Dauer der Bildung einer fibrotischen Schicht am Optikrand von Acryl-, Silikon- und Polymethylmethacrylat-Linsen
Ausgabe März 2002
Exzerpt aus
Nishi O, Nishi K, Akura J.
Speed of capsular bend formation at the optic edge of
acrylic, silicone, and poly(methyl methacrylate) lenses,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:431-437
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Dauer der Bildung einer fibrotischen Schicht am Optikrand von Acryl-, Silikon- und Polymethylmethacrylat-Linsen
Bei der Jinshikai Medical Foundation am Nishi Eye Hospital in Osaka wurden Art und Dauer der klinischen Bildung einer dünnen fibrotischen Schicht am Optikrand von Intraokularlinsen nach Kataraktoperationen bestimmt. Dabei wurde die Bildung eines fibrotischen Films an 45 Augen von 45 Patienten mit der Spaltlampe bei maximaler Mydriasis der Pupille beobachtet. Je 15 Augen waren mit einer AcrySofÒ MA60BM Acryl-IOL (Alcon), mit einer PhacoFlex IIÒ SI-40NB Silikon-IOL (Allergan) oder einer UV26T PMMA-IOL (Menicon) versorgt worden. Prospektiv wurden die Patienten am 1. postoperativen Tag sowie 1, 2 und 4 Wochen postoperativ untersucht, und retrospektiv 1 Jahr postoperativ. Zur Dokumentation und Einteilung dieses Prozesses der Bildung einer fibrotischen Schicht am Optikrand wurde ein Faserbildungsindex erstellt.
In einer früheren histologischen Studie konnte gezeigt werden, dass sich an einer geraden, scharfen hinteren Optikkante ein fibrotischer Film anlagerte, durch den die Wanderung von Epithelzellen vermieden werden konnte. Es wurden Acryl-, Silikon- und PMMA-Linsen mit identischem geraden Optikdesign mit scharfem Rand implantiert. Ein Vergleich zeigte, dass bei es allen drei Materialien zu keiner Migration von Linsenepithelzellen kam.
In der vorliegenden Studie kam es zum Anlegen den vorheren und hinteren Kapselblatts, wobei sich das hintere Kapselblatt in Richtung des vorderen bewegte. Dieser Vorgang begann stets am Rand der Optik, so dass sich die hintere Kapsel schließlich an den hinteren Optikrand anlegte, wenn auch nicht in allen Fällen in vollem Umfang. Dieser Prozeß kann in 4 Phasen unterteilt werden. 1 Monat postoperativ fand sich bei den beiden faltbaren IOLs eine vollständige fibrotische Schicht, wogegen dieser Prozeß bei der PMMA-IOL signifikant länger dauerte. 1 Jahr postoperativ bestand in allen Fällen eine feste und vollständige Verbindung zwischen der Kapsel und dem Optikrand bei allen IOL-Typen.
Die Bildung der dünnen Faserschicht verlief stets gleich, jedoch je nach IOL-Typ mit sehr unterschiedlicher Dauer, woraus zu schließen ist, dass dieser Vorgang abhängig ist von Linsenmaterial und -design. Die schnelle Anlagerung des Films kann einer der Gründe sein, warum bei der Acrysof und der PhacoFlex II statistisch gesehen eine geringere Rate hinterer Kapseltrübungen zu finden ist als bei PMMA-IOLs. Die vorliegenden Ergebnisse lassen darauf schließen, dass eine Trübung der hinteren Kapsel durch die schnelle Anlagerung eines dünnen fibrotischen Films an der scharfen Optikkante vermieden wird.

