Viskokanalostomie vs. Trabekulektomie
Ausgabe März 2002
Exzerpt aus
Carassa RG, Bettin P, Brancato R / Ahmed IIK, Crandall, AS.
Viscocanalostomy vs. Trabeculectomy,
Ophthalmology 2002; 109:410-412
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Viskokanalostomie vs. Trabekulektomie
Zwei Briefe befassen sich mit einem im Februar 2001 in Ophthalmology veröffentlichten Artikel: "Primary Viscocanalostomy Versus Trabeculectomy in White Patients with Open-Angle Glaucoma: A Randomized Clinical Trial" (Ophthalmology 2001; 108:254-258) von C.P. Jonescu-Cuypers, P.C. Jacob, W. Konen und G.K. Krieglstein.
Die Studienergebnisse von Jonescu-Cuypers et al. zeigten eine signifikant geringere Effektivität bei der angestrebten Senkung des intraokularen Drucks nach Viskokanalostomie im Vergleich mit einer Trabekulektomie, mit einer Erfolgsquote von 50% bei Trabekulektomie bzw. 0% bei Viskokanalostomie.
beiden Briefen wird auf die geringe Patientenzahl sowie auf wesentlich bessere Ergebnisse nach Viskokanalostomie in anderen Studien hingewiesen. Carassa et al. führen an, dass unabhängig von den Ergebnissen nach Viskokanalostomie auch mit Trabekulektomie häufig nicht das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann. Desweiteren wird die Frage gestellt, ob die Autoren in über 120 durchgeführten Viskokanalostomien keine positiveren Erfahrungen gemacht hätten, die sie zur Durchführung der vergleichenden Studie motiviert hätten.
Ahmed et al. führen an, dass der Artikel keinen Aufschluss über die Altersverteilung innerhalb der beiden Gruppen oder die Glaukommedikation gab. Sie geben zu bedenken, dass anstelle des von den Autoren beschriebenen angelegten Fensters in der Descemet-Membran von ca. 1 mm nach ihrer Erfahrung an über 200 nicht penetrierenden Eingriffen oft bis zu 2 mm erforderlich seien, um einen ausreichenden Abfluß zu gewährleisten. Auch lägen keine Angaben über intraoperatives Kautern oder eine postoperative Goniopunktion vor.
Jonescu-Cuypers et al. erwiderten, dass die Studie mit Absicht nach einer großen Zahl durchgeführter Eingriffe mit enttäuschenden Ergebnissen erfolgt sei, um die Lernkurve vorher abzuschließen. Bessere Ergebnisse in anderen Studien führten sie auf günstigere Studienbedingungen zurück. In der vorliegenden Studie wurde ausschließlich die Effektivität der beiden Techniken hinsichtlich einer Senkung des intraokularen Drucks untersucht. Glaukommedikationen und postoperative Eingriffe seien bewußt ausgeschlossen worden. Kriterium für einen Studienabbruch und somit ein Scheitern des Eingriffs waren ein IOD < 21mmHg bei jedweder Untersuchung. Hinsichtlich des Descemet-Fensters führte Krieglstein an, dass aufgrund der Wasserundurchlässigkeit der Descemet-Membran die Größe des Fensters sicher nicht entscheidend sei. Weitere Ergebnisse einer prospektiven randomisierten klinischen Studie mit einer größeren Patientenzahl, die bald veröffentlicht würden, würden die in diesem Artikel dargestellten Ergebnisse erhärten.

