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Gärten für Sehbehinderte und Blinde

Blumen und Sträucher sind nicht nur eine "Augenweide"-wir können sie mit all unseren Sinnen erfahren. Man braucht also keine Augen, um einen Garten zu genießen. Das beweisen die Blindengärten. Hier können Sehbehinderte ohne fremde Hilfe auf Entdeckungsreise gehen und die Natur ertasten und erriechen.
Das Ziel dieser Gärten ist es, möglichst viele sehbehinderte Menschen in die Gärten zu holen, um ihnen die Natur nahe zu bringen.

Der "Duft- Tast- und Aromagarten" der Fachhochschule Weihenstephan wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Blindenbund entwickelt. Bereits am Eingang zum Blindengarten werden Informationen in Blindenschrift zum Garten gegeben und über einen ertastbaren Reliefplan die Strukturen des Gartens vorgestellt.

"Begreifen" lassen sich auch die Namen der jeweiligen Gewächse - die Pflanzen sind an der Beetkrone mit einem Etikett versehen, auf dem in Brailleschrift und erhabener Blockschrift der deutsche Name der Pflanze steht.
Hier können blinde Menschen leicht Namen wie Vanilleblume, Lorbeer oder Anissalbei entziffern.


Ein Erlebnis für die Nase

Wichtig beim Anlegen solcher Gärten ist es, alle Bereiche selbst erwandern zu können. Auf allzu unwegsames Gelände wurde demnach verzichtet, die Pflanzen sind gut erreichbar. Besonders geeignet für Blindengärten sind riechende Pflanzen. Der Duft von Orangenminze und Thymian sind unverkennbar. Aber auch die Blüten vieler Sträucher und Bäume haben einen besonderen Duft, etwa die des Schmetterlingsstrauchs oder der Balsampappel.


Der Gegensatz macht den Reiz

Nicht immer müssen es nur lieblich duftende Pflanzen sein: Auch scharfe, herbe und sogar "Stinker" gehören zu einem richtigen Gartenerlebnis: Im Bad Wörishofener Aromagarten, der an die Pflanzengalerie für Blinde grenzt, gibt es einen eigenen Bereich mit dem nach Knoblauch riechenden Bärlauch, Koriander, der nach Wanzen stinkt und der Tigerglocke, die an Aasgeruch erinnert.

Über Abwechslung freuen sich auch die tastenden Hände: Wieder macht der Gegensatz den Reiz - hier der samtige Salbei, dort das fedrige Heiligenkraut und die borstige Duftpelargonie. Aromagärten sind häufig an die botanischen Gärten der Universitäten angeschlossen.

Hier eine kleine Auflistung der wichtigsten Gärten für Blinde und Sehbehinderte:

  • Bremer Blindengarten, Bremen,
  • St. Magnus Duft-, Tast- und Aromagarten für Blinde und Sehbehinderte der FH Weihenstephan
  • Blindengarten des "Schul-Umwelt-Zentrums" Berlin Mitte
  • "Der Duftende Garten - Botanischer Blindengarten Storchennest", Radeberg
  • Blindengarten Heidelberg
  • Aromagarten, Bad Wörishofen
     


Andreas Schaufler, Schweizer GmbH
Hans-Böckler-Straße 7, 91301 Forchheim
Email:a.Schaufler@schweizer-optik.de 

Bezugsquellennachweis: LowVision Ausgabe März 2004 www.lowvision-stiftung.de

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