Intraokularer Druck nach beidseitiger Kataraktchirurgie unter Verwendung von Healon, Healon5 und Healon GV
Ausgabe April 2002
Exzerpt aus
Arshinoff SA, Albiani DA, Taylor Laporte J.
Intraocular pressure after bilateral cataract surgery using Healon, Healon5 and Healon GV,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:617-625
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Intraokularer Druck nach beidseitiger Kataraktchirurgie unter Verwendung von Healon, Healon5 und Healon GV
Bei den York Finch Eye Associates und am Humber River Regional Hospital in Toronto wurde ausgewertet, ob nach bilateralen Phakoemulsifikation mit vollständiger Entfernung des betreffenden Viskoelastikums bei Verwendung von Healon®5, Healon® und Healon GV®; Unterschiede hinsichtlich Häufigkeit und Schwere von postoperativen intraokularen Druckspitzen bestehen.
An 99 Patienten wurde eine bilaterale Kataraktoperation vorgenommen. Dabei erhielten nach dem Zufallsprinzip 50 Patienten Healon5 in einem Auge und Healon GV im anderen und die verbleibenden 49 Patienten Healon in einem Auge und Healon GV im kontralateralen Auge. Der IOD wurde präoperativ sowie 5 und 24 Stunden und 7 Tage postoperativ gemessen. Für jedes Viskoelastikum wurde der mittlere IOD inkl. Standardabweichung zu jedem Zeitpunkt berechnet. Bei jeder Druckmessung wurden die Ergebnisse mit den Student-t-Tests verglichen.
Es konnten bei den Patientengruppen mit Healon5, Healon und Healon GV keine signifikanten Unterschiede der postoperativen Druckspitzen festgestellt werden; bei Patienten mit Viskoelastika niedrigerer Viskosität war jedoch im Mittel 24 Stunden postoperativ ein geringerer IOD zu beobachten. Bei allen Gruppen fand sich ein erhöhter IOD 5 und 24 Stunden postoperativ, verglichen mit einem niedrigeren IOD 7 Tage postoperativ.
Unter den Viskoelastika mit ähnlicher Molekularstruktur scheinen jene mit einer niedrigeren Viskosität bei normalen Patienten 24 Stunden postoperativ eine etwas geringere mittlere IOD-Erhöhung zu bewirken. Nach Entfernung des Viskoelastikums scheinen postoperative IOD-Spitzen über 21mmHg jedoch eher von persönlichen Faktoren der einzelnen Patienten (z.B. Prädisposition bei Glaukompatienten) und intraoperativ induzierten Traumata zu resultieren als von den verschiedenen verwendeten Hyaluron-Produkten.
Einer der häufigsten Gründe für einen postoperativ erhöhten intraokularen Druck liegt in der unvollständigen Entfernung des verwendeten Viskoelastikums. Daher sollte der Operateur bei einem Einsatz von schwer ausspülbaren Viskoelastika wie Healon5 oder MicroVisc Phaco mit geeigneten Techniken wie der Rock ´n Roll-, 2-Compartment- oder der Soft-Shell-Technik vertraut sein.

