Amnionmembran-Transplantation bei partiellem und vollständigem Limbusstammzellendefizit nach Verätzung
Ausgabe März 2003
Abstract aus
Pereira Gomes JA, Serapião dos Santos M, Carvalho Cunha M, et al. Amniotic Membrane Transplantation for Partial and Total Limbal Stem Cell Deficiency Secondary to Chemical Burn, Ophthalmology 2003; 110:466-473.
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Amnionmembran-Transplantation bei partiellem und vollständigem Limbusstammzellendefizit nach Verätzung
Anhand einer prospektiven, nicht vergleichenden, interventionellen Fallserie mit 20 konsekutiven Patienten wurden die klinischen Ergebnisse einer Amnionmembran-Transplantation zur Wiederherstellung der Augenoberfläche nach durch Verätzungen bedingtes Limbusstammzellendefizit ausgewertet. Nach einem mittleren Follow-up von 19 Monaten (8-27 Monate) wurde bei 15 Augen eine zufriedenstellende Rekonstruktion der Augenoberfläche erzielt. Die Epithelisierungszeit betrug im Mittel 3,3 Wochen, Entzündung und Vaskularisation gingen zurück. Die 15 Augen umfaßten alle Fälle mit partiellem und 68,75 % der Fälle mit vollständigem Limbusstammzellendefizit. Bei den verbleibenden 5 Augen handelte es sich um schwere Fälle, bei denen die Operation nicht erfolgreich war. Mit Ausnahme von 2 Fällen verbesserte sich der Visus postoperativ. Trotz der guten Ergebnisse muss nach Meinung der Autoren in vergleichenden, kontrollierten Studien geprüft werden, inwieweit und in welchen Fällen die Amnionmembran-Transplantation der Limbusstammzellen-Transplantation überlegen ist.

