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Hilfreiche Gifte und maßgeschneiderte Ablationen

Hilfreiche Gifte und maßgeschneiderte Ablationen

Viel Diskussionsstoff für Ophthalmologen liefert zur Zeit die refraktive Chirurgie. In Orlando wurde ihr ein zweitätiger Vorkongress gewidmet.

Eine schwere Komplikation nach Photo-Refraktiver Keratectomie (PRK) oder Radialer Keratotomie (RK) kann das wiederkehrende Auftreten starker Hornhauttrübungen sein. Mit einer zweiminütigen Mitomycin-C-Behandlung des Stroma lässt sich das Problem jedoch beheben. Das meint jedenfalls Dr. Randy J. Epstein aus Chicago. Der Augenarzt berichtete über entsprechend positive Ergebnisse bei bislang 13 Patienten und lieferte damit fast am Ende des "Subspeciality Day - Refractive Surgery 1999" im Vortragsblock "Neueste Nachrichten" noch ein Highlight.

Zwei Tage lang beschäftigten sich fast 1900 Ophthalmologen aus aller Welt im Vorfeld der AAO-Jahrestagung 1999 mit der sich immer rasanter entwickelnden refraktiven Chirurgie. Dabei machte Marguerite B. McDonald, Professorin an der Tulane University School of Medicine in New Orleans, unter anderem das "Trockene Auge" zum Thema. Die Mitorganisatorin des AAO-Vorkongresses wies daraufhin, dass wahrscheinlich mehr als zehn Prozent der Patienten vor einer "Laser in situ keratomileusis"-Operation (LASIK) subklinisch vom "Dry Eye"-Symptom betroffen sind, das sich in vielen Fällen nach dem Eingriff verstärkt.
Andere Referenten berichteten über ihre ersten Erfahrungen mit neuen Lasertypen und -geräten und über den Nutzen verbesserter und neuartiger Diagnostikmethoden, wie der Wellenfront-Analyse. Diskutiert wurde aber auch über Wege, um die in der refraktiven Chirurgie bereits etablierten Verfahren zu verbessern. So lässt sich der Astigmatismus offensichtlich wesentlich Gewebe schonender operieren als bislang üblich. Dr. Edward E. Manche brachte das Thema "Elektromagnetischer Kurzwellen (Radiowellen)" ins Gespräch. Möglicherweise machen diese bei der Korrektur der Hyperopie künftig dem Laser Konkurrenz.

Was die vielversprechenden Mitomycin-C-Erfolge betraf, so räumte Dr. Epstein ein, dass diese eigentlich allen gefühlsmäßigen Erwartungen widersprechen: Jeder Arzt wisse über die zellschädigende Wirkung von Mitomycin-C Bescheid. "Der springende Punkt ist die genaue Kontrolle der Dosis und Behandlungsdauer", erklärte der Mediziner. "Wir müssen begreifen, dass eine Substanz, die allgemein als Gift betrachtet wird, keine toxischen Effekte hat, wenn man sie nur in geringer Dosierung und kurzzeitig einsetzt." Drei Jahre liegt die Mitomycin-C-Behandlung von Dr. Epsteins Patienten inzwischen zurück. "Wenn es in irgendeiner Form Vergiftungen gegeben hätte, würden wir es wissen." Zusammen mit seinem Kollegen und Co-Autor der in Orlando vorgestellten Studie, Dr. Parag A. Majmudar, hat Dr. Epstein Patienten, die nach PRK- und RK-Operationen an einer schweren Hornhauttrübung litten, zunächst oberflächlich keratectomiert. "Die Sehfähigkeit war oft so schlecht, dass eigentlich nur noch eine Hornhauttransplantation geholfen hätte", erinnerte sich der Referent. Die Augenchirurgen tränkten Schwämme, die sonst als Lichtschutz bei Katarakt-Operationen verwendet werden, mit einer zweiprozentigen Mitomycin-C-Lösung und legten diese für zwei Minuten auf das freipräparierte Stroma der Patientenaugen. Zur örtlichen Nachbehandlung setzten sie Antibiotika und Steroide ein. Bei zehn von 13 behandelten Patienten blieben die Hornhäute bislang klar. In einem Fall unternahmen die Ärzte einen zweiten Versuch.

Viele Vorträge und Diskussionen gingen auf Methoden und Verfahren ein, die helfen können, Cornea-Ablationen individuell und sehr genau zu planen. Dr. Marguerite B. McDonald berichtete von einem erst seit kurzem eingesetzten sogenannten "CustomCornea Measurement Device". Dessen Funktion des Systems basiert auf der Hartmann-Shack Wellenfront-Analyse, bei der die Brechung des Lichts im gesamten Auge berücksichtigt wird. Die Referentin nutzte die Daten des neuen Verfahrens, um mehrere "maßgeschneiderte" Ablationen mit einem "Autonomous LADARVision Excimer Laser" durchzuführen. Die ersten fünf Patienten wiesen postoperative BCVA-Werte von 20/16 bis 20/32 auf. Alle hatten den Eindruck, von Tag zu Tag unterschiedlich gut zu sehen. "Wahrscheinlich lag der LASIK-Flap nicht fest genug auf der Stromaoberfläche. Ursache dafür, könnten die Unebenheiten sein, die wir bei einer »Ablation nach Maß« bewusst erzeugen", interpretierte die Ophthalmologin das Ergebnis. 

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