Behandlung des Gerstenkorns (Hordeolum) mit Akupunktur und TCM

Verfasser des Artikels: Hr. Dr. Michael Wullinger, Praxis Dr. Wullinger

gerstenkorn hordeolum
Gerstenkorn nach ca. 2 Tagen,
Bezugsquelle Wikipedia

Ein Gerstenkorn ist eine eitrige Entzündung der Drüsen der Augenlider. Das Gerstenkorn wird in über 90% aller Fälle durch eine Infektion mit Bakterien (Staphylokokken) hervorgerufen. Die Symptome bestehen in einer schmerzhaften Schwellung mit Rötung und Eiterbildung des Augenlides.

Die schulmedizinische Therapie besteht in der Gabe von antibiotikahaltigen Salben oder Augentropfen, Anwendung trockener Wärme z.B. Rotlicht oder der chirurgischen Eröffnung.

Ein Gerstenkorn ist in der Regel harmlos. Langwierige Verläufe oder gehäuft auftretende Entzündungen deuten jedoch auf ein geschwächtes Immunsystem hin.In diesen Fällen kann die chinesische Medizin helfen, um die Infektion dauerhaft zu beseitigen.

In der chinesischen Augenheilkunde werden die Augenlider dem Bereich der Mitte, also dem Funktionskreisen Milz und Magen, zugeordnet. Dies wird auch darin deutlich, dass in der Akupunktur die Leitbahn des Funktionskreis "Magen" unmittelbar am Augenunterlid ihren Ausgang nimmt. Rötung und Schwellung des Augenlides werden meist durch "Feuchtigkeit-Hitze" hervorgerufen, bei Eiterbildung wandelt sich diese zu "Toxischer Hitze" (Bildung von Giftstoffen).

Mit Hilfe von Akupunktur ist es möglich, die Entzündung durch das Stechen eines Punktes am anderen Ende der Magenleitbahn auszuleiten und zu beseitigen. Am besten eignet sich hierfür der Punkt Magen (Ma) 44 der sich zwischen 2. und 3. Zehe im Breich des Grundgelenkes befindet. Dazu werden häufig auch störungsnahe Akupunkturpunkte verwendet. Die Auswahl der Punkte muß auf Grundlage einer chinesischen Diagnose erfolgen.

Zusätzlich sollten unbedingt chinesische Heilkräuter verwendet werden. Besonders bewährt hat sich Löwenzahn (Herba Taraxaci) mit seinen entzündungshemmenden, entgiftenden und abschwellenden Eigenschaften. Die Wirkung ist besonders gut im Bereich der Augen. Moderne Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Löwenzahn hervorragend gegen Infektionen mit Staphylokokken wirkt.

Radix Astragali
Radix Astragali

Wenn sich das Gerstenkorn nicht vollständig entleert, werden gerne auch Schotenbaumdornen (Spinae Gleditsiae) eingesetzt. Neben diesen entzündungshemmenden und ausleitenden Arzneien ist es oft sinnvoll, das Immunsystem gleichzeitig zu kräftigen. Dazu eignet sich am besten die Tragantwurzel (Radix Astragali), die ebenfall Eiter beseitigt.

In hartnäckigen Fällen muß eine derartige Behandlung über drei bis vier Monate durchgeführt werden.