Glaukom

Exzerpte aus Ophthalmology

Ausgabe Januar 2005

Exzerpt aus

Ventura LM, Porciatti V.
Restoration of Retinal Ganglion Cell Function in Early Glaucoma after Intraocular Pressure Reduction,
A Pilot Study,
Ophthalmology 2005; 112:20-27.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas

In einer interventionellen, retrospektiven Querschnittsstudie wurden Änderungen im Musterelektroretinogramm nach Senkung des Augeninnendrucks bei Glaukompatienten und einer nicht behandelten Kontrollgruppe untersucht. 49 Augen von 25 Patienten mit erhöhtem IOD oder Glaukom erhielten zur Drucksenkungen eine topische Medikation, 44 Augen von 22 Patienten mit erhöhtem IOD oder Glaukom erhielten keine Medikation. 9 Patienten ohne Befund (18 Augen) erhielten eine Tablette mit 250mg Acetazolamid, 17 Patienten ohne Befund (34 Augen) keine Medikation. Es konnte gezeigt werden, dass durch eine IOD-Senkung die Funktion der retinalen Ganglionzellen zumindest teilweise wiederhergestellt werden kann. Zugleich konnte die Studie die neurophysiologische Erklärung für die Ergebnisse verschiedener Studien geben, in denen nach einer Drucksenkung eine Verzögerung der Entwicklung oder Progression von Gesichtsfelddefekten bei erhöhtem IOD, frühem und fortgeschrittenem sowie Normaldruckglaukom beobachtet werden konnte.

Ausgabe Juli 2003

Exzerpt aus

Konstas AGP, Papapanos P, Tersis I, et al.
Twenty-four-hour Diurnal Curve Comparison of Commercially Available Latanoprost 0.005% versus the Timolol and Dorzolamide Fixed Combination,
Ophthalmology 2003; 110:1357-1360.

zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Vergleich der 24 Stunden-Tageskurven nach Verabreichung von handelsüblichem Latanoprost 0,005% versus Kombinationspräparat von Timolol und Dorzolamid

In einer maskierten Studie wurden Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie mit handelsüblichem Latanoprost 0,005% 1 x täglich abends und einem Kombinationspräparat von Timolol und Dorzolamid 2 x täglich bei 34 griechischen Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom oder erhöhtem IOD verglichen. Die Therapie erfolgte 2 Mal über 6 Wochen nach einem medikationsfreien Intervall von mindestens 3 Wochen, der IOD wurde jeweils 6 Mal über den Tag verteilt gemessen. Hinsichtlich der Sicherheit waren beide Gruppen vergleichbar. Bezüglich der Wirksamkeit war die Therapie mit Timolol / Dorzolamid 2 x täglich geringfügig, jedoch statistisch signifikant überlegen.

Ausgabe Mai 2003

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Carassa RG, Bettin P, Fiori M, Brancato R.
Viscocanalostomy versus Trabeculectomy in White Adults Affected by Open-angle Glaucoma,
A 2-year Randomized, Controlled Trial,
Ophthalmology 2003; 110:882-887.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Viskokanalostomie versus Trabekulektomie bei weißen Erwachsenen mit Offenwinkelglaukom, Randomisierte klinische Studie über 2 Jahre

In einer prospektiven, randomisierten Studie mit 50 Augen von 50 Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom oder Pseudoexfoliationsglaukom wurden die Sicherheit und Wirksamkeit der Viskokanalostomie (Gruppe 1) und der Trabekulektomie (Gruppe 2) verglichen. Dabei waren in Gruppe 1 weitere Interventionen zulässig, in Gruppe 2 dagegen subkonjunktivale 5-Fluoracil-Injektionen oder Fadendurchtrennung. 2 Jahre postoperativ lag der IOD bei 76% der Patienten in Gruppe 1 und 80% in Gruppe 2 unter 21mmHg sowie bei 56% in Gruppe 1 und 72% in Gruppe 2 unter 16mmHg. Einer etwas effektiveren Drucksenkung nach Trabekulektomie standen eine höhere Komplikationsrate, größere Beschwerden und ein intensiveres postoperatives Management gegenüber.

Ausgabe April 2003

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Chen PP.
Blindness in Patients with Treated Open-Angle Glaucoma,
Ophthalmology 2003; 110:726-733.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Erblindung von Patienten mit behandeltem Offenwinkelglaukom

In einer retrospektiven beobachtenden Fallserie mit 186 Patienten wurden Fälle einer Erblindung von Patienten mit behandeltem Offenwinkelglaukom sowie Risikofaktoren für eine Erblindung untersucht. Bei den untersuchten Patienten wurde ein Offenwinkelglaukom 1975 oder später diagnostiziert, und die Behandlungsdauer betrug mindestens 2 Jahre. Die mittlere Krankheitsdauer lag bei 10,2 ± 4,9 Jahren. Die Kaplan-Meier-Analyse ergab ein unilaterales Erblindungsrisiko von 14,6% sowie ein bilaterales Erblindungsrisiko von 6,4% nach 15 Jahren. In 39% der Fälle mit unilateraler Erblindung war bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ein Auge blind. Insgesamt wurden bei weißen Patienten weniger Erblindungen diagnostiziert. Als signifikante Risikofaktoren für eine Erblindung erwiesen sich erhebliche Gesichtsfeldverluste zum Zeitpunkt der Diagnosestellung sowie Abweichungen vom Therapieschema.

Ausgabe März 2003

Exzerpt aus

Sall KN, Greff LJ, Johnson-Pratt LR, et al.
Dorzolamide/Timolol Combination versus Concomitant Administration of Brimonidine and Timolol,
Six-Month Comparison of Efficacy and Tolerability,
Ophthalmology 2003; 110:615-624.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Dorzolamid/Timolol versus Brimonidin und Timolol, Vergleich der Wirksamkeit und Verträglichkeit nach 6 Monaten


In einer prospektiven, randomisierten, multizentrischen, maskierten Parallelgruppen-Studie mit 293 Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck oder primärem Offenwinkelglaukom wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Verabreichung je 2 x täglich kombinierter ophthalmischer Lösung mit 2% Dorzolamid und 0,5% Timolol und von 0,2% Brimonidin ophthalmische Lösung sowie 0,5% Timolol ophthalmische Lösung verglichen. Die Studie ergab eine vergleichbare Wirksamkeit der beiden Therapieschemata. Durch die Medikation induzierte Nebenwirkungen konnten bei 64% der Dorzolamid/Timolol-Gruppe sowie bei 60% der Brimonidin- und Timolol-Gruppe beobachtet werden. Auch hinsichtlich dem Prozentsatz der Fälle, bei denen ein Therapieabbruch aufgrund der Nebenwirkungen erforderlich war (je 5%), bestanden keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Ausgabe Februar 2003

Exzerpt aus

Rotchford AP, Kirwan JF, Muller MA, et al.
Temba Glaucoma Study: A Population-based Cross-sectional Survey in Urban South Africa, Ophthalmology 2003; 110:376-382.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Die Temba Glaukomstudie: Eine Querschnittsstudie der urbanen Bevölkerung in Südafrika


In einer randomisierten Querschnittsstudie wurden Vorkommen und Charakteristika von Glaukomen bei 839 Schwarzen ³ 40 Jahre untersucht. Die Diagnosestellung erfolgte mittels automatisierter Gesichtfeldprüfung und eingehender Spaltlampenuntersuchungen. Unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht konnte bei 5,3% der Studienteilnehmer ein Glaukom diagnostiziert werden. Die häufigste Form war hierbei ein Offenwinkelglaukom bei 2,9% der Studienteilnehmer. 58% der Glaukomfälle waren auf mindestens einem Auge blind. Mit zunehmendem Alter war eine steigende Anzahl von Glaukomfällen zu beobachten. Im Vergleich mit der weißen Bevölkerung war bei dieser Studienpopulation eine höhere Glaukomrate gegeben, wobei die meisten Fälle bis zu diesem Zeitpunkt nicht diagnostiziert (87% bei primärem Offenwinkelglaukom) und unbehandelt (90% der Fälle) waren. Ein Glaukom stellt bei dieser Bevölkerungsgruppe die häufigste Ursache für eine Erblindung dar, und die Autoren empfehlen Schulungen für Gesundheitsbeauftragte für eine verbesserte künftige Glaukomvorsorge.

Ausgabe Februar 2003

Exzerpt aus

Sumi I, Shirato S, Matsumoto S, Araie M.
The Relationship between Visual Disability and Visual Field in Patients with Glaucoma, Ophthalmology 2003; 110:332-339.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Zusammenhänge zwischen Sehbehinderung und Gesichtsfeld bei Glaukompatienten


In einer prospektiven, nicht vergleichenden Analyse von 147 japanischen Glaukompatienten wurden die Zusammenhänge zwischen Sehbehinderung und verbleibendem Gesichtsfeld untersucht. Als Grundlagen der Auswertung dienten ein Fragebogen und Gesichtsfelduntersuchungen mit Programm 30-2 des Humphrey Field Analyzers sowie der ermittelte Visus. Es bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Sehbehinderung und den gemessenen Werten. Als wichtigste Parameter für eine qualitative Beeinträchtigung des Sehens erwiesen sich eine herabgesetzte Netzhautsensibilität des unteren Hemifelds innerhalb 5 Grad der Fixation sowie ein reduzierter zentraler Visus im besseren Auge, gefolgt von einem reduzierten Visus im schlechteren Auge der Patienten. Bei primären Offenwinkelglaukomen bleiben Teile des unteren zentralen Gesichtsfelds oft lange erhalten, so dass Patienten häufig erst spät einen Arzt konsultieren. Die Autoren halten eine aggressivere Therapie bei japanischen Myopie-Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom in einem frühen Stadium der Krankheit für entscheidend.

Ausgabe Januar 2003

Exzerpt aus

Guedes V, Schuman JS, Hertzmark E, et al.
Optical Coherence Tomography Measurement of Macular and Nerve Fiber Layer Thickness in Normal and Glaucomatous Human Eyes, Ophthalmology 2003; 110:177-189.


zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Optische Koherenztomographie der Dicken von Makula und Nervenfaserschicht bei normalen und glaukomatösen menschlichen Augen


In einer Querschnittsstudie wurde an 534 Augen von 367 Patienten die Hypothese geprüft, dass die Makuladicke in Zusammenhang mit der Diagnose eines Glaukoms steht. Bei dem untersuchten Patientengut handelte es sich um 109 Patienten (166 Augen) ohne Glaukom, 58 Patienten (83 Augen) mit Verdacht auf Glaukom, 132 Patienten (196 Augen) mit Glaukom in einem frühen Stadium sowie 68 Glaukompatienten (89 Augen) im fortgeschrittenen Stadium. Die Messungen wurden mittels optischer Koherenztomographie mit einem handelsüblichen Gerät sowie mit einem Prototyp durchgeführt, wobei beide Geräte vergleichbare Ergebnisse lieferten. Bei Glaukom-Patienten konnte eine reduzierte Makuladicke beobachtet werden. Die Studie ergab einen statistisch signifikanten Zusammengang sowohl zwischen der Dicke der Makula als auch der Nervenfaserschicht und dem Vorliegen eines Glaukoms, wobei die Dicke der Nervenfaserschicht größere Aussagekraft besitzt.

Ausgabe Januar 2003

Exzerpt aus

Hafez AS, Bizzarro RLG, Rivard M, Lesk MR.
Changes in Optic Nerve Head Blood Flow after Therapeutic Intraocular Pressure Reduction in Glaucoma Patients and Ocular Hypertensives, Ophthalmology 2003; 110:201-210.


zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Veränderte Blutversorgung der Papille nach therapeutischer Senkung des Augeninnendrucks bei Glaukompatienten und Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck


In einer prospektiven, nicht randomisierten, selbst-kontrollierten Studie mit 20 Patienten mit Offenwinkelglaukom und 20 Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck wurden Änderungen der Papille und der peripapillären Blutversorgung nach therapeutischer Drucksenkung um mehr als 20% mittels Scanning Laser Doppler Flowmetrie ermittelt und quantifiziert. Bei ähnlicher IOD-Reduktion zeigten die Patienten mit Offenwinkelglaukom eine statistisch signifikante Verbesserung der Blutversorgung im neuroretinalen Randsaum der Papille, wogegen bei den Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck keine Veränderungen zu beobachten waren. Die peripapilläre Blutversorgung der Netzhaut blieb in beiden Gruppen stabil. Aus der veränderten Randperfusion bei Patienten mit Offenwinkelglaukom läßt sich schließen, dass in Gegensatz zu Fällen mit erhöhtem Augeninnendruck die Autoregulierung der Papille bei Offenwinkelglaukomen gestört ist.