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Kontaktlinsen zum Übernachtgebrauch

Bequem, aber nicht ungefährlich: Kontaktlinsen zum Übernachtgebrauch

Lange Verweildauer der Linse auf dem Auge erhöht das Infektionsrisiko, warnt Dr. Donald J. Doughman.

Nichts deutete darauf hin, dass es Probleme geben könnte, als die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) Kontaktlinsen zuließ, die 30 Tage lang ohne Unterbrechung getragen werden dürfen. Doch Dr. Donald J. Doughman und seine Kollegen kamen schon bald zu einer anderen Ansicht: "Unsere Beobachtungen nährten den Verdacht, dass der Gebrauch dieser Linsen mit einem erhöhten Risiko für Cornea-Infektionen verbunden ist. Eine Tatsache zur Kenntnis genommen werden muss", sagte der Referent der diesjährigen Whitney G. Sampson Vorlesung.

Dr. Doughman äußerte seinen Verdacht bereits Ende der 80er Jahre. Die FDA wurde aufmerksam. Als dann noch Dr. Oliver Schein zusammen mit Kollegen und Epidemiologen eine Studie im "New England Journal of Medicine" veröffentlichte, die ergeben hatte, dass der Übernachtgebrauch von Kontaktlinsen Infektionen der Cornea fördert, änderte die Behörde die Richtlinien. Langzeit-Kontaktlinsen müssten mindestens einmal in der Woche für eine Nacht aus dem Auge genommen werden, hieß es nun.
"Ich war nicht der einzige, aber einer der ersten, die die Gefahr erkannten", sagt der Spezialist für Star-Operationen und refraktive Chirurgie, Dr. Doughman, nicht ohne Stolz. "Wir haben etwas bewegt und viele Menschen vor Schäden bewahrt." Der vorsichtigere Umgang mit Langzeit-Linsen, verbunden mit einem häufigeren Wechsel habe die Zahl schwerer Hornhautinfektionen gesenkt. Dennoch machen ihm diese Komplikationen bis heute Sorgen.
Seit 1972 arbeitet Dr. Doughman als Professor für Ophthalmologie an der Universität von Minnesota. Als Student hatte er zunächst vor, Retina-Spezialist zu werden. Doch eine Studie während seiner Zeit als Resident an der Universität von Iowa änderte seinen Plan: "Wir untersuchten Netzhaut-Ablösungen am Tiermodell und entdeckten dabei unerwarteter Weise, dass die auslösenden Bedingungen auch die Hornhaut schädigen können. Dies lenkte meine ganzen klinischen und wissenschaftlichen Interessen auf die Cornea." Diesen Wechsel habe er bislang nicht bereut, sagt Dr. Doughman. 

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