Endogene Endophthalmitis durch Gruppe B-Streptococcus, Fallberichte und Literaturanalyse
Ausgabe Oktober 2002
Exzerpt aus
Lee S-Y, Chee S-P.
Group B Streptococcus Endogenous Endophthalmitis,
Case Reports and Review of Literature,
Ophthalmology 2002; 109:1879-1886.
zusammengestellt von Doris Meixensberger und Dr. Dieter Klaas
Endogene Endophthalmitis durch Gruppe B-Streptococcus, Fallberichte und Literaturanalyse
Im vorliegenden Beitrag werden systemische und okuläre Charakteristika sowie die Behandlungsmethoden bei 5 Fällen mit durch Streptococcus der Gruppe B verursachter endogener Endophthalmitis diskutiert. Bei 4 der 5 vorgestellten Patienten trat die Endophthalmitis nach Einsetzen einer septischen Arthritis auf, bei 1 Patienten mit einem zervikalen, epiduralen Abszess nach Akupunktur. Streptococcen fanden sich sowohl in Blut und Glaskörper als auch in den Gelenken. Trotz hoch dosierter systemischer Verabreichung von Antibiotika innerhalb 72 Stunden nach Auftreten der okulären Symptome, Injektion von Antibiotika in den Glaskörperraum sowie einer Vitrektomie bei 2 Augen verschlechterte sich der Visus aller Augen auf keine Lichtwahrnehmung und es entwickelte sich eine Phthisis. Ein Literaturvergleich zeigte, dass die seltenen Fälle durch Gruppe B-Streptococcus verursachter endogener Endophthalmitis nach Hautinfektionen, Pharyngitis und Lungenentzündung als primären Infektionsherden auftraten. Zugleich mit der Endophthalmitis bestanden häufig eine septische Arthritis und Endokarditis. Aufgrund der raschen und weitgehenden Zerstörung der Aderhaut und Netzhaut ist die Visus-Prognose trotz intensiver Therapie bei dieser Erkrankung schlecht.

