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Fortschritte in der Versorgung prämaturer Retinopathie

Ausgabe Mai 2002

Exzerpt aus

Capone A, Trese MT.
Guest Editorial:
Take Good Care of My Baby:
Evolving Standards of Care for Retinopathy of Prematurity,
Ophthalmology 2002; 109:831-832.

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas

 
Fortschritte in der Versorgung prämaturer Retinopathie


Der Beitrag befaßt sich mit prämaturer Retinopathie (ROP) als einer der Hauptursachen für eine Erblindung im Kindesalter. Die Autoren führen an, dass in der Lebensfähigkeit von Frühgeburten große Fortschritte erzielt wurden, wodurch Ophthalmologen vermehrt mit diesem Krankheitsbild konfrontiert werden.

Die Autoren führen die in dieser Ausgabe von Ophthalmology veröffentlichten beiden Artikel von Tasman et al (Ophthalmology 2002; 109:928-941) an, in denen die mit Laserbehandlung und Kryotherapie erzielten Ergebnisse in der Behandlung peripherer Netzhautablösungen prämaturer Schwellenretinopathie in Stadium 3 (ROP) nach 10jährigem Follow-up verglichen werden. Der Begriff "Schwellen-ROP" wurde für einen Retinopathiegrad gewählt, der mit gleicher Wahrscheinlichkeit zu einer spontanen Regression oder einer Progression führen kann. Dabei erwies sich die Einschätzung bei ROP in Zone 2 als relativ zuverlässig, wogegen die Chance auf ein schlechtes Ergebnis bei unbehandelter ROP in Zone 1 bei 90% lag. Eigenschaften und Verlauf von ROP in Zone 2 sind bekannter als ROP mit weitgehender Präsenz in Zone 1 (> 6 Stunden). Dabei wird ROP in Zone 1 häufig nicht als solche erkannt und kann zu einer direkten Progression zu Stadium 3 führen.

Nach Meinung der Autoren sollte sich aufgrund der veränderten Bedingungen des Krankheitsbildes prämature Retinopathie im letzten Jahrzehnt auch der Diagnose- und Behandlungsansatz ändern. Dabei hätten digitale Fundusaufnahmen das Potential, sowohl die Untersuchungen als auch die klinischen Studien zu revolutionieren. Auch der Einsatz der Telemedizin in geeigneten Fällen bildet nach Aussage der Autoren einen guten Ansatz für eine verbesserte Diagnosestellung. In prospektiven Studien müsse geklärt werden, zu welchem Zeitpunkt eine Behandlung von ROP bei Augen mit Befunden in Zone 1 und Zone 2 mit hohem Risiko erfolgen sollte. Wenn auch die Kenntnisse hinsichtlich ROP in fortgeschrittenen Stadien (4A, 4B, 5) begrenzt sind, so können doch auch partielle Netzhautablösungen ohne Beteiligung der Makula nicht als weitgehend benign und eine scheinbar stabiler Zustand nicht als verläßlich angesehen werden. Die klinischen Erfahrungen zeigten, dass Laserbehandlung bei Netzhautablösung im Zusammenhang mit ROP die günstigere Therapie darstellt. Chirurgische Interventionen bieten nach Aussage der Autoren eine Möglichkeit, das Sehvermögen zu erhalten, insbesondere dann, wenn sie bereits vor einer Ablösung der Makula vorgenommen werden. 

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