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LASIK, Interview mit Stephen F. Brint

"LASIK ist hier und jetzt und in der Zukunft", Interview mit Stephen F. Brint

30.10.2000

  
Dr. Stephen F. BrintStephen F. Brint, Los Angeles, ist der erste, der eine LASIK-Operation in den USA durchführte und der erste, der diese zur Korrektur der Hyperopie einsetzte. Augen.de sprach beim Meeting 2000 der AAO mit diesem Frontkämpfer der Refraktiven Chirurgie. 

Augen.de: Sie arbeiten zur Zeit mit einem neuen Mikrokeratom, das variable Scharniere mit dem Flap ermöglicht. Was ist der Vorteil dieses Gerätes?

Stephen F. Brint: Schon die älteren Geräte erlaubten variable Scharniere. Mit der Ablationslinse des neuen Mikrokeratoms kann man sehen, wie groß der Flap wird. Durch die Programmierung der Flap-Größe wird ermöglicht, dass die Größe des Scharniers immer gleich bleibt. Das Mikrokeratom erlaubt Ihnen zu sehen, wie dick der Flap wird, so dass der Hinge außerhalb der Ablationszone bleibt. Der Vorteil für die Behandlung der Hyperopie ist, dass das Scharnier sehr klein bleiben kann, um eine große Ablation bei hyperopen Operationen zu ermöglichen.

Augen.de: Sie arbeiten auch mit dem neuem Alcon Summit Autonomous. Auch dieser erlaubt eine variable Größe des Flap. Wie sehen die Resultate mit diesem Gerät aus?

Stephen F. Brint: Selbst wenn bei hyperopen Augen eine Behandlungsfläche von sechs Millimetern und einem 1,5 Millimeter großen Flap, also eine Gesamtablationszone von neun Millimetern, vorkommt, selbst dann haben wir eine sehr glatte Oberfläche. Mit dem Eyetracker messen wir die Augenbewegung 4000 mal in der Sekunde. So haben wir eine sehr, sehr gute Zentralisierung des Flap. Auch können wir die Achse des Astigmatismus sehr gut bestimmen und einhalten. Das ermöglicht sehr gute Korrekturdaten. Das Gerät ist sehr gut zur Korrektur nicht nur der Hyperopie, sondern auch des Astigmatismus und Hyperopie geeignet.

Augen.de: In welchen Fällen arbeiten Sie mit Mikrokeratom und in welchen mit dem neuen Laser?

Stephen F. Brint: Wir benutzen nur noch den Autonomous. Mit ihm bekommen wir bessere Resultate als mit dem Summit, obwohl auch dieser gut sind. Wir benutzen ihn auch für sphärische Hyperopie und hyperopen Astigmatismus ausschließlich.

Augen.de: Wie sieht es aus mit der Zukunft der LASIK. Es gibt Leute, die glauben, dass die Zahl der LASIK-Operationen abnehmen wird…

Stephen F. Brint: Dem stimme ich nicht zu. Ich glaube, der Hauptgrund, der die Menschen von der LASIK abhält, ist Angst. Die Leute lesen über die Komplikationen der LASIK und lesen eine Menge… Hier in Amerika sehen zudem viele die Talkshows, in denen viel über die Komplikationen der LASIK gesprochen wird. Aber ich glaube, dass LASIK eher populärer wird, als dass die Zahl der Operationen abnimmt. Wenn skeptische Menschen bei Freunden feststellen, dass diese zufrieden sind, dann werden auch sie die Chance wahrnehmen.

Augen.de: Welche Leute sind keine guten Kandidaten für die LASIK?

Stephen F. Brint: Jetzt, da wir Alternativen zur LASIK haben, meinen die meisten, dass die obere Grenze bei der hyperoben LASIK bei +4 D und die obere Grenze der myopen LASIK bei -12 D liegt. Darüber sollte mit phaken IOLn gearbeitet werden. Menschen mit hohem Astigmatismus fallen heraus. Ist ihr Astigmatismus partiell korrigiert, dann kommt die LASIK als Behandlungsmethode der zweiten Linie in Frage.

Augen.de: Wie dick sollte die Kornea sein?

Stephen F. Brint: Ich stimme mit der 250 µm-Regel für das verbleibende Stroma überein.

Augen.de: Also ist LASIK die Zukunft?

Stephen F. Brint: Sie meinen LASIK ist hier und jetzt und wird auch zukünftig bleiben. Ja, ich kann nichts erkennen, was die LASIK ersetzen wird. Ich sehe viele Dinge, die die LASIK ergänzen können, wie die phaken IOLn oder die intrakornealen Ringe. Dies tifft nicht so sehr für niedrige Myopie zu, aber für die hohe Myopie, zum Beispiel bei LASIK-Patienten, bei denen wir nicht genug Gewebe entfernen können. Bei ihnen können wir zusätzlich intrakorneale Ringe einsetzen. Aber für 95 Prozent der Patienten ist LASIK die Behandlung der Wahl und ich kann nichts erkennen, was sie in den nächsten zehn Jahren ersetzen wird.

Augen.de: Vielen Dank für das Gespräch.

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