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Behandlung von Interface-Keratitis mit oralen Kortikosteroiden

Ausgabe März 2002

Exzerpt aus

MacRae SM, Rich LF, Macaluso DC.
Treatment of interface keratitis with oral corticosteroids,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:454-461

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Behandlung von Interface- Keratitis mit oralen Kortikosteroiden 


Am Casey Eye Institute in Portland, Oregon, wurde Interface-Keratitis bzw. diffuse lammelare Keratitis nach LASIK mit einer kombinierten Therapie aus intensiver topischer und oraler Verabreichung von Kortikosteroiden behandelt. Es erfolgte eine retrospektive Analyse von 13 Augen mit Interface-Keratitis Grad 2 bis 3, die mit oralen Kortikosteroiden (Prednison 60 bis 80 mg) sowie stündlicher topischer Gabe von Kortikosteroiden behandelt worden waren.

Zwischen April 1998 und Oktober 2000 war es bei 13 Augen von 13 Patienten zu einer Keratitis zwischen Hornhautbett und -deckel nach LASIK gekommen. Am Operationstag hatten die Patienten BetadineÒ erhalten, unmittelbar nach der Operation mindestens 3 Gaben OcufloxÒ; Patienten mit Epitheldefekten ebenso therapeutische Kontaktlinsen, die nach Abheilen des Epithels entfernt worden waren. Innerhalb der ersten 12-24 Stunden postoperativ wurden keine Kortikosteroide routinemäßig verabreicht. Postoperativ wurde routinemäßig 12-24 Stunden postoperativ 4 x täglich TobraDexÒ gegeben, in Fällen von Interface-Keratitis wurde das TobraDexÒ zusätzlich zur intensiven Kortikosteroi-Therapie bis zum Abklingen der Entzündung beibehalten.

Der best korrigierte Visus (BCVA) wurde als objektiver Maßstab dafür angesetzt, ob intensiv mit topischen und oralen Koritikosteroiden, mit Spülung des Hornhautdeckels oder mit beidem therapiert werden sollte. Auch wurde nach prädisponierenden Faktoren wie intraoperativen Epitheldefekten oder bestehenden schweren Allergien gesucht.

Alle 13 Augen sprachen gut an auf die kombinierte Therapie mit intensiver topischer und oraler Verabreichung von Kortikosteroiden und zeigten eine BCVA von 20/20 nach Abklingen der Keratitis. (Bei 6 Patienten (46%) bestand eine Vorgeschichte schwerer jahreszeitlich bedingter Allergien. Einen Tag postoperativ wiesen 3 Augen (23%) einen Epitheldefekt auf und bei 2 Augen (15%) fanen sich im Interface eingeschlossene Partikel. Durch die orale Einnahme der Kortikosteroide kam es bei 3 Patienten (23%) zu leichten Magenreizungen und bei 2 Patienten (15%) zu Nervosität. Alle 5 beobachteten Nebenwirkung vergingen ohne weitere Nachwirkungen. Bei keinem der Patienten waren schwere Nebenwirkungen zu beobachten.

Die intensive Behandlung mit oral verabreichten Kortikosteroiden über einen kurzen Zeitraum stellte eine wirksame Behandlung bei Patienten mit Interface-Keratitis Grad 2 oder mehr dar, wenn diese mit der stündlichen Verabreichung von topischen Kortikosteroiden kombiniert wurde. Bereits 24-48 Stunden nach Therapiebeginn besserte sich die Entzündung und es kam zu einer langsamen Verbesserung des Visus.

Bei einer Verschlechterung des best korrigierten Visus auf 20/40 oder schlechter ist diese Form der kombinierten Therapie angezeigt, bei einer gravierenderen Verschlechterung des Sehvermögens zusätzlich Ablösung und Spülung des Hornhautdeckes. Die BCVA stellt ein hilfreiches objektives Kriterium für die Schwere der Interface-Keratitis dar und kann als Richtlinie für das therapeutische Vorgehen dienen. 

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