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Vortrag "Laser-Phako und Limbusschnitt"

Vortrag "Laser-Phako und Limbusschnitt"

Ein Vortrag von Dr. Peter Brauweiler

"Wir haben uns vor zehn Jahren nicht vorstellen können, wie gut die Katarakt-Chirurgie werden kann," berichtete Dr. Peter Brauweiler, Dardenne-Klinik. Beim 31. Godesberger Fortbildungs-Symposium warf er einen Blick zurück und in die Zukunft unter dem Motto: "An vorderster Front - Zehn Jahre Katarakt-Chirururgie in Bad Godesberg". Vom Limbusschnitt bis zur Laserphako und moderner Nachstar-Prophylaxe reichte die Zeitreise.

In Godesberg begann die Katarakt-Chirurgie mit dem Limbusschnitt, der sechs bis sieben Millimeter breit war. Er wurde mittels Kreuznähten verschlossen. 1990 kamen dann die faltbaren Linsen auf den Markt, "die auch die operativen Techniken revolutionierten." Zunächst wurde der Tunnelschnitt verwirklicht, der nur noch vier Millimeter breit war. Aus Amerika kamen dann Operationstechniken, die durch kleine Schnitte die Astigmatismussituation nach der Operation wirklich verbesserten. "Wir haben hier sehr gut Erfahrungen gemacht", berichtet Brauweiler. Ein weiterer Fortschritt ermöglichte dann die "no-stitch"-Operation. Die Veränderung der Schnittführung bis in die Hornhaut hinein bewirkte nun, daß eine abdichtende Lamelle entstand, durch die der Augeninnendruck den Schnitt verschloß. Diese Operationstechnik war jedoch nur mit Faltlinsen anwendbar und hier galt: Sie waren rar und gerade erst auf dem Markt. "Wir Ophthalmologen sind konservativ", meint Brauweiler. Man setzt lieber auf bewährte Materialien, als auf innovative Neuerungen. 1991 wurde dann die nahtfreie Operation auch für PMMA-Linsen möglich. Waren bis dahin rund 70 Prozent der Katarakt-Operationen extrakapsulär, so kehrte sich dieses Verhältnis nach Einschätzung von Brauweiler binnen zwei bis drei Jahren um. 1991 wurde der erste Kurs "Nahtfreie Chirurgie" in Godesberg abgehalten. Die Bimanuelle Irrigation wurde ebenfalls im Laufe der vergangen Jahre weiter verbessert und ermöglichte immer kleinere Schnitte.

Nicht nur bei der reinen Operationstechnik, auch bei der Entwicklung von Linsendesign und Maschinen sieht Brauweiler einen großen Einfluß der Dardenne-Klinik: "Die Mitarbeiter einiger Firmen gehen hier ein und aus." So nahmen die Godesberger an der ersten großen europäischen Multicenter Studie zum Thema "Multifokallinsen" teil. Die erreichten "Veränderungen haben dazu beigetragen, Energie zu sparen, Zeit zu sparen und haben dadurch atraumatische Operationen ermöglicht." Vor ungefähr vier Jahren ereignete sich die nächste Revolution mit der "clear cornea"-Technik (clear corneal incisions). Auch sie wird in Godesberg angewendet.

Eine medizinische Richtung "bei der das letzte Wort noch nicht gesprochen ist", ist die kombinierte Glaukom/Katarakt-Operation. Hier wurden die Operationstechniken angefangen bei Trabekulektomie, Trabekulotomie, der tiefen Sklerotomie bis hin zur Viskokanaloskopie und deren Kombination mit der Katarakt-Chirurgie in der Klinik weitergeführt. Für Brauweiler steht fest: "War die kombinierte Operation vor zehn Jahren noch suspekt, so ist es heute klar, wann entsprechende Indikationen bestehen und wann nicht." Auch die Entwicklung der Laserphako wird positiv bewertet, wenn auch noch abschließend: "In den letzten Jahren wurde eine Perfektion erreicht, die auch eine klinische Anwendung möglich macht." Gleich mit zwei Geräten, einem Erdium- und einem YAK-Laser, wird in der Klinik gearbeitet. Immer noch ein aktuelles Problem ist die Nachstarprophylaxe. Kapselknickring und die Veränderung des Linsendesigns hin zu scharfe Kanten an Haptik und Optik bringen möglicherweise einen Erfolg. Im Moment werden die ersten entsprechend operierten Patienten in der Klinik untersucht. Da die Prophylaxe einen langfristigen Erfolg zeigen muß, können diese Methoden noch nicht abschließend bewertet werden - noch nicht. Diese Fortschritte waren nur unter Mithilfe der Einweiser möglich - und für deren Mitarbeit dankt Brauweiler. 

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