Medizinische Fachbegriffe

Erklärung einiger medizinischer Fachausdrücke, die mitunter in den verschiedenen Texten vorkommen können und in der Regel auch dort ausführlich und anschaulich erklärt werden. Diese Begriffe können und sollen niemals ein ausführliches Nachschlagewerk ersetzen, sondern sollen nur ein kleines Hifsmittel sein, um sich gelegentlich über vorkommende Fachausdrücke informieren zu können.

Nerv (Nervus)

Bündel von Nervenfasern, die von Markscheiden umgeben sind und bindegewebigen Hüllen. Die Fasern leiten entweder in Richtung des Gehirns (afferent, she.) zur Wahrnehmung sensibler Reize von Haut, Gelenken, Muskeln und inneren Organen oder in Richtung Peripherie (efferent, she.) um z.B. eine Muskel- oder Organkontraktion herbeizuführen.

Nervensystem

Gesamtheit der nervösen Strukturen. Gehirn, Rückenmark als Zentralnervensystem. Nervenwurzeln, Nervengeflechte, Nervenstränge als peripherisches Nervensystem. Sympathikus, Parasympathikus als vegetatives (autonomes) Nervensystem. Nervenwurzel:
Der Ursprung eines Nervs im Rückenmark. Enthält motorische, sensible und teilweise vegetative Fasern. Mehrere Nervenwurzeln bilden die Nervengeflechte (Plexus), aus denen sich die einzelnen peripheren Nerven differenzieren.

Neuralgie

Nervenschmerz. Oft heftige, anfallsweise auftretende Schmerzzustände im Ausbreitungs-(Versorgungs-)gebiet eines sensiblen Nervs. Schmerz kann wellenförmig oder attackenmäßig oder für dauernd auftreten, wird als stechend, bohrend, reißend, brennend empfunden, bleibt meist auf ein umschriebenes Gebiet begrenzt (she. Trigeminusneuralgie).

Neuraltherapie

Beeinflussung des Krankheitsgeschehens durch lokal schmerzstillende Injektionen (auch durch Bindegewebsmassage, Reizpflaster). Meist nur von vorübergehendem Erfolg.

Neurasthenie

"Nervenschwäche"; seelischer Zustand, der gekennzeichnet ist durch abnorme geistige Ermüdbarkeit, herabgesetzte Belastbarkeit und Vitalität, reizbare Verstimmung, rasche Entmutigung, mangelndes Durchhaltevermögen, Verstimmbarkeit und seelische Labilität. Ursachen: oft angeboren, in der Rekonvaleszenz, nach erschöpfenden organischen Krankheiten. Zustand beruht nicht auf nachweisbaren organischen Schädigungen des Gehirns.

Neuritis

Entzündung der Nerven bei ungünstigem Verlauf, Markscheiden und Achsenzylinder zerstörend; kann zu Lähmungen mit Muskelverschmächtigung, Sensibilitäts- und vegetativen Störungen führen.

Neuritis nervi optici

Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.

Neurotransmitter

Vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.

Nystagmus

Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer Nystagmus: Aufttreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört. Pendel-Nystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren. Rucknystagmus: Bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.