Hyperopie-Korrektur mit LASIK bei durch radiale Keratotomie induzierter Hyperopie
Ausgabe März 2002
Exzerpt aus
Francesconi CM, Nosé RAM, Nosé W.
Hyperopic Laser-assisted In Situ Keratomileusis for Radial Keratotomy-induced Hyperopia,
Ophthalmology 2002;109:602-605
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Hyperopie-Korrektur mit LASIK bei durch radiale Keratotomie induzierter Hyperopie
An einer nicht vergleichenden retrospektiven Serie von nicht aufeinander folgenden Fällen wurden Wirksamkeit und Sicherheit der Hyperopie-Korrektur mit LASIK bei RK-induzierter Hyperopie analysiert. Bei allen LASIK-Operationen wurde der Excimer-Laser eingesetzt.
Die Studie wurde an 69 Augen von 47 Patienten im Alter von 32 - 60 Jahren (Durchschnitt 44,9 Jahre) durchgeführt. Einschlußkriterien waren Hyperopie nach RK, ein best korrigierter Visus mit Brille (BSCVA) von 20/40 oder besser sowie einer stabiler refraktiver und topografischer Zustand von mindestens 1 Jahr. Ausgeschlossen wurden Patienten mit Hornhautnarben, hypertrophischen Inzisionen, Epithelzysten und/oder astigmatischer Keratotomie-Inzision.
Gemessen wurden das spherische Äquivalent (SE), der unkorrigierte Visus (UCVA) und der best korrigierte Visus mit Brille (BSCVA) vor und nach LASIK bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 6,6 ± 3,24 Monaten. Das präoperative SE betrug im Mittel + 3,4 ± 1,6 Dioptrien, verglichen mit einem postoperativen Wert von - 0,32 ± 1,2 Dioptrien. Bei 79,7% der Augen ergab sich eine Emmetropie innerhalb ± 1,0 Dioptrien, bei 88% innerhalb von ± 2 Dioptrien. Die präoperative BSCVA lag bei 55% der Augen bei 20/20 und bei 100% bei 20/40 oder besser, verglichen mit einer BSCVA von 20/20 bei 55% und 20/40 oder besser bei 95,6%. Die präoperative UCVA lag in 52 Fällen bei £20/50, im Vergleich zu einer postoperativen UCVA von 20/20 bei 18,8% und ³20/40 bei 65,2%. Durch Einwachsen des Epithels (n=3) in das Interface und diffuser lamellarer Keratitis (Sands of Sahara-Syndrom; n=2) verloren vier Augen 2 Snellen-Linien. In einem Auge fanden sich das Sands of Sahara-Syndrom sowie Epitheleinwuchs und Nekrose des Hornhautdeckels. 13 der operierten Augen verloren 1 Snellen-Linie, wogegen bei 50 Augen alle Snellen-Linien erhalten blieben oder weitere hinzugewonnen werden konnten. Die einzige intraoperative Komplikation war das Öffnen der Inzision bei einem Auge beim Zurückklappen des Hornhautdeckels. Bei keinem der Patienten konnte ein Verlust von Snellen-Linien bei der BSCVA beobachtet werden.
Laut einer prospektiven Studie liegt in 25% bis 43% der zwischen 1980 und 1990 mit RK behandelten ca. 1,2 Millionen Patienten eine Hyperopie vor, die sich mit jedem weiteren Jahr um 1% bis 2% verschlechtert, so dass ein sichere und wirksame Methode zur Korrektur der RK-induzierten Hyperopie von großem Interesse ist. LASIK hat sich in der vorliegenden Studie als wirksames, vorhersagbares und ausreichend sicheres Verfahren zur Korrektur von RK-induzierter Hyperopie erwiesen. Die Wirksamkeit der Methode könnte jedoch bei einer längeren Nachbeobachtungszeit und einer leichten Modifizierung des Laser-Algorhythmus zur Vermeidung einer Überkorrektur noch gesteigert werden.

