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Einfluß der temporalen und nasalen nahtlosen Limbus-Tunnelinzision auf den induzierten Astigmatismus nach Phakoemulsifikation

Ausgabe Mai 2002

Exzerpt aus

Kohnen S, Neuber R, Kohnen T.
Effect of temporal and nasal unsutured limbal tunnel incisions on induced astigmatism after phacoemulsification,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:821-825

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Einfluß der temporalen und nasalen nahtlosen Limbus-Tunnelinzision auf den induzierten Astigmatismus nach Phakoemulsifikation 


An den Augenabteilungen des Marienkrankenhauses in Aachen und der Johann Wolfgang v. Goethe Universität in Frankfurt a. Main wurde in einer prospektiven klinischen Studie ein Vergleich des induzierten Hornhautastigmatismus nach temporaler und nasaler nahtloser Limbus-Tunnelinzision angestellt.

Zur Untersuchung kamen 42 Augen von 21 Patienten mit einem Alter von 75,1 Jahren im Mittel nach Phakoemulsifikation und Implantation einer faltbaren hydrophoben Acryl-IOL durch einen nahtlosen Limbustunnel mit 3,6 bis 3,8mm Länge. Dabei wurde jeweils am rechten Auge eine temporale, am linken Auge eine nasale Inzision vorgenommen. Eine Computer-Videokeratographie wurde präoperativ sowie 2 Wochen und 6 Monate postoperativ durchgeführt. Der induzierte Astigmatismus wurde durch Vektoranalyse mit der Holladay-Cravy-Koch-Formel berechnet. Der Vergleich zwischen den beiden Gruppen wurde mit einem Paired Wilcoxon Test vorgenommen.

Der Mittelwert des induzierten Astigmatismus in der temporalen Gruppe betrug 0,62 ± 0,48 Dpt. 2 Wochen postoperativ und 0,47 ± 0,32 Dpt. 6 Monate postoperativ, verglichen mit 1,55 ± 0,84 Dpt. bzw. 1,05 ± 0,57 Dpt. in der nasalen Gruppe. Den unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich des induzierten Astigmatismus könnten zwei Faktoren zugrunde liegen: Zum einen entspricht das optische Zentrum der Hornhaut nicht ihrem geometrischen Zentrum, sondern das optische Zentrum liegt etwas mehr nasal und inferior, so dass bei einem nasalen Zugang näher am optischen Zentrum operiert wird. Zum anderen muss sich der Operateur beim nasalen Zugang mit einem steileren Operationswinkel auseinandersetzen, was zu einer vermehrten Aufdehnung der Wunde führen kann.

Somit war ein großer, statistisch signifikanter Unterschied (P < 0,05) zwischen den beiden Gruppen gegeben, wobei das Ausmaß des induzierten Astigmatismus sowie der Unterschied zwischen der Gruppe mit temporaler und nasaler Inzision im späteren postoperativen Verlauf verringerten. Die Studienergebnisse konnten zeigen, dass keine nasale Tunnelinzision gewählt werden sollte, wenn ein Astigmatismus-neutralen Eingriff beabsichtigt ist. Aufgrund der Annäherung der Ergebnissen der beiden Gruppen bis zu einem Zeitpunkt von 6 Monaten postoperativ muss jedoch in einem längeren Follow-up geprüft werden, inwieweit ein Unterschied der langfristigen Ergebnisse gegeben ist. 

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