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Probleme mit refraktiven intraokularen Linsen

Nicht ausgeschlossen, aber meist beherrschbar: Probleme mit refraktiven intraokularen Linsen

Binkhorst-Redner, Dr. Walter J. Stark, gab in Orlando einen Überblick über 20 Jahre IOL-Geschichte.

Star-Patienten haben intraokulare Linsen (IOL) Millionen bereits ein hohes Maß an Lebensqualität zurückgegeben. Immer häufiger dienen Linsenimplantate aber auch dazu, Kurz- und Weitsichtigkeit, Presbyopie, Astigmatismus und andere Refraktionsfehler zu heilen. In einem Symposium "Refractive Intraocular Lenses" sprachen führende Ophthalmologen während der AAO-Jahrestagung '99 in Orlando über den sogenannten "State if the Art".
Höhepunkt des Expertentreffens war die von Dr. Walter J. Stark gehaltene Binkhorst-Gedächtnisvorlesung, die schon allein durch das Redetempo des Referenten bestach. Immerhin hatte sich dieser mit dem Thema "Intraocular Lens Complications: A 20-Year Perspective" das ehrgeizige Ziel gesetzt, seinen Zuhörern in knapp 20 Minuten einen Überblick zu geben, welche Fortschritte und Entwicklungen es in den vergangenen zwei Jahrzehnten in der "Linsentechnik" gab.


Seit den frühen 80er Jahren, als Dr. Stark Vorsitzender des ophthalmologischen Beraterstabs der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) war, hat sich auf dem Gebiet der intraokularen Linsen ungeheuer viel ereignet. Starre Hinterkammer-Linsen beispielsweise kenne von seinen jüngeren Kollegen eigentlich keiner mehr, sagt Dr. Stark. Dabei waren sie bis etwa 1984 in den USA der gebräuchlichste Linsentyp. Schmerzen, Cornea- und Makula-Ödeme traten nach ihrer Implantation keineswegs selten auf. "Niemand soll glauben, dass intraokulare Linsen schon immer so einfach handhabbar waren, wie heute", belehrt der Mediziner das Auditorium.

Zu Beginn seines Vortrags würdigte Dr. Stark die Verdienste Dr. Binkhorsts: "Als intraokulare Linsen noch umstritten waren, hat er Pionierarbeit geleistet. Die von ihm in Gang gesetzten Fortschritte haben viel zur Akzeptanz der Linsenimplantate in den USA beigetragen." Im weiteren Verlauf des Referats ging Dr. Stark auf die unterschiedlichen - häufige und seltenere -Komplikationen beim Einsatz der Kunstlinsen ein.
Relativ oft kommt das Verrutschen oder eine Dezentrierung der Linsen vor. Die IOL-Fachleute sprechen auch vom Sunset- oder Sunrise-Syndrom. Dagegen könne in aller Regel nur ein chirurgischer Eingriff zwecks neuer und besserer Fixierung der Linse helfen, meint Dr. Stark. Ein anderes in jüngster Zeit verstärkt beobachtetes Problem, das sich nach Ansicht des Referenten ebenfalls nur chirurgisch lösen lässt, ist die Epithelproliferation auf der Linsenoberfläche. "Mit einer Laserbehandlung ist hier nichts zu machen", weiß Dr. Stark. Einige neuere Linsenmaterialien und -typen, wie Piggy-back-Linsen, scheinen für diese Komplikation besonders anfällig zu sein.
Günstiger sieht es dagegen bei Anlagerungen von Makrophagen oder Pigmentzellen auf der Linse aus. In diesem Fall kann dem Patienten mit Laserlicht meist nachhaltig geholfen werden. Auch bei Verengungen der vorderen Augenkammer kann das Lasergerät das Chirurgenskalpell ersetzen: "Mit dem Laserstrahl sind sehr genaue Schnitte ohne Schäden an der Linse möglich."

Eine der schwersten Komplikationen bei Trägern von Linsenimplantaten ist das pseudophake Cornea-Ödem, das häufig eine Hornhaut-Transplantation nach sich zieht. Als Leiter der Hornhaut- und Katarakt-Abteilung am Wilmer Eye Institute der Johns Hopkins School of Medicine gilt gerade diesem Problem Dr. Starks besonderes wissenschaftliches Interesse.
Grundsätzlich müsse ein Augenarzt, der intraokulare Linsen implantiert, in jedem Einzelfall mit Komplikationen rechnen. "Schließlich haben wir es ja mit kranken und damit komplikationsanfälligen Augen zu tun", begründet Dr. Stark, warum es ungerecht ist, die Schuld für weniger befriedigende Ergebnisse immer nur beim Arzt zu suchen. "Wichtig ist, dass wir soviel wie möglich über die möglichen Komplikationen, ihre Ursachen und Prävention sowie über die Gegenmaßnahmen wissen. Dann haben auch Problempatienten beste Aussicht auf ein gutes Behandlungsergebnis." 

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