Cyclotorsion: mögliche Ursache eines Restastigmatismus in der refraktiven Chirurgie
Ausgabe April 2002
Exzerpt aus
Tjon-Fo-Sang MJ, de Faber JT, Kingma C et al.
Cyclotorsion: A possible cause of residual astigmatism in refractive surgery,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:599-602
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Cyclotorsion: mögliche Ursache eines Restastigmatismus in der refraktiven Chirurgie
An den Kliniken des Rotterdam Eye Hospital wurde ermittelt, ob es bei Patienten bei einem Wechsel von binokularer auf monokulare Fixation zu einer Cyclotorsion kommt. Ebenso wurde die Lage der induzierten Cyclotorsion bestimmt.
Die Astigmatismus-Achse wurde an 15 Gesunden mit einem mittleren Zylinder von -1,2 Dioptrien bei monokularer und binokularer Fixation im Sitzen und auf dem Rücken liegend mit einem Nidek-Keratometer gemessen. Dabei wurden die Übereinstimmungsgrenzen hinsichtlich der Wiederholbarkeit der Messungen mit dem Nidek-Keratometer verwendet um Testpersonen mit einer statistisch signifikanten Cyclotorsion zu ermitteln. Die Meßgenauigkeit lag bei 95%.
Vor Durchführung der Messungen wurde das Nidek-Keratometer durch vergleichende Messungen mit einem Zeiss-Keratometer validiert, wobei sich keine statistisch relevanten Unterschiede ergaben.
Bei zwei Testpersonen (13%) konnte beim Wechsel von der binokularen zur monokularen Fixation im Sitzen eine statistisch signifikante Excyclotorsion beobachtet werden. Im Liegen kam es bei einer Änderung der Fixation bei 3 Testpersonen (20%) zu einer Excyclotorsion. Die Lagerung des Körpers selbst hatte keinen Einfluß auf die okulare Torsion.
Beim monokularen Sehen kann es zu einer signifikanten Cyclotorsion kommen. Wenn daher eine monokulare photorefraktive Keratektomie basierend auf den Ergebnissen der binokularen Keratometrie durchgeführt wird, kann eine Unterkorrektur des myopen Astigmatismus die Folge sein. Auf diesem Grund sollten vor Durchführung einer refraktiven Keratektomie Risikopatienten ermittelt werden. Empfehlenswert ist auch die präoperative Markierung der Astigmatismus-Achse, um die korrekte Ausrichtung des Laserstrahls zu gewährleisten.

