrille, die ich gelegentlich in mein Haar steckte. Und ich kann mich wieder schminken - mein Augen Make-up, so wie ich es will.

Außerdem haben wir heute vom Finanzamt einen schönen Betrag zurückbekommen - das ist auch nicht zu verachten. Einkommensteuer 2001!

Sofort würde ich diesen Schritt wieder gehen, einfach toll -

endlich ohne Brille! 

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