Die Laserchirurgie wird vielfältiger
Die Laserchirurgie wird vielfältiger
30.10.2000
Die Refraktive Chirurgie wird vielfältiger. Dies ist zumindest eine der Botschaften, die von den Subspecialty Days beim diesjährigen AAO (American Academy of Ophthalmogy) Meeting ausgehen. Verläuft die Entwicklung entsprechend der Einschätzung zumindest einiger Teilnehmer, dann könnte die Dominanz der LASIK verschwinden. "Die Zahl der Patienten, die ich mit LASIK behandele, nimmt ab", bekennt Douglas D. Koch, einer der Programmdirektoren des Subspecialty Days. Das ausführliche Interview lesen Sie hier unter "LASIK wird bleiben - aber andere Techniken kommen". Deutlich wird die Skepsis unter anderem dadurch, dass das Management von Komplikationen der LASIK einer der Schwerpunkte des Meetings war.
Die Komplikationen der LASIK lassen sich in intra- (häufig Komplikationen mit Mikrokeratomen, die große Flaps entstehen lassen) und postoperativ einteilen. Die Häufigkeit der postoperativen Komplikationen liegt zwischen 1,8 und 2,6 Prozent. So zitiert Howard Gimbel, Loma Inda, zwei große Studien. Bis 4,7 Prozent der Patienten müssen einen Verlust der Best-Corrected Visual Acuity (BCVA) von mehr als zwei Linien hinnehmen.
Eine der möglichen postoperativen Komplikationen der LASIK ist die komplette Flap-Dislokation. Mark G. Speaker, New York, berichtet, dass diese plötzlich, d.h. binnen fünf Minuten bis 24 Stunden, nach der Operation am häufigsten auftritt. Die Patient klagt dann häufig über Schmerz und unzureichende Korrektur der Sehkraft. Häufig liegen Akkordeon-ähnliche Falten genauso wie eine Einwanderung von Epithelzellen vor. Wird der Fehler nicht korrigiert, d.h. der Flap in die richtige Position gebracht, so kann dieser "schmelzen". Seltener tritt das Verrutschen des Flaps in der frühen postoperativen Phase oder eine traumatische Ursache auf.
Bei der Dislokation in der frühen postoperativen Phase leidet der Patient zwar nicht unter Schmerzen, aber er berichtet, dass seine Sehkraft nur unzureichend wiederhergestellt wurde. Dieser Schaden ist heimtückisch. Zwar mag ein Defekt des Epithels oder lamellare Keratitis vorliegen, aber der Flap selbst scheint unter der Spaltlampe richtig positioniert. Erst die sorgfältige Untersuchung durch die erweiterte Pupille hindurch, insbesondere per Retroillumination mit der Spaltlampe oder dem Ophthalmoskop, bei +5, enthüllt die Striae.
Die traumatische Dislokation des Flaps kann ab dem Tag Eins bis zu 15 Monaten nach der Operation passieren. In der frühen Phase kann Augenreiben für die Verletzung verantwortlich sein, später kommen harte Objekte, wie zum Beispiel Fingernägel, Billardqueue oder Baumäste in Frage.
Die Dislokation des Flaps lässt sich vermeiden: "Wir empfehlen unseren Patienten, Kontaktsportarten einen Monat lang zu meiden", berichtet Speaker. Die Patienten sollten auch danach einen Augenschutz tragen, zum Beispiel beim Wandern. Während der Operation sollte man das Spekulum vorsichtig entfernen und insgesamt die unnötige Irrigation vermeiden. Der Patient sollte eine Viertel Stunde lang nach der Operation sollte die Augen geschlossen halten und bis zum ersten Besuch nach der Operation einen Augenschutz tragen. Der Flap sollte intraoperativ mit einem Schwamm sorgfältig getrocknet und geglättet werden. Bei einer biokularen Operation kann sich der Flap im zuerst operierten Auge gelockert haben, während das zweite Auge behandelt wurde. Ein Überprüfen des ersten Auges nachdem das zweite fertig ist lohnt ich also.
Dennoch kann es passieren, dass sich der Flap selbstständig macht. Was dann? Haben sich die Kanten des Flap direkt noch vor dem "discharge" verschoben, dann sollte das Speculum vorsichtig wieder eingeführt werden. Die Ränder des Flap sollten gedehnt werden, wie es Probst und Machat vorschlagen. Der Flap sollte fünf Minuten lang trocknen, um nach 30 Minuten wieder untersucht zu werden. Hypotone Lösungen sollten dabei nicht benutzt werden, da sie das Quellen des Flap verstärken und somit zu einem Verrutschen der Ränder, Striae und Duslokation führen können. Das Epithel sollte in jedem Falle geschont werden. Ist es verletzt, dann sollte eine "tight-fitting bandage lens" die Verletzung schützen.
Wenn der Flap verrutscht oder gewellt ist, dann gibt es verschiedene Alternativen. Zum einen kommen auch hier wieder enganliegende Linsen in Betracht, zum anderen kann auch mit fünf unterbrochenen Nylonfäden genäht werden. Diese Optionen gelten allerdings nur dann, wenn der Flap nicht schon schmilzt. Ist dies eingetreten, dann ist als first line eine harte "bandage lens" angezeigt und wenn dies nicht hilft eine Transplantation. Besser ist es jedoch, diese Komplikationen durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu verhindern.

