Langzeit-Verlust von Endothelzellen nach Phakoemulsifikation: Peribulbär-Anästhesie versus intracamerales 1%iges Lidocain
Ausgabe April 2002
Exzerpt aus
Heuermann T, Hartmann C, Anders N.
Long-term endothelial cell loss after phacoemulsification:
Peribulbar anesthesia versus intracameral lidocaine 1%,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:639-643
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Langzeit-Verlust von Endothelzellen nach Phakoemulsifikation: Peribulbär-Anästhesie versus intracamerales 1%iges Lidocain
Prospektive randomisierte klinische Studie
In der Augenabteilung der Charité an der Humboldt-Universität in Berlin wurde ein Vergleich zwischen dem Endothelzellverlust nach Phakoemulsifikation und Hinterkammerlinsen-Implantation unter Peribulbär-Anästhesie bzw. topischer Anästhesie in Kombination mit intracameralem 1%igem Lidocain ohne Konservierungsstoffe angestellt.
Die Toxizität handelsüblicher Anästhetika ist hinreichend bekannt. Eine Schädigung der Endothelzellen kann jedoch auch durch den pH-Wert der Lösungen induziert werden. Ideal für die Hornhautendothelfunktion ist ein pH von 6,5 - 8,5. Bei Verwendung von 1%igem Lidocain konnte ein pH von 6,73 ± 0,17 festgestellt werden, was auf ein leichtes Ansteigen des Säuregrads hinweist. Ein wichtiger Faktor ist jedoch, dass das Anästhetikum unmittelbar nach Injektion in die Vorderkammer durch das Kammerwasser verdünnt wird, gefolgt von einer weiteren Verdünnung durch den Saug/Spül-Vorgang während der Phakoemulsifikation.
Zur Auswertung kamen 78 Augen präoperativ sowie 20 Monate ± 5,1 Monate (Standardabweichung) postoperativ. Dabei wurde durch Mikroskopie mit dem Augenspiegel die Anzahl und Morphologie der Endothelzellen ermittelt.
Es ergab sich in der Gruppe mit Peribulbär-Anästhesie ein mittlerer Endothelzellverlust von 11,11%, bei der Gruppe mit topischer Anästhesie und Lidocain ein mittlerer Endothelzellverlust von 12,55%. Somit konnte statistisch gesehen kein signifikanter Unterschied hinsichtlich Endothelzellverlust und Morphologie zwischen den beiden Gruppen ermittelt werden.
Die Langzeitbeobachtung des Endothelzellverhaltens postoperativ ergab, dass topische Anästhesie in Kombination mit einer intracameralen Injektion von 0,15cc 1%igem Lidocain ohne Konservierungsstoffe eine sichere Alternative zur Peribulbär-Anästhesie darstellt.

