Limbus-Stammzellentransplantation bei chronisch-entzündlichen Augenerkrankungen
Ausgabe Mai 2002
Exzerpt aus
Samson CM, Nduaguba C, Baltatzis S, et al.
Limbal Stem Cell Transplantation in Chronic Inflammatory Eye Disease,
Ophthalmology 2002; 109:862-868
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Limbus-Stammzellentransplantation bei chronisch-entzündlichen Augenerkrankungen
In einer retrospektiven, nicht vergleichenden Fallserie an 11 Augen von 9 Patienten mit Limbus-Stammzellen-Funktionsstörung aufgrund einer schweren Schädigung des äußeren Auges, hervorgerufen durch eine chronische Augenentzündung, wurden die Ergebnisse nach einer Limbus-Stammzellentransplantation untersucht. Nach der Transplantation wurden die Patienten 1 Tag, 1, 2 und 4 Wochen postoperativ und im weiteren Verlauf 1 Mal monatlich untersucht. Das Empfängerauge erhielt stündlich 1%ige Prednisolon-acetat Tropfen und 4 Mal täglich 0,3%iges topisches Ciprofloxacin. Die Ciprofloxacin-Gaben wurden nach 1 Woche auf 2 Mal täglich, die Steroidtropfen allmählich reduziert. Die untersuchten Kriterien waren dabei die Reepithelisierung und Wiederherstellung der Hornhautoberfläche sowie die Verbesserung des Visus.
An 11 Augen wurde eine autologe oder HLA-geprüfte Limbus-Stammzellentransplantation von lebenden verwandten Spendern zur Behandlung der Hornhautoberfläche nach einer entzündlichen Erkrankung vorgenommen. Bei 10 Augen bzw. 91% konnte eine Reepithelisierung der Hornhautoberfläche in der frühen postoperativen Phase innerhalb von durchschnittlich 10 Tagen mit einer Verteilung zwischen 3 und 21 Tagen beobachtet werden. Bei 6 Augen bzw. 55% konnte eine Langzeit-Wiederherstellung der Hornhautoberfläche erzielt werden. In 6 Augen bzw. 55% kam es zu einer Visus-Verbesserung. Gründe für schlechte Ergebnisse waren mikrobielle Infektionen, Abstoßung des Spendergewebes sowie Ulzerierung der Hornhaut. Bei keinem der Spenderaugen waren Komplikationen zu beobachten.
Es konnte gezeigt werden, dass bei Patienten mit immunologischen Erkrankungen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom, toxischer epidermischer Nekrolyse oder okularem vernarbtem Pemphigoid bei einer Limbus-Stammzellentransplantation geringere Erfolgsraten zu erwarten sind als bei Patienten mit nicht entzündlichen Augenerkrankungen. Diese Ergebnisse stehen in Einklang mit früher durchgeführten Studien anderer Autoren.

