Risikofaktoren für eine reduzierten Hornhautendothelzelldichte vor einer Kataraktoperation
Ausgabe November 2002
Exzerpt aus
Ishikawa A.
Risk factors for reduced corneal endothelial cell density before cataract surgery,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:1982-1992.
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Risikofaktoren für eine reduzierten Hornhautendothelzelldichte vor einer Kataraktoperation
In einer retrospektiven Analyse wurden die Unterlagen von 1304 Augen von 700 konsekutiven japanischen Kataraktpatienten auf das Vorliegen einer Endothelzellzahl von weniger als 2000 Zellen pro mm2 präoperativ geprüft, um potentielle Risikofaktoren zu ermitteln. Dieses Kriterium traf auf 9% der Augen bzw. 12% der Patienten zu, wobei die Ursache bei 2/3 unbekannt war. Bei den verbleibenden Fällen wurden Kernkatarakt im fortgeschrittenen Stadium und chronische Lungenerkrankungen als signifikante Risikofaktoren identifiziert, wobei bei diesen beiden Risikogruppen eine signifikant reduzierte Endothelzellzahl vorlag. Eine mögliche Erklärung im Falle der Kernkatarakt wäre ein Einfluß der Ernährung bzw. Veränderungen im Kammerwasser, die eine Kernsklerose begünstigen und zugleich Einfluß auf das Hornhautendothel haben. Eine mögliche Erklärung für die Fälle mit chronischer Lungenerkrankung ist ein Einfluß der chronischen Unterversorgung mit Sauerstoff auf den Stoffwechsel von Kammerwasser oder Endothel, wobei eine bilaterale herabgesetzte Endothelzellzahl jedoch nur bei 26% der betroffenen Patienten gegeben war. Die zugrundeliegenden Mechanismen müssen in weiteren Studien untersucht werden.

