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Langzeit-Auswirkung der Phakoemulsifikation auf den intraokularen Druck nach Trabekulektomie

Ausgabe März 2002

Exzerpt aus

Derbolav A, Vass C, Menapace R et al.
Long-term effect of phacoemulsification on intraocular pressure after trabeculectomy,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:425-430

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Langzeit-Auswirkung der Phakoemulsifikation auf den intraokularen Druck nach Trabekulektomie 


An der Universitäts-Augenklinik Wien wurde in einer retrospektiven Studie der Augeninnendruck (IOD) bei 48 Augen (35 Patienten) nach temporaler Clear-Cornea-Phakoemulsifikation in Fällen nach erfolgter Trabekulektomie gemessen. Dabei betrugen der Abstand zwischen der Trabekulektomie und der Phakoemulsifikation im Mittel 27 ± 21 Monate (Standardabweichung) und der Follow-up nach der Phakoemulsifikation 23 ± 12 Monate. Zur Auswertung kamen der IOD und die Glaukomtherapie vor der Kataraktoperation und am Ende der Nachbeobachtungszeit. Ausschlußkriterien waren ein IOD über 21mmHg unter Glaukom-Medikation vor der Katarakt-Operation, ein akutes oder chronisches Winkelblockglaukom, ein entzündliches oder neovaskuläres Glaukom sowie ein Follow-up unter 12 Monaten. Die Operationen, die Basis für die retrospektive Studie waren, wurden zwischen Juli 1995 und Juni 1997 durchgeführt.

Die statistische Analyse erfolgte mit dem Paired-t-Test, dem Wilcoxon-Test und dem Chi-Square-Test. 35 Augen (73%) wurden präoperativ, 25 Augen (52%) postoperativ ohne Glaukomtherapie kontrolliert bei einem IOD < 22mmHg. Es ergab sich ein statistisch signifikanter Unterschied von P = 0,04 mit dem Chi-Square-Test. Am Ende der Nachbeobachtungszeit konnten ein statistisch signifikanter Druckanstieg von 1,6mmHg im Mittel (P = 0,02) und eine mittlere Zunahme der Glaukommedikation von 0,4 (P = 0,5) festgestellt werden.

In der Vergangenheit wurden bei Kataraktoperationen nach Glaukomchirurgie mit Anlegung eines Filterkissens häufig Funktionsbeeinträchtigungen des Kissens beobachtet, was zu einem Anstieg des intraokularen Drucks führte, so dass in früheren Studien zu diesem Thema in 10% bis 38% der Fälle nach ECCE zusätzliche Glaukom-Medikation benötigt wurde. Die in dieser Studie durchgeführte temporale rein korneale Phakoemulsifikation nach Trabekulektomie resultierte nach einem Zeitraum von 2 Jahren in einem leichten, jedoch statistisch signifikanten IOD-Anstieg und der Notwendigkeit einer Glaukomtherapie. Dieses Ergebnis ist jedoch vergleichbar mit dem natürlichen Verlauf nach einer Trabekulektomie. 

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