Früherkennung und Diagnostik der AMD

Früherkennung und Diagnostik der altersbedingten Makuladegeneration

Sollte bei Ihnen der Verdacht auf AMD bestehen, wird Ihr Augenarzt den Augenhintergrund auf Blutungen, Flüssigkeitsansammlungen und typische Ablagerungen (Drusen) untersuchen und gegebenenfalls eine Untersuchung mit einem Kontrastmittel (Fluoreszeinangiographie) anschließen, mit der man krankhafte Gefäße besser erkennbar machen kann

Behandlungsmöglichkeiten bei AMD

Sollte der Arzt bei Ihnen eine AMD feststellen, wird er gemeinsam mit Ihnen besprechen, welche Behandlung für Sie in Frage kommt. Bislang gibt es nur für die feuchte Form der AMD wirksamee Behandlungsmöglichkeiten. Ausschlaggebend sind auch Lage und Ausprägung der schädigenden Blutgefäße.

  • Laserkoagulation:
    Konventionelle, bis vor kurzem einzige wissenschaftlich gesicherte Behandlungsmethode. Mit einem heißen Laserstrahl werden die schädigenden Blutgefäße verödet und so die weitere Erkrankung gebremst. Da immer auch gesundes Netzhaut-Gewebe zerstrört wird, kommt es in den meisten Fällen gleichzeitig zu einem weiteren Sehverlust. Die Laserkoagulation sollte deshalb nicht direkt im Zentrum der Netzhaut angewendet werden.
  •  
  • Netzhaut-Drehung:
    Die Netzhaut wird operativ abgehoben und gedreht, so dass Sinneszellen, die noch funktionsfähig sind, auf einen gesunden Untergrund verlegt werden. Da immer Doppelbilderr auftreten, muss zusätzlich auch eine Schieloperation durchgeführt werden.

  • Radiotherapie:
    Mittels ionisierender Strahlen soll das Wachstum krankhafter Gefäße gestoppt werden. Neue Studien haben aber bisher keinen Wirksamkeitsnachweis erbracht.

  • Medikamentöse Therapien:
    Die Gabe von Vitaminen und Spurenelementen soll der Entstehung der AMD entgegenwirken. Die Wirksamkeit beim Einsatz als Therapeutikum einer bereits bestehenden Erkrankung ist fraglich. Vorbeugend können Vitamine den allgemeinen Gesundheitsstatus durchaus verbessern.

  • Alternativ-Therapien:
    Akupunktur, Sauerstoff-Therapie oder gar Spritzen hinter das Auge sollten kritisch hinterfragt werden. Besonders, wenn durch eine Methode Heilung versprochen wird, ist Vorsicht geboten.

Behandlungsmethode mit der Photodynamischen Therapie mit Verteporfin

Die Photodynamische Therapie (PDT) wird bei Patienten mit der sogenannten vorwiegend klassischen feuchten Makuladegeneration eingesetzt, wenn die krankhaften Gefäße direkt unterhalb des Makulazentrums liegen (subfoveale Lage).

Das Prinzip der Behandlung besteht darin, die Gefäßwucherungen gezielt zu verschließen, ohne gesundes Gewebe zu zerstören. Bei der Photodynamischen Therapie wird zunächst der lichtempfindliche Farbstoff Verteprofin in die Armvene injiziert. Der Farbstoff reichert sich bevorzugt in den Gefäßneubildungen an. Genau 15 Minuten nach Beginn der Infusion wird die betroffene Stelle der Netzhaut für 83 Sekunden mit einem aud den Farbstoff abestimmten nicht-thermischen (kalten) Laser beleuchtet. Durch den Lichteinfluss wird die Bildung kurzlebiger Sauerstoffradikale angeregt, die über verschiedene biochemische Raktionen die krankhaften Gefäße gezielt verschließen. Angrenzende gesunde Areale bleiben auch bei möglicherweise notwendigen Folgebehandlungen verschont.

Die Photodynamische Therapie kann ambulant durchgeführt werden. Allerdings verbleibt der lichtempfindliche Farbstoff Verteporfin nach der Behandlung noch einige Zeit im Körper. Nach etwa 48 Stunden ist er vollständig wieder ausgeschieden.Während dieser Zeit ist ein sicherer Schutz vor starkem Lichteinfall erforderlich. Die Augen werden mit einer speziellen Lichtschutzbrille geschützt. Da sich der Farbstoff im Körper verteilt, sollte auch die gesamte Haut bedeckt sein, z.B. durch das Tragen langärmliger Kleidung. Nach der Behandlung trägt man darüber hinaus ein beschriftetes Armband, das im Falle eines Unfalls den behandelnden Arzt über die erfolgte Therapie informiert.

Die Photodynamische Therapie wird in den meisten Fällen sehr gut vertragen. Nebenwirkungen treten nur in sehr seltenen Fällen auf. Meist sind dies dann unerwünschte Reaktionen an der Injektionsstelle oder eine vorübergehende Verstärkung der Sehstörungen kurz nach der Behandlung. Auch kann es zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen der Haut kommen, wenn der Lichtschutz in den 48 Stunden nach der Behandlung nicht eingehalten wird. Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen oder schweren Herzerkrankungen ist die Behandlung mit dem Farbstoff sorgfältig abzuwägen. Nicht angewendet werden darf dieses Medikament bei Überempfindlichkeit gegen Porphyrin oder beim Vorliegen der Stoffwechselkrankheit Porphyrie. In Zweifelsfällen ist eine vorherige Untersuchung durch den Hausarzt nötig

Erfahrungen eines Patienten (75 Jahre):

"Die Behandlung beginnt mit der Injektion des Farbstoffes in die Armbeuge. Ich sitze in einem abgedunkelten Raum: So wie der Farbstoff im Auge mit dem Laser gezielt aktiviert wird, kann er auch, bevor er das Auge erreicht, durch helles Licht zu früh aktiviert werden. Dadurch wird er unwirksam. Von der Infusion spüre ich nichts. Ein kleiner Piekser von der Nadel, das ist alles. Auf alle sorgfältigen Nachfragen kann ich mit "nein" antworten: keine Übelkeit, kein Schwindel oder Herzklopfen... . Dann nur noch das Stillhalten, das Warten - weiter nichts. Ungewohnt ist höchstens das Aufsetzen des Kontaktglases direkt auf das Auge und das grelle Beobachtungslicht. Vom Laser selbst bemerke ich nur das rote Licht. Nach 83 Sekunden ist alles vorbei. Ein paar Minuten lang bin ich noch geblendet, aber unter der dunklen Brille, die mir sofort aufgesetzt wird, ist das nicht so schlimm."

Der Kommentar einer Expertin

Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth, Medizinische Universität Lübeck: "Als der Patient zu uns kam, hatte er auf dem linken Auge eine Sehminderung von 50 Prozent. Nicht zuletzt wegen der starken Verzerrungen im zentralen Gesichtsfeld war ein geordnetes Lesen nicht mehr möglich. Die Spiegelung des Augenhintergrundes zeigte eine kleine Lasernarbe neben dem Netzhautzentrum und ein Ödem im angrenzenden Netzhautanteilder Makula sowie unter der Netzhaut gelegene Blutungsareale. Eine Gefäßdarstellung des betroffenen Auges machte die Vernarbungsstelle sowie eine aktive Gefäßneubildung im Makulabereich sichtbar - breits mit Durchtritt in die über der Pigmentschicht gelegenen Netzhautanteile.
Da es sich bei den neugebildeten Gefäßen um eine größtenteils klassische, also in der Gefäßdarstellung gut abgrenzbare Gefäßneubildung handelte, die unmittelbar unter der Netzhautmitte gelegen war (subfoveal), wurde eine Photodynamische Therapie durchgeführt.
In den Wochen nach der komplikationslosen Behandlung stieg das Sehvermögen auf dem behandelten Auge auf 60 Prozent an, die optische Verzerrung wurde geringer. Auch am Augenhintergrund zeigte sich bereits eine Rückgang des Ödems und keine weiteren Blutungsaustritte: Das Fortschreiten der Erkrankung konnte, wie die folgende Beobachtungszeit zeigte, wirkungsvoll aufgehalten werden."