Die Rolle der Amnionmembran-Transplantation in der Wiederherstellung der Bindehaut bei vernarbtem okulären Pemphigoid
Ausgabe März 2003
Abstract aus
Barabino S, Rolando M, Bentivoglio G, et al. Role of Amniotic Membrane Transplantation for Conjunctival Reconstruction in Ocular-Cicatricial Pemphigoid, Ophthalmology 2003; 110:474-480.
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Die Rolle der Amnionmembran-Transplantation in der Wiederherstellung der Bindehaut bei vernarbtem okulären Pemphigoid
Anhand einer prospektiven, interventionellen, nicht vergleichenden Fallserie mit 9 Augen von 9 Patienten mit vernarbtem okulären Pemphigoid im fortgeschrittenen Stadium wurde die Langzeit-Wirksamkeit der Amnionmembran-Transplantation untersucht. Nach der Transplantation erhielten alle Patienten systemische Immunsuppressiva sowie topische Steroide mindestens 6 Monate postoperativ. Nach keinem Befund in den ersten 16 Wochen postoperativ zeigten 28 Wochen postoperativ 4 Augen einen kleinen Symblepharon-Bereich. Die Fornix-Tiefe besserte sich 4, 6 und 28 Wochen postoperativ signifikant. Ein wiederhergestelltes normales konjunktivales Epithel mit Goblet-Zellen konnte 4 Wochen postoperativ in 66,7% der Fälle, 28 Wochen postoperativ in 44,4% der Fälle beobachtet werden. Die Entzündung der Konjunktiva besserte sich klinisch, jedoch nicht statistisch signifikant. Der Visus verbesserte sich bei 5 der 9 Fälle. Bei Vorliegen eines vernarbten okulären Pemphigoid im fortgeschrittenen Stadium ist eine kombinierte Therapie aus systemischer und topischer Medikation und chirurgischen Maßnahmen erforderlich. Wenn es auch nach einiger Zeit zu einer Verschlechterung des Ergebnisses kommt, so stellt doch die Amnionmembran-Transplantation einen ersten Schritt in der Wiederherstellung der Augenoberfläche dar.

