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Auswirkungen der Kataraktchirurgie auf das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie

Ausgabe April 2002

Exzerpt aus

Chung J, Kim MY, Kim HS et al.
Effect of cataract surgery on the progression of diabetic retinopathy,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:626-630

 
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas


Auswirkungen der Kataraktchirurgie auf das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie


In der Augenabteilung des Catholic University Medical College, Uijongbu St. Mary´s Hospital in Seoul wurde eine prospektive klinische Studie über die Auswirkungen der Kataraktchirurgie und anderer Faktoren auf das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie mit dem nicht operierten kontralateralen Auge als Kontrolle durchgeführt.

An jeweils einem Auge von 75 Patienten wurde von nur einem Operateur eine Katarakt-Operation durchgeführt. Die Studienteilnehmer wurden in Gruppe A mit einer durch die Katarakt-OP induzierten progressiven Retinopathie am operierten Auge und Gruppe B mit keiner Progression der Retinopathie in beiden Augen, einer bilateralen progressiven Retinopathie mit vergleichbarer Progression in beiden Augen oder einer stärkeren Progression am nicht operierten Auge unterteilt. Es wurden die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen hinsichtlich Alter, Therapiedauer und Behandlungsmethoden der Diabetes, Nierenfunktion und Vorhandensein eines präoperativen Makulaödems verglichen. In einem 1jährigen Follow-up wurde die Retinopathie-Progression ausgewertet.

Nach der Operation konnte bei 23 Patienten (30,6%) der Gruppe A eine Progression der Retinopathie beobachtet werden, verglichen mit 52 Patienten (69,4%) der Gruppe B, in der beidseitig keine Retinopathie-Progression, eine vergleichbare Progression in beiden Augen oder eine stärkere Progression am nicht operierten Auge festgestellt werden konnte. Am operierten Auge konnte eine stärkere Progression der Retinopathie beobachtet werden als am nicht operierten Auge (P < 0,05). Bei 27 Patienten ohne präoperative Retinopathie entwickelte sich auch postoperativ keine Retinopathie. Hinsichtlich Alter, Dauer der Diabetes, Operationsmethode oder erhöhtem Druck gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Ein präoperatives Makulaödem sowie eine Funktionsstörung der Nieren hatten einen signifikanten Einfluß auf das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie nach Kataraktchirurgie (P < 0,05). Nach der Kataraktoperation war ein Fortschreiten der diabetischen Retinopathie zu beobachten. Diese postoperative Progression wurde durch ein präoperatives Makulaödem sowie eine Funktionsstörung der Nieren weiter begünstigt. Daher sollte Patienten mit diabetisch bedingtem Nierenleiden nach einer Kataraktoperation besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. 

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