Augen-"Explosion" nach Peribulbäranästhesie
Ausgabe März 2002
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Exzerpt aus
Brar GS, Ram J, Dogra MR et al.
Ocular explosion after peribulbar anesthesia,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:556-561
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Augen-"Explosion" nach Peribulbäranästhesie
In der Vergangenheit wurde von einzelnen Fällen berichtet, in denen es nach Peribulbäranästhesie zu einer Bulbusruptur kam. Die Autoren berichten von 3 eigenen klinischen Fällen, wobei zwei Fälle nach Auftreten der Komplikation zur weiteren Behandlung überwiesen wurden und in einem Fall die Bulbusruptur im eigenen Haus auftrat.
Um eine Bulbuspenetration zu vermeiden, wird in der Literatur die Verwendung einer größeren Spritze mit stumpferer Nadel empfohlen, so dass ein größerer Widerstand gegeben ist. Anzeichen einer Penetration sind die Trübung der Hornhaut während der Injektion, das Auftreten einer Luftblase hinter der hinteren Kapsel sowie ein Abfall des intraokularen Drucks. Auch die Verhärtung des Bulbus ist ein Anzeichen für eine intraokulare Injektion des Anästhetikums. Besonders alarmierend sind jedoch plötzlich auftretende starke Schmerzen des Patienten, was auch in den drei vorliegenden Fällen zu beobachten war.
Wenn auch bei den Anästhetika selbst keine sehr hohe Toxizität gegeben ist, so sind doch Zusätze wie Gentamicin von hoher toxischer Wirkung für die Netzhaut. Hierin ist wahrscheinlich auch einer der Gründe zu suchen, warum diese intraoperative Komplikation auch nach intensivem Komplikationsmanagement beim Vorliegen einer Netzhautablösung zu ausgesprochen schlechten Endergebnissen führt.
In den vorliegenden drei Fällen konnten bei einem Fall Handbewegung in der Nähe und im anderen Fall keine Lichtwahrnehmung erzielt werden, wogegen der endgültige Visus im dritten Fall bei 6/9 lag, was anhand der Vorgeschichte ein außergewöhnlich gutes Ergebnis darstellt. Zur Vermeidung der Komplikation plädieren die Autoren für genaue Kenntnisse der Orbita-Anatomie, die Durchführung von Injektionen von qualifiziertem Personal, die Anwesenheit eines erfahrenen Mitarbeiters, wenn die Injektion von einem unerfahrenen Mitarbeiter vorgenommen wird sowie die nötige Sorgfalt zum rechtzeitigen Erkennen der Komplikation.

