Vorhersagbarkeit der Achsenlänge auf Basis der Glaskörperlänge und Linsendicke. Retrospektive echobiometrische Studie
Ausgabe Mai 2002
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Exzerpt aus
Roters S, Hellmich M, Szurman P.
Prediction of axial length on the basis of vitreous body length and lens thickness. Retrospective echobiometric study,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:853-859
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Vorhersagbarkeit der Achsenlänge auf Basis der Glaskörperlänge und Linsendicke. Retrospektive echobiometrische Studie
An der ophthalmologischen Abteilung der Universität Köln wurde in einer retrospektiven Studie die Vorhersagbarkeit der Achsenlänge bei bekannter Länge des Glaskörpers und der Linsendicke untersucht.
Die Studie wurde an 227 Patienten mit einem mittleren Alter von 70,01 Jahren ohne Vorgeschichte einer Augenoperation oder eines Traumas durchgeführt. Patienten mit systemischen Erkrankungen wurden von der Studie ausgeschlossen. Vor Durchführung der Kataraktoperation wurden die Länge des Glaskörpers und die Linsendicke vermessen, und der Zusammenhang zwischen den gewonnenen Daten und der Achsenlänge wurde ausgewertet. Die Biometriemessungen erfolgten mit zwei Ultraschallgeräten, dem BMS 811 Biometric System der Firma Grieshaber und dem Ultrascan Digital A + B-Scan 2000 von Cooper Vision. Die Zusammenhänge zwischen der Achsenlänge und der Länge des Glaskörpers sowie zwischen der Linsendicke und der Länge des Glaskörpers wurden mit einer multiplen linearen Regressionsanalyse ausgewertet.
Das echobiographische Ergebnis kann von mehreren Faktoren beeinflußt werden: altersbedingte Veränderungen durch Schrumpfung des Augapfels, Änderungen der Abmessungen der okularen Strukturen, geschlechtsbedingte Unterschiede, akkommodative Veränderungen, durch verschiedene Untersucher bedingte Abweichungen der Ergebnisse, die Wahl des Untersuchungsinstruments, die Wahl der Untersuchungsmethode sowie die Lagerung des Patienten.
Mit Hilfe des BMS 811 konnte die beste Vorhersagbarkeit der Achsenlänge auf Basis der Glaskörperlänge erzielt werden. Das Modell konnte signifikant verbessert werden, wenn das Geschlecht, jedoch nicht das Alter berücksichtigt wurde. Für das BMS 811 konnte die folgende Formel zur Vorhersage der Achsenlänge aufgestellt werden: Achsenlänge (mm) = 7,129mm + 0,095mm x Geschlecht (weiblich = 0, männlich = 1) + 1,040 x Glaskörperlänge (mm). Mit Hilfe der nachfolgenden Formel lässt sich eine ca. 95%ige Vorhersagbarkeit erzielen: Achsenlänge (mm) ± 2 x 0,413mm.
Ziel der Studie war es, eine einfache Formel zur Vorhersagbarkeit der Achsenlänge unter Verwendung der Glaskörperlänge und des Geschlechts des Patienten zu entwickeln. Der verbleibende Fehler in der Vorhersagbarkeit beruht wahrscheinlich auf der heterogenen Verteilung von Alter, Augapfellänge und Katarakt-bedingter Linsendicke der Patienten. Eine gute Vorhersagbarkeit der Achsenlänge stellt einen wichtigen Faktor für das refraktive Ergebnis dar, indem zwischen Myopie aufgrund der Form der Hornhaut oder der Achsenlänge unterschieden wird und Transplantate und die Größe der Öffnung in der penetrierenden Keratoplastik auf dieser Basis gewählt werden. Die hier vorgestellte Formel muss jedoch noch in weiteren Studien hinsichtlich ihrer klinischen Relevanz geprüft werden.

