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Die Augen - Fenster zur Außenwelt

Die Augen - Fenster zur Außenwelt 

Die Augen sind unser Fenster zur Außenwelt. Wir sehen hin, um uns zu orientieren, um Schönes oder Gefährliches wahrzunehmen, um uns ein Bild von der Welt zu machen. Die Augen gelten auch als Spiegel der Seele, sie können lachen, weinen, freundlich oder böse sein.
 
Über 90% aller Sinneseindrücke nimmt der Mensch mit Hilfe seiner Augen auf. Ob es die Farbenpracht einer bunten Sommerwiese, die schnelle Bildschirmgrafik eines Computerspiels oder das warnende Licht einer Blinkanlage ist - all diese Eindrücke werden über die Augen an das Gehirn zur Weiterverarbeitung geleitet. Das heißt: Wer nicht richtig sieht, der verpasst was. Doch bei mehr als der Hälfte aller Menschen in Deutschland ist die Sehkraft geschwächt. Brillen oder Kontaktlinsen könner hier in den meisten Fällen helfen. Sie müssen aber genau auf die Sehleistung jedes Einzelnen abgestimmt sein.

Stellt der Augenarzt eine Fehlsichtigkeit fest, so steht der Patient vor der Qual der Wahl. Denn eine Vielzahl verschiedener Brillengläser und weicher oder harter Kontaktlinsen werden angeboten, die helfen sollen, die Sehschwäche auszugleichen. Tipps zur Auswahl und Umgang mit Sehhilfen:

Brillen - modische Accessoires für den vollen Durchblick

Immer weniger Menschen betrachten Brillen in erster Linie als medizinische Hilfsmittel. Wurde früher über "Brillenschlangen" gespottet, braucht sich heute wegen einer Brille auf der Nase keiner mehr zu schämen. Durch attraktive Gestelle in vielen Formen und Farben sind Brillen heute zu einem Modeschmuckstück geworden.

Kaum ein anderer Gegenstand prägt und beeinflusst so sehr unser Aussehen. Viele suchen daher ihre Brille vor allem nach ästetischen Aspekten aus. Die Sehhilfe wird zum Schmuckstück, das schön und kleidsam sein soll. Es ist zwar schön, dass man sich mit Brillen sehen lassen kann - wichtiger ist aber, dass man mit ihnen auch wirklich gut sieht.

Brillen sollen als optische Geräte Fehlsichtigkeiten ausgleichen, indem sie Sehfehler korrigieren. Je nach Art der Sehstörung müssen die Gläser einen entsprechenden Schliff und eine bestimmte Stärke aufweisen, die der Augenarzt anhand einiger Untersuchungen ermittelt. Generell gilt: Wer in die Ferne schlecht sieht (Kurzsichtigkeit) benötigt so genannte "konvexe", d. h. verkleinernde Brillengläser. Weitsichtige, die einen scharften Blick für Fernes haben, in der Nähe aber unscharf sehen, sind auf sogenannte "konkave" und damit vergrößernde Brillengläser angewiesen.

Bei der Wahl der Gläser können Sie sich zwischen Glas und Kunststoff entscheiden. Beide Materialien haben Vor- und Nachteile. Glas ist unempfindlich, aber schwerer; Kunststoffgläser zerkratzen schneller, sind aber leichter. Beide Materialien können entspiegelt werden. Dies hat den Vorteil, das Lichtreflexe, z. B. beim Autofahren in der Dunkelheit, deutlich vermindert werden. Zudem wird eine bessere Wahrnehmung bei Dämmerung erreicht.

Brillen für Kinder sollten so klein wie möchlich sein, ohne jedoch das Gesichtsfeld einzuschränken. Die Sehhilfen sollten seitlich den Rand der Augenhöhle nicht überragen. Außerdem sollten Kinderbrillen stets Kunststoffgläser haben. Das hat einen ganz praktischen Grund: Das Hauptrisiko beim Glas ist die mangelnde Bruchsicherheit - und Kinder sollten nicht aufs Spielen und Herumtoben verzichten, nur weil sie eine Brille tragen.

Um bestimmte Sehstörungen korrigieren zu können, z. B. die Altersweitsichtigkeit, werden besondere Gläser benötigt, die sowohl die Nah- als auch die Fernsicht verbessern. Hier gibt es zwei Ausführungen: Die so genannten "Bifokalgläser", bei denen die Gläser so geteilt sind, dass sie oben eine andere optische Wirkung als unten entfalten. So kann man durch den oberen Teil der Brille gut in die Ferne sehen, während man z.B. beim Lesen durch den unteren Teil blickt. Alternativ kann man "Gleitsichtgläser" benutzen, die einen stufenlosen Übergang zwischen Nah- und Fernsicht ermöglichen. Allerdings: An beide Brillentypen müssen sich die Augen erst einmal gewöhnen, deshalb dauert es eine gewisse Zeit, bis man die Vorteile und auch die Nachteile erkennt.

Kontaktlinsen - der Vorteil liegt im Auge des Betrachters

Trotz der neu entdeckten Freude am Brilletragen ist ein Trend zu Kontaktlinsen unverkennbar. Weltweit tragen heute rund 77 Millionen Menschen Kontaktlinsen. In Deutschland vertrauen allerdings nur weit unter 10% derer, die auf eine Sehhilfe angewiesen sind, auf die kleinen hauchdünnen Kunstlinsen, und zwar vor allem junge Leute. Wenn es nur um gutes Sehen geht, gibt es für die offensichtliche Skepsis gegen Kontaktlinsen keinen Grund: Die hauchdünnen, nahezu unsichtbaren Linsen gibt es heute in vielen Ausführungen - weich oder hart, bifokal oder getönt -, sodass beinahe für jeden Bedarf und jede Sehstörung die passende Kontaktlinse gefunden werden kann.

Die Vorteile der Kontaktlinsen: Anders als Brillen schränken sie das Gesichtsfeld nicht ein, zerkratzen nicht so schnell wie Brillengläser, stören auch bei der Arbeit und beim Sport selten, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, und sie verrutschen und beschlagen nicht. Besonders eignen sich Kontaktlinsen für Menschen mit hohen Fehlsichtigkeiten, die deshalb besonders starke und somit meist dicke Brillengläser tragen müssten. Für diejenigen, die nicht möchten, dass andere die Sehschwäche bemerken, sind Kontaktlinsen eine willkommene Lösung. Schließlich: Auch die ständige Suche nach der Sehhilfe hat mit Kontaktlinsen eine Ende, denn sie bleiben den ganzen Tag an Ort und Stelle - nämlich im Auge.

Kontaktlinsen haben aber auch Nachteile: Sie sind gewöhnungsbedürftig und werden immer ein Fremdkörper im Auge bleiben. Deshalb sind Augenreizungen recht häufig festzustellen. Menschen, deren Augen zu wenig Tränenflüssigkeit produzieren, sollten deshalb generell auf Kontaktlinsen verzichten.

Ganz wichtig: Wer sich für Kontaktlinsen entschieden und diese vom Arzt angepasst bekommen hat, muss bestimmte Pflegeanleitungen beachten. So ist es äußerst wichtig, dass die Kontaktlinsen regelmäßig mit speziellen Reinigungsmitteln behandelt werden. Auch beim Einsetzen der Linsen in die Augen ist besondere Vorsicht geboten. So muss besonders darauf geachtet werden, dass sich keine Staub- oder andere Partikel zwischen Auge und Linse befinden, da solch eine mechanische Reizung Rötungen der Augen bedingen kann und sich im schlimmsten Fall Krankheitskeime entwickeln, die zu Entzündungen führen können.

Harte oder weiche Linsen?

Harte Kontaklinsen werden der Hornhaut genau angepasst, damit keine Schmerzen oder Verletzungen der Augen ausgelöst werden. Sie sind robuster und damit haltbarer als weiche Linsen und sind auch viel leichter zu pflegen. Harte Linsen sind jedoch besonders zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig, da sie ein starkes Fremdkörpergefühl im Auge auslösen.

Weiche Kontaktlinsen bestehen aus sehr weichem, gelartigem Material und passen sich deshalb den Konturen der Hornhaut genau an und sind daher schon nach kurzer Zeit sehr angenehm zu tragen. Die Nachteile der weichen Linsen: Das weiche Material wird schnell durchlässig, sodass sich Absonderungen der Augen und von Reinigungsmitteln in die Linsen einlagern und als Folge Infektionen auftreten können. Gerade weiche Linsen müssen deshalb äußerst sorgfältig und gewissenhaft gereinigt und gepflegt werden, damit Augen und Linsen keinen Schaden nehmen. Ein weiterer Nachteil: Produziert das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit, so verändern weiche Linsen ihre Form und saugen sich an der Augenoberfläche fest, was zu Komplikationen führen kann.

Generell gilt: Wer Kontaktlinsen trägt, sollte sich ein- bis zweimal pro Jahr vom Augenarzt untersuchen lassen.

Die Pflege der Linsen ist das A und O

Hat man sich zu Kontaktlinsen entschlossen, sind die meisten Probleme, die beim Tragen auftreten, auf unsachgemäße Pflege oder mangelnde Hygiene zurückzufürhen. Weil Kontaktlinsen aus den verschiedensten Substanzen bestehen, muss das jeweilige Pflegesystem sehr sorgfältig auf die Eigenschaften des Materials und der Augen des Trägers abgestimmt sein. Wer hier experimentiert, riskiert nicht nur, dass die Kontaktlinsen Schaden nehmen, sondern außerdem Unverträglichkeitensreaktionen im Auge und Allergien. "Nachsichtigkeiten" können zu schweren Augenkrankheiten und bleibenden Schäden führen.

Kontaklinsen brauchen spezielle Pflege. Es ist deshalb wichtig, sich beim Optiker genau zu informieren, mit welchen Mitteln und Techniken die jeweiligen Linsen gereinigt werden müssen. Dabei geht es nicht nur um die oberflächliche Reinigung z. B. von Kosmetikrückständen und Fetten, wie es auch bei Brillen üblich ist. Vor allem müssen die Linsen desinfiziert werden, um Krankheitserreger unschädlich zu machen uns so Entzündungen des Auges vorzubeugen.

Die Desinfektion ist besonders wichtig und sollte täglich mit großer Sorgfalt durchgeführt werden. Einmal wöchentlich sollte der Träger von luftdurchlässigen Linsen zudem eine "Proteinentfernung" vornehmen, um durch die Entfernung dieser körpereigenen Stoffe die Atmungsfähigkeit und den Tragekomfort der Linse zu gewährleisten. Schließlich: Die Reinigung der Linsen nutzt wenig, wenn der Kontaktlinsenbehälter verschmutzt ist; deshalb muss auch dieser regelmäßig gereinigt und gelegentlich erneuert werden, damit er sich nicht zu einer Brutstätte für Bakterien entwickelt.

Kostenübernahme durch die BKK

Die BKK übernimmt alle Kosten, die im Rahmen einer medizinisch notwendigen Behandlung beim Augenarzt entstehen sowie die Kosten für die notwendigen Brillengläser, unter bestimmten Bedingungen auch für Kontaktlinsen. Für Brillengestelle und Sonnenbrillen ist es der BKK gesetzlich verboten, die Kosten zu tragen.

Auf einen Blick

Das darf die BKK u. a. zahlen:

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Brillengläser nach aktuellen rechtlichen Vorgaben

Kunststoffgläser, z.B. für Kinder im Vorschulalter und Menschen, die hohe Gläserstärken benötigen

Lichtschutzgläser bei bestimmten Augenkrankheiten

Sportbrillen für Kinder und Jugendliche für den Schulsport

Kontaktlinsen, z.B. bei hohen oder unterschiedlichen Brechwerten und medizinischer Notwendigkeit

Bifokalgläser (Zweistärkengläser), anstatt je einer Nah- und Fernbrille

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Das darf die BKK laut Gesetz nicht zahlen:

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Brillenfassungen

Zweitbrillen

Schutzbrillen, z.B. zur Unfallverhütung am Arbeitsplatz oder an Bildschirmarbeitsplätzen

Entspiegelung und Härtung von Gläsern

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Tipp:
Da es bei Sehilfen immer Sonderfälle gibt, sollten Sie generell bei der BKK nachfragen, welche Kosten sie übernimmt und welche nicht. 

Quellennachweis: © Copyright 2000 BKK Bundesverband, AGIS-Verlag

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