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Uveitis - ein Krankheitsbild in Kürze

Uveitis - Ein Krankheitsbild in Kürze


Etwa 15000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Uveitis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Uvea, der mittleren Augenhaut. Diese ist im vorderen Bereich als Regenbogenhaut sichtbar, nach hinten hin schließen sich der sogenannte Ziliarkörper und die Aderhaut an. Letztere verläuft im hinteren Augenbereich zwischen der äußeren Lederhaut und der Netzhaut des Auges.

Medizinisch wird zwischen einer Vielzahl verschiedener Formen der Uveitis unterschieden, die alle zu beschreiben viele Seiten füllen würde. Neben der akuten Form, die meist folgenlos abheilt, ist es die chronische Form (Entzündungsdauer länger als drei Monate), die in der Regel eine Reihe von Komplikationen mit sich bringt. In besonders schweren Fällen kann es zu Blindheit bzw. zum Verlust des betroffenen Auges kommen.

Je nachdem, welcher Bereich der Uvea von der Entzündung betroffen ist, spricht man von Iritis (Entzündung der Regenbogenhaut), Zyklitis (Entzündung des Ziliarkörpers), Chorioiditis (Entzündung der Aderhaut), Chorioretinitis (Entzündung der Ader- und Netzhaut), Vaskulitis (Entzündung der Gefäße) und Papillitis (Entzündung des Sehnervenkopfes). Sind als vordere Augenabschnitte Iris und Ziliarkörper gemeinsam erkrankt, bezeichnet der Mediziner dies als Uveitis anterior. Ist die Entzündung im hinteren Augenbereich lokalisiert, lautet die Bezeichnung Uveitis posterior, und für den Bereich dazwischen heißt der Fachausdruck Uveitis intermediär.

Während einerseits eine Uveitis durch äußere Erreger (Viren, Bakterien, Pilze etc.) verursacht werden kann oder als Begleiterkrankung zum Beispiel bei Rheuma vorliegt, kann andererseits in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle die Ursache nicht klar ausgemacht werden. Die Therapie beschränkt sich dann auf die Bekämpfung der Symptome, wobei auch Operative Maßnahmen notwendig werden können. Immer wiederkehrende Entzündungsschübe kennzeichnen das Krankheitsbild.

Neben Schmerzen im Auge erleiden die Patienten im Verlaufe der Krankheit vor allem einen Verlust ihrer Sehkraft. Dies ist einmal bedingt durch Ausschwemmungen von Eiweiß oder Entzündungszellen, die im Kammerwasser und im Glaskörper Eintrübungen verursachen. Zum anderen können die Entzündungsvorgänge auch auf die Netzhaut übergreifen. Dabei kann es beispielsweise zu einer Flüssigkeitsansammlung im Breich der Stelle des schärfsten Sehens kommen (Makulaödem) oder gar zu einer Ablösung der Netzhaut. Gravierender Sehverlust oder gar Blindheit können die Folge sein. Sind Iris und Ziliarkörper gleichzeitig von der Entzündung betroffen, kann es zu Verklebungen zwischen Regenbogenhaut und Augenlinse kommen. Die Pupille ist dann entrundet (z.B. Kleeblattpupille). Grauer Star (Eintrübung der Augenline) und Grüner Star (erhöhter Augeninnendruck mit Schädigung des Sehnerves) können die Folge sein.

Neben anderen entzündungshemmenden Medikamenten wird die chronische Uveitis hauptsächlich mit Cortison in Form von Augentropfen oder Tabletten therapiert. Wegen der gefürchteten Nebenwirkungen (wiederum Grüner und Grauer Star) beschränkt man hochdosierte Cortisongaben auf die akuten Entzündungsschübe der Erkrankung. Diese treten bei den Patienten in unregelmäßigen Abständen (Wochen bis Monate) auf und müssen dann schnell und konsequent behandelt werden. Neuere und vielversprechende Therapieformen setzen auf die offenbar das Immunsystem stärkende Wirkung von UVA-1-Strahlung des Lichtes. Als "Klimatherapie" nutzt man deren besonders intensives Vorkommen beispielsweise am Toten Meer in Israel aus. Eine neue Studie belegt, daß auch die Ganzkörperbestrahlung mit künstlichem UVA-1-Licht ("Lichttherapie") auf einer speziellen Lichtbank ihre positive Wirkung nicht verfehlt. 

Querschnitt des menschlichen Auges

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