Visus nach Glaskörperverlust bei Kataraktchirurgie durch Assistenzärzte
Ausgabe Mai 2002
Exzerpt aus
Blomquist PH, Rugwani RM.
Visual outcomes after vitreous loss during cataract surgery performed by residents,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:847-852
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Visus nach Glaskörperverlust bei Kataraktchirurgie durch Assistenzärzte
Am Parkland Memorial Hospital in Dallas wurde der Visus nach Glaskörperverlust bei Kataraktoperationen in einer retrospektiven Studie an 62 Fällen, bei denen diese Komplikationen in den Jahren 1997 bis 1999 intraoperativ auftraten, ausgewertet. Alle Operationen waren von Assistenzärzten im dritten Jahr durchgeführt worden.
Bei insgesamt 1400 Kataraktoperationen kam es in 63 Fällen (4,5%) intraoperativ zu einem Glaskörperverlust. Ein Fall mit einem Follow-up von weniger als 1 Monat wurde von der Studie ausgeschlossen. Bei den verbleibenden 62 Fällen waren 53 Phakoemulsifikationen, 7 extrakapsuläre Kataraktextraktionen sowie 1 Phakoemulsifikation, die intraoperativ in eine ECCE umgewandelt wurde, und 1 intrakapsuläre Kataraktextraktion durchgeführt worden. 32 Augen erhielten Sulcus-fixierte Hinterkammerlinsen, 20 Augen Vorderkammer-IOLs, und in 7 Augen wurde eine Hinterkammer-IOL in den Kapselsack implantiert. Bei 77% der Patienten konnte postoperativ ein best korrigierter Visus von 20/40 oder besser erzielt werden. Bei den verbleibenden 14 Patienten, bei denen kein best korrigierter Visus von 20/40 oder besser vorlag, bestand bei 9 eine Vorgeschichte okularer Pathologie, die den Visus beeinträchtigte. Werden diese 9 Patienten in der Analyse ausgeschlossen, so beläuft sich das Ergebnis auf einen best korrigierten Visus von 20/40 oder besser in 91% der Fälle mit Glaskörperverlust. Bei 6 Patienten (10%) entwicklelte sich ein cystoides Makulaödem. Bei keinem der Fälle mit Glaskörperverlust kam es zu einer Netzhautablösung oder Endophthalmitis.
Die Ergebnisse zeigen, dass, entgegen geäußerten Befürchtungen, dass von Assistenzärzten durchgeführte Kataraktoperationen mit Phakoemulsifikation zu einer höheren Komplikationsrate führen könnten, als dies bei einer ECCE der Fall ist, auch bei von Assistenzärzten durchgeführten Kataraktoperationen mit Komplikation durch Glaskörperverlust ein guter Visus erzielt werden kann, wobei bei Glaskörperverlust nach Phakoemulsifikation bessere Prognosen gegeben sind als bei Glaskörperverlust nach ECCE. Der in der Studie beobachtete Prozentsatz der Fälle mit Glaskörperverlust entspricht den in der Literatur genannten Zahlen für Kataraktchirurgie durch Assistenzärzte.

