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Augen-OP bei Kurzsichtigkeit und Astigmatismus

Ein Patient berichtet über seine Augenoperationen
bei sehr starker Kurzsichtigkeit und Astigmatismus

Patientenbericht von Frank T. Schneider über seine in 1998 und 1999 durchgeführten Augenbehandlungen.

Die Vorgeschichte

Seit meiner Geburt bin ich stark kurzsichtig. Zusätzlich ist meine Hornhaut stark verkrümmt. Bis zum 17. Lebensjahr trug ich Brillen. Durch die extreme Sehstärke waren die Bewegungsfreiheit sowie die sportlichen Möglichkeiten erheblich eingeschränkt.

Seit dem 17. Lebensjahr trug ich harte Kontaktlinsen. Wegen der starken Hornhautkrümmung waren weiche Kontaktlinsen nicht möglich.

Die Beschwerden durch das Tragen der Kontaktlinsen nahmen in den letzten Jahren zu. Dazu zählten:

  • permanente, fast chronische Bindehautentzündung
  • extreme Windempfindlichkeit
  • trockene Augen
  • Spätestens ab nachmittags habe ich die Kontaktlinsen "gespürt"
  • Probleme beim Tragen über einen extrem langen Zeitraum


Meine ca. 20 Jahre alte Brille (noch vor der Zeit des Kontaktlinsentragens) habe ich im Jahr 1998 durch eine neue Brille ersetzen lassen. Doch das Tragen der Brille stellte keine Alternative zu den Kontaktlinsen dar. Spätestens nach einer Stunde bekam ich Kopfschmerzen, die ein Tragen der Brille unmöglich machten.

So wurde nach intensiver Beratung mit meinem Augenarzt, beschlossen, künstliche Linsen direkt in das Auge zu implantieren. Ziel sollte sein, das Tragen von Kontaktlinsen überflüssig zu machen.


Erster Eingriff linkes Auge: Iris-Clip-Linse

Mein Augenarzt, untenahm diverse Voruntersuchungen. Zusätzlich erfolgte eine OP-Untersuchung durch meinen Hausarzt, was mehr oder weniger eine Routinesache war.

Ausführlich erfolgte die Beratung durch die Anästhesistin, Fr. Dr. Rachaniotis. Ohne jede Hektik wurden mir die verschiedenen Möglichkeiten der Operationsnarkose beschrieben. Die Verwendung neuester Anästesie-Methoden wie z.B. der Einsatz von Akupunktur zur Verringerung der Betäubungsmitteldosis, haben mich sehr beeindruckt.
Nachdem alle Voruntersuchungen durchgeführt waren, fand der erste Eingriff am 18. November 1998 statt. Operiert wurde im ambulanten Operationszentrum der Drs. Rachaniotis (Fachärzte für Anästhesie) in Augsburg.

Ich mußte mich um 14 Uhr dort einfinden. In einer kleinen Kabine wurden die OP-Vorbereitungen getroffen. Ich lag auf einer bequemen Liege. Mir wurde eine Kanüle am Arm gesetzt. Ich bin eingeschlafen, bevor ich aus der Kabine in den OP-Raum gerollt wurde.

Die Operation dauerte ca. 30 Minuten. Ich habe davon nichts mitbekommen und bin in der Kabine wieder aufgewacht. Das linke Auge trug eine Augenbinde. Um 18 Uhr wurde ich von meiner Freundin abgeholt.

Bei der ersten Operation wurde eine Iris-Clip-Linse eingesetzt. Es handelt sich um ein holländisches Fabrikat mit einem im letzten Jahr entwickelten Design. Dieser Linsentyp wurde erstmals in Bayern eingesetzt (!).

Die Linse wurde durch einen kleinen Einschnitt in das Auge eingeführt. Die Technik entspricht ungefähr der Operation des grauen Stars - nur verbleibt die natürliche Linse im Auge.

Am nächsten Morgen wurde in der Praxis meines Augenarztes, eine Nachuntersuchung vorgenommen. Nachdem die Augenbinde entfernt worden war, konnte ich direkt "sehen". Zu meiner Überaschung konnte ich auch entferntere Dinge lesen. Es stellte sich heraus, daß die Operation sehr positiv verlaufen war. Meine Fehlsichtigkeit konnte von ca. 24 Dioptrin auf 0,5 Dioptrin (!) reduziert werden. Zusätzlich wurde durch die Art und Länge des Schnitts die Hornhautverkrümmung um zwei Drittel reduziert.
Ich konnte direkt nach der Untersuchung wieder meine Arbeit aufnehmen. Für das linke Auge konnte ich nun auf eine Sehhilfe verzichten, im rechten Auge trug ich noch meine Kontaktlinse.


Zweiter Eingriff rechtes Auge: ICL (intraokulare Kontaktlinse = implantierte Kontaktlinse)

Für das rechte Auge entschied sich mein Augenarzt für einen ganz neuartigen Linsentyp: eine ICL-Linse des amerikanischen Herstellers "Staar". Die notwendige Operation fand am 2. Dezember 1998 wieder im gleichen ambulanten Operationszentrum in Augsburg statt. Diesesmal wurde der Eingriff durch meinen Augenarzt in Zusammenarbeit mit einem Kollegen, durchgeführt.

Diese Operation verlief ähnlich erfolgreich. Hier stellt sich bei der am nächsten Tag stattfindenden Nachuntersuchung heraus, daß die Sehschwäche von ca. 19 Dioptrin auf 5 Dioptrin reduziert werden konnte.


Eine neue Brille mußte her

Um die verbliebenen Sehschwächen von links 0,5 und rechts 5 Dioptrin auszugleichen, ließ ich eine neue Brille anfertigen. Aufgrund des großen Unterschiedes zwischen linkem und rechtem Auge sowie der weiterhin vorhandenen starken Hornhautverkrümmung des rechten Auges war das Sehergebnis mit Brille allerdings nicht befriedigend.


Dritter Eingriff rechtes Auge: Excimer-Laser

Um die Fehlsichtigkeit sowie die immer noch starke Hornhautverkrümmung des rechten Auges zu behandeln, unterzog ich mich am 16. März 1999 einer Laser-Behandlung. Sie wurde im Augsburger Laserzentrum durch meinen Augenarzt, durchgeführt.

Ich erschien im Laserzentrum um 18 Uhr. Nach 20-minütiger Wartezeit wurde mir das rechte Auge "getropft". Wenig später durfte ich mich im Behandlungsraum auf eine Liege legen. Mein linkes Auge erhielt einen Schutzverband.

Dann begann die Behandlung am rechten Auge. Es wurde eine Klammer angesetzt, um meine Augenlider auseinanderzuhalten. Eine Apparatur schob sich über meinen Kopf. Ich mußte nach oben schauen auf farbige Punkte. Dann wurde das Auge gespült. Es war schon etwas aufregend, da man ja alles bei vollem Bewußtsein mitbekam - aber die Aufregung sollte sich als ziemlich überflüssig herausstellen.

Das eigentliche Lasern war ziemlich harmlos. Ich konnte kleine weiße Punkte sehen - vielleicht 20 Sekunden lang. Ich hatte dabei keinerlei Schmerzen. Es roch ein bischen nach verbranntem Haar oder Nagel. Dann war schon alles vorbei. Meine Aufregung war ziemlich umsonst. Mein rechtes Auge erhielt einen Verband. Der Schutzverband für das linke Auge wurde wieder entfernt. Ich konnte um 19 Uhr bereits das Laserzentrum verlassen.

Am nächsten Tag morgens entfernte ich die Augenbinde. Ich konnte nun mit dem rechten Auge fast noch besser sehen wie mit dem linken Auge. Ich hatte keinerlei Nebenwirkungen. Ich konnte einfach nur gut sehen. Der Eingriff war optimal verlaufen - dies bestätigte auch eine Nachuntersuchung am 18. März 1999.


Ab 19. März 1999: weder Brille noch Kontaktlinse

Ich trage seid der Laser-Operation weder Kontaktlinsen noch eine Brille. Ich arbeite viel am Computer - ohne Probleme. Die Augen trocknen nicht mehr aus, meine Bindehautentzündungen sind zurückgegangen.


Nachuntersuchung am 15. Juli 1999

Die Nachuntersuchung kurz vor dem Sommerurlaub ergab, daß die beiden implantierten Linsen hervorragend sitzen.


Nachuntersuchung am 17. Februar 2000

Auch bei dieser Nachuntersuchung stellte mein Augenarzt fest, daß die Linsen weiterhin optimal positioniert sind.

Interessierte können natürlich auch mit mir persönlich Kontakt aufnehmen.

Kontakt

Frank T. Schneider
Am Saulefeld 12 a, 86477 Adelsried

Tel. (08294) 80 42 68
oder (0177) 8 23 55 76

Patientenbericht von Frank T. Schneider, Stand:24.04.2001

Anmerkung: Die Namen der beteiligten Ärzte sind der Redaktion bekannt.
lezter Update: 19.06.2001

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