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Unbeabsichtigte Perforation des Auges und intravitreale Injektion eines Anästhetikums bei Retrobulbärinjektion

Ausgabe März 2002

Exzerpt aus

Wadood AC, Dhillon B, Singh J.
Inadventent ocular perforation and intravitreal injection of an anesthetic agent
during retrobulbar injection,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:562-565

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Unbeabsichtigte Perforation des Auges und intravitreale Injektion eines Anästhetikums bei Retrobulbärinjektion 


Die Autoren berichten über die klinische Versorgung eines Patienten, bei dem es während einer Retrobulbärinjektion zur Skleraperforation und intraokularen Injektion eines lokalen Anästhetikums kam.

Der Patient ohne besondere Prädisposition für diese Komplikation (z.B. Myopie) erhielt wegen einer geplanten Kataraktoperation von einem erfahrenen Anästhesisten eine Retrobulbäranästhesie. Bereits nach weniger als 0,5mL Flüssigkeit fühlte der Patient Unbehagen und die Nadel mußte zur Injektion des restlichen Anästhetikums repositioniert werden. Unmittelbar vor Beginn der Phakoemulsifikation kam es zu einem Hornhautödem, schlechter Sicht auf die Iris, einem verschlechterten Fundusreflex und einer Erhöhung des Augeninnendrucks. Durch Anlegen einer Parazentese konnte der Druck gesenkt werden, und die Vorderkammer konnte mit einem Viskoelastikum stabilisiert werden. Es folgten Phakoemulsifikation und Implantation einer Hinterkammerlinse. Der Visus 1 Tag postoperativ war Hell-Dunkel-Sehen, und der Einblick in den Fundus wurde durch Glaskörperblutung beeinträchtigt. Erste B-Scans zeigten die Glaskörperblutung, jedoch keine Netzhautablösung. Erst bei einem B-Scan 6 Wochen postoperativ konnte nasal eine Netzhautablösung festgestellt werden, die mit einem unmittelbaren vitreoretinalen Eingriff behandelt wurde. Am Ende eines Follow-up von 6 Monaten betrug der best korrigierte Visus am operierten Auge 6/18, und die Netzhaut blieb angelegt.

Dieser Fall zeigt, dass bei intraokularer Penetration bei lokaler Anästhesie eine Verhärtung des Auges, ein Hornhautödem sowie der Verlust des Fundusreflex entstehen können. Dabei kann diese Komplikation unerkannt bleiben. Erste Maßnahmen sind die Senkung des IOD sowie die Minimierung intraokularer Toxizität durch das Anästhetikum. 

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