Erkrankungen der Hornhaut

Exzerpte aus Ophthalmology und Journal of Cataract & Refractive Surgery

Ausgabe Februar 2003

Exzerpt aus

Khodabakhsh AJ, Zaidman G, Tabin G.
   Corneal Surgery for Severe Phacoemulsification Burns,
   Ophthalmology 2004; 111:332-334.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Operative Behandlung phakoemulsifikationsbedingter Hornhautverbrennungen


Die klinischen Ergebnisse nach Hornhautoperationen zur Behandlung einer schweren thermischen Hornhautschädigung nach Phakoemulsifikation bei 4 Patienten wurden retrospektiv analysiert. In einem Fall wurde eine penetrierende Keratoplastik, in 3 Fällen eine lamelläre Keratoplastik durchgeführt. Der korrigierte Visus besserte sich in allen Fällen von Fingerzählen nach Phakoemulsifikation auf 20/30 bis 20/50, der Astigmatismus betrug 2,5 bis 5,5 Dioptrien. Während leichte phakoemulsifikationsbedingte thermische Hornhautschädigungen für gewöhnlich im Laufe der Zeit heilen und mit einer Reduzierung des induzierten Astigmatismus einhergehen, bieten Hornhautoperationen nach Aussage der Autoren bei Verbrennungen eine sichere Behandlungsmöglichkeit mit einem akzeptablen postoperativen Visus.

Ausgabe August 2003

Exzerpt aus

Meallet MA, Espana EM, Grueterich M, et al.
   Amniotic Membrane Transplantation with Conjunctival Limbal Autograft for Total Limbal Stem Cell Deficiency,
   Ophthalmology 2003; 110:1585-1592.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Transplantation einer Amnionmembran und autologe Konjunktiva-Limbus-Transplantation bei vollständiger Limbusstammzellinsuffizienz


In einer retrospektiven, nicht vergleichenden, interventionellen Fallstudie wurden bei 5 Augen von 5 Patienten mit vollständiger Limbusstammzellinsuffizienz die Ergebnisse nach Rekonstruktion der Hornhautoberfläche durch autologe Konjunktiva-Limbus-Transplantation in Kombination mit Transplantation einer Amnionmembran in das Spender- sowie das Empfängerauge ausgewertet. Während des mittleren Follow-up von 22 Monaten besserten sich die Symptome sowie die Hornhauttransparenz in allen Empfängeraugen, und der Visusgewinn betrug im Mittel 9 Zeilen. Nach Meinung der Autoren erklären sich die hohe Erfolgsrate der Empfängeraugen und die verringerte Komplikationsrate der Spenderaugen durch die zusätzliche Amnionmembrantransplantation, die auch eine zeitgleiche Korrektur narbiger Veränderungen gestattet.

Ausgabe Juni 2003

Abstract aus

Ti S-E, Tan DT.
   Tectonic Corneal Lamellar Grafting for Severe Scleral Melting after Pterygium Surgery,
   Ophthalmology 2003; 110:1126-1136.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Tektonische lamelläre Keratoplastik zur Behandlung einer schweren Sklera-Einschmelzung nach Pterygium-Operation


In einer retrospektiven, nicht vergleichenden, interventionellen Fallstudie mit 20 Fällen schwerer Skleranekrose nach einer Pterygium-Oparation wurden die Technik der tektonischen lamellären Keratoplastik beschrieben und die Indikationen sowie der Behandlungserfolg untersucht. Nach Debridement des devitalisierten oder infiziertes Skleragewebes wurde ein lamelläres Hornhauttransplantat oder ein Hornhauttransplantat in voller Dicke in der Größe des Hornhautdefekts oder mit zusätzlichen 0,25mm im Durchmesser aufgenäht und anschließend mit einem gestiehlten oder freien Skleralappen bedeckt. In Verbindung mit aggressiver lokaler sowie systemischer antibiotischer Therapie konnten mit dieser Methode gute therapeutische und tektonische Ergebnisse erzielt werden, und die Vorteile der Verwendung kornealen anstelle skleralen Spendergewebes überwogen.

Ausgabe März 2003

Abstract aus

Barabino S, Rolando M, Bentivoglio G, et al. Role of Amniotic Membrane Transplantation for Conjunctival Reconstruction in Ocular-Cicatricial Pemphigoid, Ophthalmology 2003; 110:474-480.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Die Rolle der Amnionmembran-Transplantation in der Wiederherstellung der Bindehaut bei vernarbtem okulären Pemphigoid


Anhand einer prospektiven, interventionellen, nicht vergleichenden Fallserie mit 9 Augen von 9 Patienten mit vernarbtem okulären Pemphigoid im fortgeschrittenen Stadium wurde die Langzeit-Wirksamkeit der Amnionmembran-Transplantation untersucht. Nach der Transplantation erhielten alle Patienten systemische Immunsuppressiva sowie topische Steroide mindestens 6 Monate postoperativ. Nach keinem Befund in den ersten 16 Wochen postoperativ zeigten 28 Wochen postoperativ 4 Augen einen kleinen Symblepharon-Bereich. Die Fornix-Tiefe besserte sich 4, 6 und 28 Wochen postoperativ signifikant. Ein wiederhergestelltes normales konjunktivales Epithel mit Goblet-Zellen konnte 4 Wochen postoperativ in 66,7% der Fälle, 28 Wochen postoperativ in 44,4% der Fälle beobachtet werden. Die Entzündung der Konjunktiva besserte sich klinisch, jedoch nicht statistisch signifikant. Der Visus verbesserte sich bei 5 der 9 Fälle. Bei Vorliegen eines vernarbten okulären Pemphigoid im fortgeschrittenen Stadium ist eine kombinierte Therapie aus systemischer und topischer Medikation und chirurgischen Maßnahmen erforderlich. Wenn es auch nach einiger Zeit zu einer Verschlechterung des Ergebnisses kommt, so stellt doch die Amnionmembran-Transplantation einen ersten Schritt in der Wiederherstellung der Augenoberfläche dar.

Ausgabe März 2003

Abstract aus

Pereira Gomes JA, Serapião dos Santos M, Carvalho Cunha M, et al. Amniotic Membrane Transplantation for Partial and Total Limbal Stem Cell Deficiency Secondary to Chemical Burn, Ophthalmology 2003; 110:466-473.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Amnionmembran-Transplantation bei partiellem und vollständigem Limbusstammzellendefizit nach Verätzung


Anhand einer prospektiven, nicht vergleichenden, interventionellen Fallserie mit 20 konsekutiven Patienten wurden die klinischen Ergebnisse einer Amnionmembran-Transplantation zur Wiederherstellung der Augenoberfläche nach durch Verätzungen bedingtes Limbusstammzellendefizit ausgewertet. Nach einem mittleren Follow-up von 19 Monaten (8-27 Monate) wurde bei 15 Augen eine zufriedenstellende Rekonstruktion der Augenoberfläche erzielt. Die Epithelisierungszeit betrug im Mittel 3,3 Wochen, Entzündung und Vaskularisation gingen zurück. Die 15 Augen umfaßten alle Fälle mit partiellem und 68,75 % der Fälle mit vollständigem Limbusstammzellendefizit. Bei den verbleibenden 5 Augen handelte es sich um schwere Fälle, bei denen die Operation nicht erfolgreich war. Mit Ausnahme von 2 Fällen verbesserte sich der Visus postoperativ. Trotz der guten Ergebnisse muss nach Meinung der Autoren in vergleichenden, kontrollierten Studien geprüft werden, inwieweit und in welchen Fällen die Amnionmembran-Transplantation der Limbusstammzellen-Transplantation überlegen ist.

Ausgabe Januar 2003

Exzerpt aus

Solomon A, Espana EM, Tseng SCG.
Amniotic Membrane Transplantation for Reconstruction of the Conjunctival Fornices,
   Ophthalmology 2003; 110:93-100.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Amnionmembran-Transplantation zur Bindehautfornix-Rekonstruktion 


Anhand einer nicht vergleichenden, interventionellen Fallserie mit 17 Augen von 15 Patienten werden die klinischen Ergebnisse nach Amnionmembran-Transplantation zur Fornix-Rekonstruktion beschrieben. Bei allen Patienten war ein Symblepharon gegeben. Die Schädigungen der Augenoberfläche resultierten von narbigem okulären Pemphigoid (4 Augen), Symblepharon nach Pterygium-Exzision (2 Augen), chemischen oder mechanischen Traumata (4 Augen), Strabismus-Operationen (2 Augen), Stevens-Johnson-Syndrom (2 Augen), toxischer Epidermis-Nekrolyse (1 Auge) sowie chronischer allergischer Konjunktivitis (2 Augen). Eine vollständige Fornix-Rekonstruktion konnte bei 12 Augen (70,6%) erzielt werden, eine teilweise bei 2 Augen, wogegen bei 3 Augen ein Rezidiv zu beobachten war. Bei den letzteren 5 Augen waren jedoch eine Autoimmunerkrankung oder ein rezidivierendes Pterygium gegeben. Die Amnionmembran-Transplantation erwies sich insgesamt als wirksam, die Autoren sind jedoch der Meinung, dass die Ergebnisse durch Modifikationen einschließlich einer epithelialen Zellkomponente noch verbessert werden könnten.

Ausgabe November 2002

Exzerpt aus

Espana EM, Grueterich M, Romano AC, et al.
   Idiopathic Limbal Stem Cell Deficiency,
   Ophthalmology 2002; 109:2004-2010.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Idiopathisches Limbus-Stammzellen-Defizit


In einer retrospektiven Fallserie wurden klinische Befunde und Prognosen von 7 Patienten mit idiopathischem Limbus-Stammzellen-Defizit analysiert. Bei 6 der 7 Patienten (86%) handelte es sich um Frauen, woraus die Autoren auf eine weibliche Dominanz schließen. Eine starke Lichtempfindlichkeit war bei allen Patienten gegeben, ein schlechter Visus nur bei 3. Oberflächliche Vaskularisierung war hauptsächlich superior gegeben, aber auch inferior und nasal. Im Limbus war eine Abnahme der Vogt´schen Palisaden zu beobachten, in der peripheren Hornhaut Irregularität und Haze des Epithels mit konjunktivalen Goblet-Zellen. Bei allen Patienten war ein bilaterales Limbus-Stammzellen-Defizit gegeben. Der Visus verschlechterte sich nach Kataraktoperation beidseitig bei einem Patienten, bei 2 weiteren Patienten ebenfalls beidseitig ohne Operation. Bei 3 Patienten stagnierte die Konjunktivalisierung, bei 4 war ein Fortschreiten zu beobachten. Die Autoren raten von unnötigen Augenoperationen bei Patienten mit idiopathischem Limbus-Stammzellen-Defizit ab, da diese den klinischen Verlauf negativ beeinflussen können.

Ausgabe November 2002

Exzerpt aus

Yao Y-F, Zhang B, Zhou P, Jiang J-K.
Autologous Limbal Grafting Combined with Deep Lamellar Keratoplasty in Unilaterial Eye with Severe Chemical or Thermal Burn at Late Stage, Ophthalmology 2002; 109:2011-2017.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Einseitige autologe Limbus-Transplantation in Kombination mit tiefer lamellärer Keratoplastik bei schweren Verätzungen oder Verbrennungen im Endstadium


Anhand einer retrospektiven, nicht vergleichenden, interventionellen Fallserie mit 39 Augen von 39 Patienten mit schweren Verätzungen oder Verbrennungen mehr als 6 Monate präoperativ und einem Zustand kornealer Vaskularisation, Konjunktivalisierung und Ausbildung schwerer Hornhautnarben wurde die Wirksamkeit der autologen Limbus-Transplantation in Kombination mit tiefer lamellärer Keratoplastik in den Wiederherstellung der Augenoberfläche sowie der Klarheit der Hornhaut analysiert. Zur Auswertung kamen die Daten von 34 Augen. Davon konnte bei 32 Augen (94,1%) 7 Tage postoperativ eine vollständige korneale Epithelisierung beobachtet werden. Die Transparenz der Hornhaut konnte in 29 Augen wiederhergestellt werden. Bei 30 Augen besserte sich der postoperative Visus merklich, bei den verbleibenden 4 Augen wurde der Eingriff spätestens 6 Monate nach dem primären Eingriff wiederholt. Die Studie ergab, dass diese Methode gut zur Wiederherstellung einer normalen, stabilen Augenoberfläche und einer klaren zentralen Hornhaut sowie zu einer erheblichen postoperativen Verbesserung des Visus geeignet ist.

Ausgabe Juli 2002

Exzerpt aus

Ilare L, Daya SM.
Long-term Outcomes of Keratolimbal Allograft for the Treatment of Severe Ocular Surface Disorders, Ophthalmology 2002; 109:1278-1284.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Langzeitergebnisse nach Limbus corneae-Allotransplantation in der Behandlung schwerer Schädigungen der Augenoberfläche


In einer retrospektiven, nicht vergleichenden Fallserie wurden 23 Augen von 22 Patienten mit schweren Schädigungen der Augenoberfläche mit einem Follow-up von 15 bis 96 Monaten (60 Monate im Mittel) hinsichtlich Rekonstruktion der Augenoberfläche mit Wiederherstellung des phänotypischen Hornhautepithels, Reduktion kornealer Vaskularisation und Konjunktivalisierung, Schmerzreduktion und Visusverbesserung untersucht. Bei 10 Augen von 10 Patienten war die Transplantation in Kombination mit anderen operativen Eingriffen vorgenommen worden. 15 Patienten erhielten Cyclosporin oral und/oder topisch, um eine Abstoßung des Transplantats zu verhindern. Die Studie ergab, dass die Limbus corneae-Allotransplantation geeignet ist, um sowohl die Augenoberfläche als auch das phänotypische Hornhautepithel wiederherzustellen, dass jedoch die Überlebensrate des Spendergewebes in einem Zeitraum von 2 Jahren drastisch sinkt. Mit Hilfe von Cyclosporin kann dieser Prozeß verzögert, die akute Abstoßung des Transplantats jedoch nicht verhindert werden

Ausgabe Juli 2002

Exzerpt aus

Shimazaki J, Aiba M, Goto E, et al.
Transplantation of Human Limbal Epithelium Cultivated on Amniotic Membrane for the Treatment of Severe Ocular Surface Disorders,
Ophthalmology 2002; 109:1285-1290.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Transplantation menschlicher, auf einer Amnionmembran kultivierter Limbusepithelzellen in der Behandlung schwerer Schädigungen der Augenoberfläche


Anhand einer nicht vergleichenden, retrospektiven, interventionellen Fallserie werden die kurzfristigen klinischen Ergebnisse von 13 Augen von 13 Patienten mit schwerer Limbusschädigung durch Stevens-Johnson-Syndrom, narbiges okuläres Pemphigoid oder chemische Verätzungen nach Transplantation auf einer menschlichen Amnionmembran kultivierter Limbusepithelzellen dargestellt. Postoperativ kam es bei 8 Augen zu einer Regeneration des Epithels, wobei jedoch bei der letzten Untersuchung nur bei 6 Augen (46,2%) eine Hornhautepithelisierung diagnostiziert werden konnte. Als Komplikationen waren bei 4 Augen eine Hornhautperforation und bei 2 Augen eine infektiöse Keratitis zu beobachten. Die Analyse zeigte, dass kein Unterschied hinsichtlich der Erfolgsraten einer kultivierten Limbusepitelzellen-Allotransplantation und der konventionellen Limbuszellen- und Amnionmembrantransplantation in der Behandlung schwerer Limbusstammzellen-schädigungen gegeben ist.

Ausgabe Juni 2002

Exzerpt aus

Solomon A, Ellies P, Anderson DF, et al.
Long-term Outcome of Keratolimbal Allograft with or without Penetrating Keratoplasty for Total Limbal Stem Cell Deficiency, Ophthalmology 2002; 109:1159-1166.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas

 
Langzeitergebnisse nach Limbus corneae-Transplantation mit und ohne penetrierende Keratoplastie in der Behandlung eines vollständigen Limbusstammzellendefizits 


In einer retrospektiven, nicht vergleichenden, interventionellen Fallserie mit 39 Augen von 31 Patienten mit chemischen Verätzungen, Stevens-Johnson Syndrom oder anderweitigen Ursachen für ein vollständiges Limbusstammzellendefizit und einem präoperativen best korrigierten Visus schlechter als 20/200 wurden nach einem Follow-up von mindestens 12 Monaten die Ergebnisse nach Limbus corneae- und Amnionmembran-Transplantation mit und ohne penetrierende Keratoplastie analysiert. Für die Dauer von 2 Jahren konnte mit und ohne penetrierende Keratoplastie ein ambulatorisches Sehen erzielt werden. Im Laufe der Zeit konnten jedoch eine zunehmende Visusverschlechterung und Schädigung des Spendergewebes beobachtet werden. Die kombinierte Limbus corneae-Transplantation und penetrierende Keratoplastie kann zu schlechteren Ergebnissen führen. Eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg beider Verfahren ist die Immunsuppression der Augenoberfläche.

Ausgabe Mai 2002

Exzerpt aus

Samson CM, Nduaguba C, Baltatzis S, et al.
Limbal Stem Cell Transplantation in Chronic Inflammatory Eye Disease,
Ophthalmology 2002; 109:862-868

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas

 
Limbus-Stammzellentransplantation bei chronisch-entzündlichen Augenerkrankungen


In einer retrospektiven, nicht vergleichenden Fallserie an 11 Augen von 9 Patienten mit Limbus-Stammzellen-Funktionsstörung aufgrund einer schweren Schädigung des äußeren Auges, hervorgerufen durch eine chronische Augenentzündung, wurden die Ergebnisse nach einer Limbus-Stammzellentransplantation untersucht. Nach der Transplantation wurden die Patienten 1 Tag, 1, 2 und 4 Wochen postoperativ und im weiteren Verlauf 1 Mal monatlich untersucht. Das Empfängerauge erhielt stündlich 1%ige Prednisolon-acetat Tropfen und 4 Mal täglich 0,3%iges topisches Ciprofloxacin. Die Ciprofloxacin-Gaben wurden nach 1 Woche auf 2 Mal täglich, die Steroidtropfen allmählich reduziert. Die untersuchten Kriterien waren dabei die Reepithelisierung und Wiederherstellung der Hornhautoberfläche sowie die Verbesserung des Visus.

An 11 Augen wurde eine autologe oder HLA-geprüfte Limbus-Stammzellentransplantation von lebenden verwandten Spendern zur Behandlung der Hornhautoberfläche nach einer entzündlichen Erkrankung vorgenommen. Bei 10 Augen bzw. 91% konnte eine Reepithelisierung der Hornhautoberfläche in der frühen postoperativen Phase innerhalb von durchschnittlich 10 Tagen mit einer Verteilung zwischen 3 und 21 Tagen beobachtet werden. Bei 6 Augen bzw. 55% konnte eine Langzeit-Wiederherstellung der Hornhautoberfläche erzielt werden. In 6 Augen bzw. 55% kam es zu einer Visus-Verbesserung. Gründe für schlechte Ergebnisse waren mikrobielle Infektionen, Abstoßung des Spendergewebes sowie Ulzerierung der Hornhaut. Bei keinem der Spenderaugen waren Komplikationen zu beobachten.

Es konnte gezeigt werden, dass bei Patienten mit immunologischen Erkrankungen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom, toxischer epidermischer Nekrolyse oder okularem vernarbtem Pemphigoid bei einer Limbus-Stammzellentransplantation geringere Erfolgsraten zu erwarten sind als bei Patienten mit nicht entzündlichen Augenerkrankungen. Diese Ergebnisse stehen in Einklang mit früher durchgeführten Studien anderer Autoren.

Ausgabe April 2002

Exzerpt aus

Sridha MS, Rapuano CJ, Cosar B, et al Phototherapeutic Keratectomy versus Diamond Burr Polishing of Bowman´s Membrane in the Treatment of Recurrent Corneal Erosions Associated with Anterior Basement Membrane Dystrophy,
   Ophthalmology 2002; 109:674-679

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Phototherapeutische Keratektomie versus Diamond Burr-Polider Bowman`schen Membran in der Behandlung rezidivierender Hornhauterosionen in Verbindung mit anteriorer Basalmembrandystrophie


In einer retrospektiven, nicht randomisierten, vergleichenden Studie von Sridhar et al. wurde die Wirksamkeit der phototherapeutischen Keratektomie (PTK) und Epithel-Débridement mit Diamond Burr-Behandlung der Bowman´schen Membran (DB) in der Behandlung rezidivierender Hornhauterrosionen in Verbindung mit anteriorer Basalmembran (ABM)-Dystrophie analysiert. Es konnte gezeigt werden, dass beide Alternativen wirksame Methoden zur Behandlung dieses Krankheitsbildes darstellen. Die Autoren prüften die Unterlagen von 39 Patienten (42 Augen), die aufgrund einer ABM-Dystrophie mit PTK oder DB behandelt worden waren. Mit beiden Verfahren konnten alle losen Epithelzellen vollständig entfernt werden.

Haze war in der PTK-Gruppe (35,7%) etwas stärker ausgeprägt als in der Diamond Burr-Gruppe (25,9%), wenn auch kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen beobachtet werden konnte. Das traf auch auf die Bildung neuer Erosionen zu, die in der PTK-Gruppe (26,7%) häufiger zu finden waren als in der Diamond Burr-Gruppe (11,1%), wobei jedoch wiederum kein statistisch signifikanter Unterschied gegeben war. Auch beim Visus konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen beobachtet werden. Beide Behandlungsmethoden erwiesen sich als effektiv, wobei jedoch die Diamond Burr-Methode als das einfachere und kostengünstigere Verfahren tendentiell bessere Ergebnisse erbrachte. Die Autoren halten prospektive Studien für nötig, um die Langzeiteffektivität von Epit Débridement und Diamond Burr-Politur der Bowman´schen Membran zu verifizieren.

Ausgabe März 2002

Exzerpt aus

Gris O, Wolley-Dod C, Güell JL et al.
Histologic Findings after Amniotic Membrane Graft in the Human Cornea,
Ophthalmology 2002; 109:508-512

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Histologische Hornhautbefunde mehrere Monate nach Transplantation einer Amnionmembran in das Stroma 


Diese Studie von Gris et al. dokumentiert die histologischen Ergebnisse und klinischen Aspekte von zwei Fällen mit neurotrophischem Hornhautulcus nach Versorgung mit einer Amnionmembran. Die Ergebnisse dieser beiden Fälle waren leicht unterschiedlich, teilweise aufgrund der unterschiedlichen Dauer, für die die Amnionmembran in den beiden Fällen im Stroma verblieb (3 und 7 Monate) und aufgrund des Vorhandenseins oder Fehlens einer Stromavaskularisation. Es konnte jedoch einige allgemeine Rückschlüsse aus den histologischen Ergebnissen gezogen werden: Die Amnionmembran konnte über der Basismembran eine ausreichende Epithelbildung des Gewebes erzeugen. Nach Absorption der Amnionmembran wurde diese durch ein neues fibrotisches Stromagewebe ersetzt, das die Hornhautdicke teilweise erhielt, jedoch nicht die Transparenz eines gesunden Stromas aufwies.

Bei der Hornhaut mit Stromavaskularisation wurde das Transplantat aufgrund der Vielzahl entzündlicher Zellen schnell absorbiert. Das Gegenteil konnte bei der avaskulären Hornhaut beobachtet werden, bei der eine langsame Absorption der Amnionmembran stattfand und es zu keinerlei entzündlichen Reaktionen kam. Die Autoren konnten beobachten, dass das Transplantat mehrere Monate im Stroma verblieb, wodurch die Hornhauttransparenz während dieses Zeitraums beeinträchtigt wurde. Daher wird die Transplantation einer Amnionmembran nicht als therapeutische Alternative erster Wahl empfohlen in Fällen, in denen eine gute Sicht auf die Netzhaut postoperativ aufgrund einer möglichen intraokularen Operation oder Laserbehandlung erforderlich ist. Statt dessen sollten Optionen wie eine temporale Tarsorraphie in Betracht gezogen werden.

Ausgabe März 2004

Exzerpt aus

Ardjomand N, Fellner P, Vidic B.
   Phototherapeutic keratectomy with an epithelial flap for recurrent erosion syndrome,
   J Cataract Refract Surg 2004; 30:543-545.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Phototherapeutische Keratektomie mit Epithel-Flap in der Behandlung rezidivierender Hornhauterosionen


Die Autoren stellen eine Technik vor, mit der starke postoperative Schmerzen nach PTK vermieden werden. Bei dieser modifizierten Technik wird ein Epithel-Flap mit einer Brücke bei 12.00 Uhr angelegt, der nach Behandlung mit dem Excimer Laser (7,0mm Durchmesser, 9,8µm Tiefe) reponiert wird. Die Behandlung wurde bei 9 Patienten mit rezidivierenden Hornhauterosionen erfolgreich durchgeführt. Die Erosion war in allen Fällen zentral. Nach Repositionierung des Flaps wurden die Augen mit einer Silikon-Kontaktlinse versorgt, und Tobramycin/Dexamethason Augentropfen sowie Hyaluronsäure 0,25% Augentropfen wurden verabreicht. Leichte Schmerzen traten bei 3 Patienten über 24 Stunden postoperativ auf, in keinem der Fälle kam es zu starken Schmerzen. 1 Woche postoperativ lag der best korrigierte Visus bei 0,80 bis 1,00 logMAR. In keinem der Fälle konnte ein Rezidiv der Erosion beobachtet werden.

Ausgabe Juli 2003

Exzerpt aus

Bowers Jr. PJ, Price MO, Zeldes SS, Price Jr. FW.
   Superficial keratectomy with mitomycin-C for the treatment of Salzmann's nodules,
   J Cataract Refract Surg 2003; 29:1302-1306.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Superfizielle Keratektomie mit Mitomycin-C in der Behandlung Salzmann'scher Noduli


Anhand einer retrospektiven konsekutiven Fallserie mit 30 Augen von 25 Patienten wurden Behandlungserfolg und Verhinderung eines Rezidivs Salzmann´scher Noduli bei superfizieller Keratektomie mit intraoperativer Gabe von Mitomycin-C untersucht. Bei 24 der 25 Patienten besserten sich die Symptome. Der best korrigierte Visus konnte bei 97% der Augen erhalten oder verbessert weden, bei einem Patienten verschlechterte sich der Visus um 1 Zeile. In keinem der Fälle kam es während des mittleren Follow-up von 28 ± 15 Monaten zu einem Rezidiv der nodulären Salzmann-Degeneration. Die superfizielle Keratektomie in Verbindung mit Mitomycin-C erwies sich als sichere und effektive Methode. Hinzu kommt, dass die Kosten niedriger sind als die einer Behandlung mit dem Excimer Laser.

Ausgabe Mai 2003

Exzerpt aus

Reviglio VE, Rana TS, Li QJ, et al.
   Effects of topical nonsteroidal antiinflammatory drugs on the expression of matrix metalloproteinases in the cornea,
   J Cataract Refract Surg 2003; 29:989-997.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Einfluss topischer nichtsteroidaler entzündungshemmender Präparate auf die Expression von Matrix-Metalloproteinasen in der Hornhaut


In einer Studie mit 70 Ratten wurde die Auswirkung nichtsteroidaler entzündungshemmender Augentropfen auf die Expression von Matrix-Metalloproteinasen im Hornhautgewebe untersucht. Die Tiere wurden in 2 Gruppen mit und ohne Epitheldébridement unterteilt, wobei im rechten Auge der Débridement-Gruppe einheitliche zentrale Hornhautepitheldefekte erzeugt wurden. Die beiden Gruppen wurden in weitere 4 Gruppen unterteilt, die Diclofenac-Natrium 0,1% (2 Präparate), Ketorolac 0,5% ohne Konservierungsstoffe oder Carboxymethylzellulose Natrium 0,5% 4 x täglich 1 Woche als Augentropfen oder Tränenersatz erhielten. Untersuchungen nach 2 bzw. 7 Tagen zeigten einen Zusammenhang zwischen der Verabreichung nichtsteroidaler entzündungshemmender Augentropfen und der frühen Expression der Matrix-Metalloproteinasen -1, -2 und -8 im Hornhautgewebe, was die Annahme stützt, dass Matrix-Metalloproteinasen eine Rolle in der kornealen Zytotoxizität mancher nichtsteroidaler entzündungshemmender Augentropfen spielen.

Ausgabe März 2003

Exzerpt aus

John T.
   Use of indocyanine green in deep lamellar endothelial keratoplasty,
   J Cataract Refract Surg 2003; 29:437-443.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Verwendung von Indocyanin Grün bei der tiefen lamellären Endothelkeratoplastik


Bei zwei Patientinnen mit pseudophaker bullöser Keratopathie im einen Fall und Fuchs-Hornhautdystrophie im anderen wurde im Rahmen einer tiefen lamellären Endothelkeratoplastik das Spendergewebe mit Indocyanin Grün angefärbt, um die operative Plazierung der Hornhautscheibe zu erleichtern. 24 Stunden postoperativ zeigte die Biomikroskopie kein Indocyanin Grün in der Vorderkammer oder auf der Iris. Die Hornhautscheibe war gut plaziert ohne Überlappung der Geweberänder. Bei keiner der beiden Patientinnen wurde eine erhöhte Entzündung der Vorderkammer im Vergleich mit normalen Fällen beobachtet. Bei der Nachuntersuchung 10,5 Monate postoperativ wurde in keinem der Fälle ein Stroma- oder Epithelödem diagnostiziert. Es handelt sich hier um die erste Veröffentlichung über eine intrastromale Anwendung von Indocyanin Grün.

Ausgabe April 2002

Exzerpt aus

Fuchsjäger-Mayrl G, Zehetmayer M, Plass H et al.
Alkalinization increases penetration of lidocaine across the human cornea,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:692-696

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Alkalisierung erleichtert die Penetration von Lidocain durch die menschliche Hornhaut


An der Augenabteilung und dem Institut für Pharmakologie in Wien wurde die Hypothese überprüft, dass die Durchlässigkeit der Hornhaut für Lidocain dem Prinzip der nicht-ionischen Diffusion folgt.

Menschliche Hornhäute wurde in einem in-vitro Perfusionssystem an der Epithelseite einer gepufferten Lösung mit einem pH von 5 bzw. 7 unter Zugabe von 4%igem Lidocain ausgesetzt. Beide Lösungen wurden auf eine Osmolarität von 290mOsm/L gebracht. Die Durchlässigkeit der isolierten Hornhäute für das Lidocain wurde anhand der Flüsse von 14C-markiertem Lidocain ermittelt, wobei 180 Minuten lang in 15minütigen Intervallen gemessen wurde. 3H-Polyethylenglykols diente als Kontrolle für den extrazellulären Weg. Der Lidocaingehalt des Hornhautgewebes wurde von der Zeitspanne abgeleitet, bis eine Stabilisierung des Lidocainflusses durch die Hornhaut in eine Richtung eingetreten war.

Die mittleren transcornealen Lidocainflüsse im stabilen Zustand (90 bis 180 Minuten) waren bei pH 7 72% stärker als bei pH 5 (101mmol/min ± 37 versus 59 ± 34nmol/min x Hornhaut; P < 0,002). Der Lidocaingehalt der Hornhaut im stabilen Zustand was bei pH 7 65% höher als bei pH 5 (2,8 ± 0,9 µmol(Hornhaut versus 1,7 ± 1,2 µmol/Hornhaut; nicht signifikant).

Die Permeabilität der Hornhaut kann auf rein chemischem oder chemisch-physikalischem Wege erhöht werden. Da mit der Zugabe von penetrationsfördernden Substanzen in der Regel eine mehr oder weniger ausgeprägte Toxizität einhergeht, ist der chemisch-physikalische Ansatz vorzuziehen. Durch eine Verschiebung des pH-Werts der Lidocain-haltigen Lösung von pH 5 auf pH 7 konnte das Lidocain die hauptsächlich durch die Zellmembranen des Hornhautepithels und -endothels gebildeten Lipidbarrieren leichter überwinden und so die Durchlässigkeit der Hornhaut für topisch angewandtes Lidocain erhöht werden. Die alkalisierende pH-Einstellung von topisch verabreichten Lidocainlösungen ist durch Zugabe von Natriumbicarbonat leicht vorzunehmen. Klinisch gesehen liegen die Hauptvorteile von anästhetischen Lösungen, die auf einen pH-Wert von 7 gepuffert werden, in erhöhten Penetrationsraten, einer größeren Wirksamkeit, einer verlängerten Reaktionszeit sowie in einer lokalen Reduzierung von Irritationen und Tränenfluß.

Ausgabe Oktober 2002

Exzerpt aus

Chuck RS, Arnoldussen ME, Behrens A, et al.
Fluorescence-guided laser removal of chemically damaged cornea,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:1847-1852.


Abtragung chemisch geschädigten Hornhautgewebes mit dem Laser unter Fluoreszenzkontrolle


Ziel der in-vitro Studie war es, den Zusammenhang zwischen dem Fluoreszenzspektrum und der Abtragungstiefe bei der Behandlung chemisch geschädigter Hornhäute mit einem 193nm Argon-Fluorid-Excimer-Laser zu ermitteln. Zu diesem Zweck wurden 3 post-mortem Kaninchenhornhäute für 10 Sekunden in 1 N Hydrogenchlorid gelegt, deren Gewebe anschließend bis zur Perforation mit dem Excimerlaser abgetragen wurde. Dann wurden die Laser-induzierten Fluoreszenzwerte analysiert. Es konnte gezeigt werden, dass die Verschiebung der dominanten Peak-Wellenlänge der Excimer-Laser-induzierten Fluoreszenz Aufschluß über die Grenze zwischen durch die Säure schwer geschädigtem Gewebe und der darunterliegenden Gewebeschicht gibt. Die Autoren sind daher der Meinung, dass die Spektralüberwachung bei einer penetrierenden Keratoplastik chemisch geschädigter Hornhäute ein nützliches Hilfsmittel darstellen könnte.