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Allergische Bindehautentzündung mit Akupunktur und TCM behandeln

Verfasser des Artikels: Hr. Dr. Michael Wullinger, Praxis Dr. Wullinger

 

Die allergische Konjunctivitis ist eine der häufigsten Erkrankungen des Auges. Schätzungen zu Folge sind bis zu 25 % der Bevölkerung in westlichen Industrieländern betroffen. Die Beschwerden können jahreszeitlich begrenzt beim sogenannten Heuschnupfen auftreten. Sie können aber auch ganzjährig im Rahmen einer Hausstaub- oder Tierhaarallergie vorhanden sein.

Die zentralen Symptome sind der Juckreiz und der Tränenfluss des Auges. Die Rötung der Bindehaut ist meistens sekundär durch Reiben bedingt. Weitere mögliche Symptome sind das Brennen des Auges, Fremdkörpergefühl, sowie Lichtempfindlichkeit. Manchmal wird eine allergische Bindehautentzündung fälschlicherweise als „trockenes Auge“ diagnostiziert.

Aus schulmedizinischer Sicht kommen als Behandlungsmöglichkeiten das Meiden der Allergene, symptomatisch wirksame Mittel oder eine Desensibilisierung in Frage.

Alternativ können die Beschwerden sehr gut mit Akupunktur und/oder pflanzlichen chinesischen Arzneimitteln behandelt werden. Die gute Wirkung konnte in mehreren Studien gezeigt werden. 80 – 90% der Patienten reagieren positiv auf eine Serie von 10-15 Akupunkturbehandlungen.

Aus Sicht der chinesischen Medizin handelt es sich bei der allergischen Bindehautentzündung meist um eine durch „Wind-Hitze“ verursachte Erkrankung der Oberfläche. In der Tat werden die Pollen ja durch den Wind auf die Bindehaut, also die Oberfläche des Auges getragen.

Einer der wichtigsten Akupunkturpunkte für die Behandlung der allergischen Konjunctivitis ist Gallenblase (Gb) 20. In China wird der Punkt „Teich des Windes“ genannt, weil er in der Lage ist „Windschädigungen“ zu zerstreuen. Dadurch hat er sich besonders bewährt um den Juckreiz, das Tränen und die Rötung des Auges zu beruhigen. Zusätzlich ist er in der Lage die Sicht zu klären. Er wird meistens kombiniert mit dem Punkt Dickdarm (Di)4 der ebenfalls „Wind“ zerstreut und zusätzlich die Wehrenergie und damit das Immunsystem stabilisiert. In Der Praxis werden etwa 6 – 12 verschiedene Akupunkturpunkte gleichzeitig behandelt. Die genaue Auswahl der Punkte richtet sich nach der chinesischen Diagnose und muß durch einen entsprechend geschulten Arzt entschieden werden.

Neben der Akupunktur haben sich einige chinesische Heilpflanzen besonders bewährt.
Als erstes zu erwähnen sind die Maulbeerblätter (Mori folium), welche sowohl innerlich zur Einnahme als Tee als auch äußerlich für Waschungen oder Auflagen verwendet werden.

Zusammen mit Chrysanthemenblüten (Chrysanthemi flos) eignen sie sich hervorragend um rote, geschwollene und tränende Augen zu beruhigen. Die Wirkung ist für die Patienten meist sehr schnell spürbar.

Die genannten Pflanzen werden zusammen mit weiteren üblicherweise in einer individuell zusammengestellten Rezeptur vom Arzt verordnet. Insgesamt sind die Behandlungsaussichten mit Akupunktur und chinesischen Heilkräutern als günstig zu beurteilen. In vielen Fällen stellt sich eine nachhaltige Wirkung ein.

Verfasser des Artikels: Hr. Dr. Michael Wullinger

Kontakt: info@wullinger.de

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