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Die Zukunft der LASIK

Die Zukunft der LASIK

21.11.2000

Wide-Field Lasers, Scanning Spot Lasers oder Thermokeratoplastik - Wie sieht die Zukunft der LASIK aus? Darüber lässt sich trefflich streiten. Das bewiesen die Spezialisten beim diesjährigen AAO-Meeting in Dallas.
"Wir wollen die Uhr zurückdrehen", meint Daniel S. Durrie, der die Sache der Thermokeratoplastik vertrat. Damit meint er nicht die Methodik, sondern deren zeitliche Begrenzung vor allem bei alten Menschen. Hier habe die Thermokeratoplastik den Vorteil, dass dass ein sehr großes Gebiet behandelt wird. "Wir erhalten eine riesige optische Zone", meint Durrie. Bei der Bekämpfung der schwachen Hyperopie und der Presbyopie gelte es die Abhängigkeit von der Lesebrille zu erniedrigen. Er führte Studien an, bei denen zwar nach einem Monat nur rund 20 Prozent der Fälle eine unkorrigierte Sehkraft von 20/40 erreichten, aber nach drei Monaten lag dieser Prozentsatz bei über 70 Prozent. Im Laufe der 24 Monate sank die Sehkraft nur leicht. Aber man sieht: Die Uhr beginnt schon bald nach der Operation wieder zu ticken.
Die Uhr zurückdrehen wollen auch Methoden aus ganz anderen medizinischen Bereichen, die Durrie erwähnte. Botulinus-Injektion, Gesichtshautstraffung und Haartransplantation gehören dazu. Ihnen gemein ist nach Ansicht von Durrie, dass sie sehr sicher sein müssen und dies treffe auf die Thermakeratoplatik zu. "Aber wie viele von diesen Methoden sind wirklich stabil? Ich glaube, dass keine hyperope Behandlung altersbedingte Veränderungen verhindern kann."
"Thermokeratoplatik: Das wird nie funktionieren." George O. Waring hält nicht viel von dieser Methode und lässt sich nicht auf eine Diskussion über die zeitliche Beschränktheit einiger medizinischer Behandlungen ein. Waring bearbeitete für die FDA den Antrag auf Zulassung einer Dioden-Thermokeratoplastik. Das System sei zwar sicher gewesen, aber nur für eine temporale Reduktion der Hyperopie von +0,75 bis +2,5 D geeignet. Waring zeigte die Daten, die der FDA präsentiert wurden. In der betreffenden Studie wurden 612 Augen von 379 Patienten betrachtet. Bei einer recht großen Streuung sank die mittlere Reduktion der Hyperopie von 2,37 D nach einem Monat auf 0,79 D nach 24 Monaten. Aufgrund der großen Streuung sei die Prognose für das einzelne Individuum sehr ungewiss. "Und was passiert mit den Kosten, wenn die Patienten alle drei oder vier Monate wieder operiert werden müssen?" Überhaupt sei die Wirksamkeit von Folgeoperationen bei Thermokeratoplastik noch ungenügend geklärt. Es bleibt also noch viel zu forschen - und zu kämpfen.
Ein weiteres Kampffeld der Zukunft ist die Optimierung der LASIK, und da ging es darum, ob eher großflächige Strahlen oder schnelle kleine Flitzer das Rennen machen. Ob jeder Wide-Field Laser seinen Namen tatsächlich verdient, diese Frage stellten sich viele beim Vortrag von Marc G. Odrich, der ein seven beam scanning system unter diesem Oberbegriff vorstellte. Die Behandlungszone reicht bis zu 9 Millimetern bei Hyperopie und 8,25 bei Myopie, wobei die Größe der Ablation von 6,5 bis kleiner als ein Millimetern variiert werden kann. Die sieben Laserstrahlen des vorgestellten Wide-Field Lasers rotieren untereinander und die Strahler rotieren in sich selbst. Odrich verspricht sich davon eine glatte Ablation. Er betont, dass es bei einem single beam Laser Inhomogenitäten innerhalb des Strahls gibt. Odrich prophezeit, dass demnächst positive Resultate aus klinischen Studien vorliegen werden.
"Die Scanning-Spot Laser werden die Wide-Field Laser ablösen." Diese Meinung vertrat James J. Salz, der die gute Freundschaft zu Odrich trotzdem beibehalten möchte. Salz sieht in den kleineren Strahlen der Scanning Spot Laser einen Vorteil, der Geld sparen hilft: Es werden kleinere Gasflaschen benötigt, was die Verbrauchskosten senken soll. Salz kann FDA-prooved Studien vorweisen, mit Erfolgsquoten an unkorrigierten besten Sehschärfen von 20/40 bei über 90 Prozent der Fälle von spärischer Myopie, myopischem Astigmatismus, gemischtem Astigmatismus, hyperopen Astigmatismus und sphärischer Hyperopie. Zum Thema große Ablationen beschränkte sich Salz allerdings auf Kasuistiken. Salz: "Die Zukunft in diesem System liegt in einer Kombination aus einem Flying Spot und einem sich anpassenden eye tracker, um hervorragende Resultate zu erhalten, besonders dann, wenn wir uns im Gebiet der customized ablation bewegen."
"Unser System ist eine Kombination. Eine Kombination aus einem Wide-Area Laser und einem Flying-spot", betont Odrich, es sei ein Laser, der auch große Ablationen möglich mache. "Er möchte uns erzählen, dass ein 0,65 Millimeter großer Strahl kein kleiner Strahl ist. Nach dieser Definition müssten alle Ablationen ,wide area ablations' bezeichnet werden", erwidert Salz. Der Kampf der Systeme wird wohl noch länger unterhaltsam bleiben. 

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