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Mit Cytokinen gegen Diabetische Retinopathie

Mit Cytokinen gegen Diabetische Retinopathie

Dr. Myron Yanoff sucht nach Substanzen, die die vorzeitige Apoptose von Gefäßwandzellen stoppen

Kann ein Hemmstoff, der das Absterben von Perizyten in der Gefäßwand unterdrückt, auch die diabetische Retinopathie verhindern? Dr. Myron Yanoff und seine Kollegen meinen "Ja". Gelänge es einen solchen Wirkstoff zu finden, so hätte man damit auch eine völlig neue Therapie gegen die häufigste Blindheitsursache in der westlichen Welt in der Hand.

"The cause of Diabetic Retinopathy - Where do we stand?" Unter diesem Titel lud Dr. Yanoff in der Zimmerman-Vorlesung, die er während der AAO-Jahrestagung '99 im Rahmen eines Symposiums über Diabetes und Augengesundheit hielt, seine Zuhörer zu einem Streifzug durch fast 40 Jahre Forschung ein.
Die erste "Explosion des Wissens" über die diabetische Retinopathie ereignete sich in den 60er Jahren - so jedenfalls sah es der Referent. Damals, 1966, erschien die erste Arbeit Yanoffs im renommierten "New England Journal of Medicine". "Wir untersuchten die Augen Verstorbener. Das Retina-Gewebe wurde mit Trypsin enzymatisch aufgelöst, so dass wir die Blutgefäße, direkt betrachten konnten", erinnert sich der Mediziner. "Wir fanden einen signifikanten Verlust an Perizyten und ein ebenso drastisch reduziertes Perizyten-Endothelzellen-Verhältnis in den Netzhäuten von Diabetikern." Je stärker der Zellverlust, desto größer die Gefahr von Gefäßveränderungen, wusste Dr. Yanoff schon vor mehr als 30 Jahren.
Einige Zeit später veröffentlichte er im "American Journal of Ophthalmology" eine Studie, in der es um weitere Untersuchungen am gesamten Auge ging. "Die auffälligsten pathologischen Veränderungen, die wir bei Diabetikern fanden, waren Durchblutungsstörungen der Retina." Fast zwei Jahrzehnte stockte dann der wissenschaftliche und medizinische Fortschritt.
Erst Anfang der 90er Jahre entdeckten Forscher eine Reihe cytogenetischer Faktoren (Zytokine) die direkt oder indirekt auf die Struktur, das Wachstum oder die Funktion von Blutgefäßen Einfluss nehmen. Dr. Yanoff und seine Mitarbeiter haben etliche dieser Substanzen untersucht und vor allem nach ihrer Rolle beim Entstehen diabetischer Gewebeschäden gefragt. Immer wieder stießen die Wissenschaftler dabei auf den Prozess des programmierten Zelltods, der sogenannten Apoptose. "Jede Zelle", erklärt der Empfänger der diesjährigen Zimmerman-Medaille, "ist darauf eingerichtet, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu sterben." Beim Diabetes triggern unterschiedliche Faktoren die Perizyten so, dass diese vorzeitig zugrunde gehen. "Wir waren die ersten, die solche Mechanismen auch im menschlichen Auge fanden", erzählt Dr. Yanoff mit sichtlichem Stolz.
Und man entdeckte auch, dass starke Blutzucker-Schwankungen die Apoptose begünstigen. Die Frage ist nur: Warum? Zur Zeit konzentrieren sich Dr. Yanoff und sein Team auf mehrere Genprodukte, Inhibitoren, Wachstumsfaktoren und andere Substanzen, die den programmierten Zelltod regulieren. "Unser Ziel ist, einen klinisch einsetzbaren Hemmstoff zu finden, mit dem das Absterben der Perizyten unterdrücken können", verrät Dr. Yanoff seine Wünsche.
Kann ein Hemmstoff, der das Absterben von Perizyten in der Gefäßwand unterdrückt, auch die diabetische Retinopathie verhindern? Dr. Myron Yanoff und seine Kollegen meinen "Ja". Gelänge es einen solchen Wirkstoff zu finden, so hätte man damit auch eine völlig neue Therapie gegen die häufigste Blindheitsursache in der westlichen Welt in der Hand.

"The cause of Diabetic Retinopathy - Where do we stand?" Unter diesem Titel lud Dr. Yanoff in der Zimmerman-Vorlesung, die er während der AAO-Jahrestagung '99 im Rahmen eines Symposiums über Diabetes und Augengesundheit hielt, seine Zuhörer zu einem Streifzug durch fast 40 Jahre Forschung ein.
Die erste "Explosion des Wissens" über die diabetische Retinopathie ereignete sich in den 60er Jahren - so jedenfalls sah es der Referent. Damals, 1966, erschien die erste Arbeit Yanoffs im renommierten "New England Journal of Medicine". "Wir untersuchten die Augen Verstorbener. Das Retina-Gewebe wurde mit Trypsin enzymatisch aufgelöst, so dass wir die Blutgefäße, direkt betrachten konnten", erinnert sich der Mediziner. "Wir fanden einen signifikanten Verlust an Perizyten und ein ebenso drastisch reduziertes Perizyten-Endothelzellen-Verhältnis in den Netzhäuten von Diabetikern." Je stärker der Zellverlust, desto größer die Gefahr von Gefäßveränderungen, wusste Dr. Yanoff schon mehr als 30 Jahren.
Einige Zeit später veröffentlichte er im "American Journal of Ophthalmology" eine Studie, in der es um weitere Untersuchungen am gesamten Auge ging. "Die auffälligsten pathologischen Veränderungen, die wir bei Diabetikern fanden, waren Durchblutungsstörungen der Retina." Fast zwei Jahrzehnte stockte dann der wissenschaftliche und medizinische Fortschritt.
Erst Anfang der 90er Jahre entdeckten Forscher eine Reihe cytogenetischer Faktoren (Zytokine) die direkt oder indirekt auf die Struktur, das Wachstum oder die Funktion von Blutgefäßen Einfluss nehmen. Dr. Yanoff und seine Mitarbeiter haben etliche dieser Substanzen untersucht und vor allem nach ihrer Rolle beim Entstehen diabetischer Gewebeschäden gefragt. Immer wieder stießen die Wissenschaftler dabei auf den Prozess des programmierten Zelltods, der sogenannten Apoptose. "Jede Zelle", erklärt der Empfänger der diesjährigen Zimmerman-Medaille, "ist darauf eingerichtet, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu sterben." Beim Diabetes triggern unterschiedliche Faktoren die Perizyten so, dass diese vorzeitig zugrunde gehen. "Wir waren die ersten, die solche Mechanismen auch im menschlichen Auge fanden", erzählt Dr. Yanoff mit sichtlichem Stolz.
Und man entdeckte auch, dass starke Blutzucker-Schwankungen die Apoptose begünstigen. Die Frage ist nur: Warum? Zur Zeit konzentrieren sich Dr. Yanoff und sein Team auf mehrere Genprodukte, Inhibitoren, Wachstumsfaktoren und andere Substanzen, die den programmierten Zelltod regulieren. "Unser Ziel ist, einen klinisch einsetzbaren Hemmstoff zu finden, mit dem das Absterben der Perizyten unterdrücken können", verrät Dr. Yanoff seine Wünsche.

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