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Intravitreales Triamcinolon in der Behandlung refraktärerdiabetischer Makulaödeme

Ausgabe Mai 2002

Exzerpt aus

Martidis A, Duker JS, Greenberg PB, et al.
Intravitreal Triamcinolone for Refractory Diabetic Macular Edema,
Ophthalmology 2002; 109:920-927

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas

 
Intravitreales Triamcinolon in der Behandlung refraktärerdiabetischer Makulaödeme


In prospektiven, nicht vergleichenden, interventionalen Fallserien wurden die Sicherheit und Wirksamkeit von Triamcinolon-acetonid-Injektionen in den Glaskörper zur Behandlung diabetischer Makulaödeme bestimmt, die nicht auf eine vorangegangene Laserphotokoagulation angesprochen hatten. Zur Untersuchung kamen 16 Augen mit klinisch signifikantem diabetischen Makulaödem, bei dem mit mindestens zwei Behandlungen mit Laserphotokoagulation keine Besserung erzielt werden konnte.

Die Augen wurden mit mindestens zwei Laserphotokoagulationen entsprechend den Richtlinien der Early Treatment Diabetic Retinopathy Study behandelt. Spätestens 6 Monate nach der ersten Laserbehandlung wurden die Wirkung klinisch untersucht und eine optische Koherenz-Tomographie vorgenommen. Patienten, bei denen eine restliche Mittendicke der Makula von mehr als 300 µm und ein Visusverlust bezogen auf die Baseline festgestellt werden konnte, wurde die Möglichkeit einer Injektion von 4mg Triamcinolon-acetonid in den Glaskörper angeboten. Die anatomischen Reaktionen und Visusveränderungen der behandelten Augen sowie die mit der Injektion und der Kortikosteroidmedikation in Zusammenhang stehenden Komplikationen wurden beobachtet.

Untersuchungskriterien waren der Visus sowie die mit optischer Koherenz-Tomographie ermittelten Makuladicken. Desweiteren wurden Untersuchungen zu möglichen Komplikationen wie Erhöhung des Augeninnendrucks, Kataraktprogression, Netzhautablösung, Glaskörperblutung und Endophthalmitis vorgenommen, wenn auch Komplikationen wie Kataraktprogression oder Glaukom erst nach einem längeren postoperativen zeitraum zu erwarten sind. Bei allen Patienten wurde ein 3monatiger Follow-up durchgeführt, bei 8 der 16 Patienten wurde der Follow-up auf 6 oder mehr Monate erweitert.

Es konnte im Mittel eine Visusverbesserung von 2,4, 2,4 und 1,3 Snellen-Zeilen zu den Untersuchungszeitpunkten 1, 3 oder 6 Monate postoperativ beobachtet werden sowie ein Rückgang der zentralen Makuladicke um 55%, 57% und 38% bei einer ursprünglichen Dicke von 540,3µm im Mittel. Bei den Untersuchungen 1, 3 und 6 Monate postoperativ war bei 5, 3 und 1 Auge ein intraokularer Druck über 21mmHg zu beobachten. Bei einem Auge konnte 6 Monate postoperativ eine Kataraktprogression festgestellt werden. Über die mittlere Nachbeobachtungszeit von 6,2 Monaten konnten keine weiteren Komplikationen festgestellt werden. Aufgrund einer Regression des Makulaödems wurden bei 3 von 8 Augen 6 Monate postoperativ weitere Injektionen vorgenommen.

Durch Injektionen in der Glaskörper wird eine myximale Biverfügbarkeit des Triamcinolon erreich. Hinzu kommt die Halbwertzeit von Triamcinolon im Glaskörper von 1,6 Tagen.

Intravitreale Triamcinolon-Injektionen stellen - insbesondere im Fall eines diffusen diabetischen Makulaödems - eine vielversprechende therapeutische Möglichkeit in der Behandlung diabetischer Makulaödeme dar, das nicht auf eine konventionelle Therapie mit Laserphotokoagulation anspricht. Die beobachteten Komplikationen lassen diese Behandlungsmethode vertretbar erscheinen. Langzeit-Sicherheit und -Wirksamkeit sowie erforderliche Nachbehandlungen müssen jedoch in weiteren Studien geprüft werden. 

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