Sie befinden sich hier:>Infos für Ärzte>ARCHIV - Kurzfassungen und Berichte>Katarakt>Journal of Cataract & Refractive Surgery März 2002>Korrektur von hohem Astigmatismus durch Implantation einer torischen Piggyback-Intraokularlinse

Korrektur von hohem Astigmatismus durch Implantation einer torischen Piggyback-Intraokularlinse

Ausgabe März 2002

Exzerpt aus

Gills JP, Van Der Karr MA.
Correcting high astigmatism with piggyback toric intraocular lens implantation,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:547-549

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Korrektur von hohem Astigmatismus durch Implantation einer torischen Piggyback-Intraokularlinse 


In diesem Fallbericht wurde das linke Auge eines 86jährigen Mannes mit einem Astigmatismus von 5,12 Dioptrien nach Kleinschnitt-Katarakt-OP mit einer torischen Piggyback-IOL, bestehend aus 2 torischen Plattenhaptik-Silikonlinsen mit einer spherischen Brechung von je 13,50 Dioptrien und einem Zylinder von je 3,50 Dioptrien (2,30 Dioptrien in der Hornhautebene) versorgt. Nach Meinung der Autoren stellt in Fällen von hohem Astigmatismus, wenn alternative refraktive Methoden wie Laser-Korrektur nicht in Frage kommen, die Piggyback-Implantation von zwei torischen Linsen eine gute Alternative zur Implantation einer torischen PMMA-Linse dar, die durch einen größeren Schnitt implantiert werden muss und so die Vorhersagbarkeit des Endergebnisses aufgrund des induzierten Astigmatismus beeinträchtigt. Eine Trübung zwischen den beiden Linsen ist nach Beobachtungen der Autoren eher bei Acryl-Implantaten oder einer Kombination aus PMMA und Silikon zu befürchten. Bei Verwendung von Silikonlinsen und sorgfältiger Kapselpolitur könnte das Risiko dieser späten Komplikation minimiert werden. Hinsichtlich des Problems der postoperativen Linsenrotation stellten die Autoren bei Plattenhaptiklinsen eine geringere Neigung zur Rotation fest, wogegen die Linsen jedoch bei einem großen Durchmesser des Kapselsacks frei im Kapselsack rotierten. Allerdings würde bei einer Piggyback-Implantation durch die größere Ausspannung der Kapsel dieser Rotationstendenz entgegengewirkt. Der vorliegende Fall zeigt ein optimales Ergebnis. Sechs Wochen postoperativ lag ein stabiles Ergebnis vor, mit einem Hornhautastigmatismus von 3,38 Dioptrien bei 70 Grad und einem refraktiven Astigmatismus von 1,0 Dioptrien bei 20 Grad bei einem unkorrigierten Visus von 20/40. Auch konnte keine Linsenrotation beobachtet werden. Nach Meinung der Autoren stellt die Implantation von torischen Piggyback-Linsen eine brauchbare Option zur Behandlung von mittlerem bis hohem Astigmatismus dar. 

Infos für Ärzte