Refraktive Veränderungen bei pseudophaken Fällen in der Pädiatrie: 6 Jahre Follow-up
Ausgabe Mai 2002
Exzerpt aus
Plager DA, Hipfer H, Sprunger DT, et al.
Refractive change in pediatric pseudophakia: 6-year follow-up,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:810-815
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Refraktive Veränderungen bei pseudophaken Fällen in der Pädiatrie: 6 Jahre Follow-up
An der Augenabteilung der Indiana University School of Medicine in Indianapolis wurde eine Studie zur Bestimmung der Langzeitveränderungen des Brechungsfehlers bei Kinderaugen nach primärer Intraokularlinsenimplantation durchgeführt. Ziel der Studie war eine bessere Vorhersagbarkeit der Linsenstärke, die im jeweiligen Alter implantiert werden sollte.
Die Studienpopulation bestand aus 38 Augen von 27 Patienten im Alter zwischen 2 und 15 Jahren nach Implantation einer Hinterkammer-IOL und einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 4 Jahren. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 6,1 Jahre. Alle Messungen wurden von einem in der Pädiatrie erfahrenen Ophthalmochirurgen durchgeführt.
Bei Kindern, die im Alter von 2 oder 3 Jahren operiert worden waren, betrug die mittlere myope Verschiebung 4,60 Dpt. (zwischen 0,50 und 10,75 Dpt.) nach einem postoperativen Zeitraum von 5,3 Jahren im Mittel. Bei Kindern mit OPs im Alter von 6 bis 7 Jahren betrug die myope Verschiebung im Mittel 2,68 Dpt. (zwischen 0,50 und 6,60 Dpt.) nach einem mittleren postoperativen Zeitraum von 5,3 Jahren. Bei Operationen im Alter von 8 bis 9 Jahren betrug die myope Verschiebung im Mittel 1,25 Dpt. (zwischen -0,75 und 2,60 Dpt.) nach 6,8 Jahren postoperativ im Mittel, im Alter von 10 bis 15 Jahren lag dieses Mittel bei 0,61 Dpt. (zwischen 0 und 1,90 Dpt.) bei einem mittleren postoperativen Zeitraum von 5,7 Jahren.
Die Länge der normalen kindlichen Augapfels nimmt in den ersten beiden Lebensjahren stark zu. Dieser Prozess verlangsamt sich dann und ist bis Ende des 10. Lebensjahres abgeschlossen. Zugleich ist während des ersten Lebensjahres eine erhebliche Abflachung der Hornhautkrümmung zu beobachten, wogegen danach nur noch minimale Veränderungen stattfinden. Der dritte Faktor, das Wachstum der natürlichen Linse, dauert die gesamte Kindheit an.
Anhand der Studienergebnisse konnte gezeigt werden, dass die myope Verschiebung im Mittel mit fortschreitendem Kindesalter zurückging und auch die Amplitude der Werte innerhalb der Altersgruppen mit fortschreitendem Alter der Kinder geringer war. Dabei folgt die pseudophake refraktive Veränderung tendentiell einer logarithmischen Regressionskurve, wie sie bereits in der Literatur für phake sowie aphake Kinder beschrieben wurde.
Die Voraussage der zu erwartenden myopen Verschiebung für den einzelnen Patienten bleibt schwierig. Diese Aussage trifft insbesondere für kleinere Kinder zu.

