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Die Orhtoptistin

Die Orthoptistin


Bindeglied im Arbeitsfeld LowVision

Der Beruf der Orthoptistin/des Orthoptisten gehört zur Gruppe der medizinischen Fachberufe im Gesundheitswesen und ist bundesweit staatlich anerkannt und geschützt. Orthoptisten arbeiten in orthoptischen Einrichtungen an Universitäts-Augenkliniken, allgemeinen Krankenhäusern, neurologischen Kliniken und bei niedergelassenen Augenärtzen sowie in Frühförderstellen, Rehabilitationseinrichtungen und Einrichtungen für Sehbehinderte und Blinde.

Zu ihrer Hauptaufgabe gehört die Prävention, Diagnostik und Therapie von Störungen des Einzelauges (Pleoptik) und von Störungen im Zusammenwirken beider Augen (Orthoptik), hervorgerufen durch Schielerkrankungen, Sehschwächen aller Art, Fehlsichtigkeiten, Augenbewegungsstörungen und Augenzittern.
Zusätzliche Tätigkeitsfelder bzw. Spezialisierungen sind die Arbeit mit sehbehinderten Patienten aller Altersgruppen (LowVision) sowie die orthoptische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsauffälligkeiten. 

Früherkennung einer Sehbehinderung

Von den ca. 750.000 Neugeborenen pro Jahr in Deutschland sind alleine mehr als 40.000 Kinder nur wegen Schielen und Sehschwächen behandlungsbedürftig. Bei nur 25 Prozent wird dies frühzeitig in den ersten zwei Lebensjahren erkannt. Eine reduzierte Sehschärfe ist zwar meistens aber keinesfalls immer ein "Brillenproblem". Nur der Augenarzt kann hier die richtige Diagnose stellen.

Orthoptische Diagnostik

Bereits im Säuglingsalter kann die Orthoptistin mit verschiedenen nonverbalen Sehtests die ein-und beidäugige Sehfunktion (Visusäquivalent) ermitteln und eine Sehbehinderung bzw. Sehauffälligkeit ausschließen oder bestätigen. Für jede Altersgruppe stehen kindgerechte Testverfahren zur Verfügung. Die Untersuchung der Zusammenarbeit beider Augen gehört zur routinemäßigen Diagnostik. Erst ein anstrengungsfreies Sehen mit beiden Augen schafft die Voraussetzung für eine optimale Bildaufnahme- und verarbeitung im Gehirn.


Fachübergreifende Zusammenarbeit

Mit steigender Lebenserwartung nehmen sowohl die altersbedingten degenerativern Augenerkrankunen als auch die neurologischen Erkrankungen zu. Der Verlust der zentralen Sehschärfe und Gesichtsfeldeinschränkungen beeinträchtigen das Sehen. Eine rechtzeitige Diagnostik, ausführliche Aufklärung und Einleitung entsprechender Rehabilitationsmaßnahmen unterstützen den Erhalt der Selbständigkeit, z.B. Zeitung lesen, Haushaltsführung, Einkaufen usw.

Bundesweit besteht noch kein flächendeckendes Beratungs- und Betreuungsnetzwerk für Menschen mit einer Sehschädigung. Für die Eileitung und Durchführung geeigneter Maßnahmen bedarf es der Kooperation und Zusammenarbeit mit AugenärztenInnen, AugenoptikernInnen, OrthoptistenInnen, RehabilitationslehrerInnen, Institutionen für Blinde und Sehbehinderte,Selbsthilfegruppen, Kostenträgern und der Industrie. 


Dagmar Verlohr, Orthoptistin
Manteuffelstraße 49, 22587 Hamburg
Email:vorsitzende@orthoptistinnen.de 

Bezugsquellennachweis: LowVision Ausgabe März 2004 www.lowvision-stiftung.de

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