Ultraschall-Biomikroskopiebefunde von Augen nach erfolgreicher Viskokanalostomie nach mittlerer Follow-up-Zeit
Ausgabe Mai 2002
Exzerpt aus
Negri-Aranguren I, Croxatto O, Grigera DE.
Midterm ultrasound biomicroscopy findings in eyes with successful viscocanalostomy,
J Cataract Refract Surg 2002; 28:752-757
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Ultraschall-Biomikroskopiebefunde von Augen nach erfolgreicher Viskokanalostomie nach mittlerer Follow-up-Zeit
Auf Basis von retrospektiven nicht vergleichenden Fallserien an 23 Augen von 19 Patienten mit nicht einstellbarem Offenwinkelglaukom wurden an der Fundación Oftalmológica Argentina Jorge Malbran und dem Santa Lucía Krankenhaus in Buenos Aires nach Viskokanalostomie mit Hilfe der Ultraschall-Biomikroskopie die Gewebeveränderungen der operierten Augen analysiert. Bei allen untersuchten Augen waren die IOD-Werte im normalen Bereich. Der mittlere F ollow-up betrug 20 Monate ± 5,9 Monate Standardabweichung (zwischen 12 und 30 Monaten). Die Biomikroskopie wurde im Mittel 6,8 ± 5,9 Monate (zwischen 3 und 14 Monate) postoperativ durchgeführt. An 7 Augen wurde die Biomikroskopie im Mittel 7,8 ± 4,6 Monate (zwischen 7 und 9 Monate) nach der ersten Studie wiederholt. Desweiteren wurde der Augeninnendruck bei allen Patienten prä- und postoperativ gemessen.
Im normalen Auge stellt die an den Schlemm´schen Kanal angrenzende Bindegewebsschicht des Trabelkelwerks den größten Widerstand für den Abfluß des Kammerwassers dar. Im Rahmen der Viskokanalostomie wird durch Schaffung einer durchlässigen Membran ein Bypass über diesen Bereich gelegt und so ein Fluß des Kammerwassers von der Vorderkammer in operativ angelegte Skleratasche ermöglicht.
Bei der letzten Untersuchung betrug der IOD der im Rahmen der Studie untersuchten Patienten im Mittel 13,3 ± 2mmHg (zwischen 8 und 17mmHg). Bei einem Auge konnte ein subkonjunktivales Kissen festgestellt werden. Alle Augen wiesen eine nicht reflektierende Skleratasche sowie eine posterioren hyporeflektiven Bereich auf. Bei zwei Augen ergab die Biomikroskopie eine unveränderte Skleratasche 7 bis 9 Monate nach der ersten Studie.
Die biomikroskopische Untersuchung von Augen mit geregeltem IOD mehrere Monate nach Viskokanalostomie ergab eine intakte Skleratasche ohne Bildung eines subkonjunktivales Filterkissens als normalen Befund. Bisher liegt noch kein genaues Verständnis des Mechanismus der erzielten Senkung und Stabilisierung des Augeninnendrucks vor. Jedoch konnten die Ergebnisse zeigen, dass die Viskokanalostomie eine erfolgreiche Methode zur operativen Behandlung eines Glaukoms darstellt, wenn ein konstanter Fluss des Kammerwassers durch die Membran gegeben ist und so eine intakte Skleratasche erhalten bleibt.

